30 Jahre ICE - XXL-Zug mit schwarz-rot-goldenem Band

Auf den Namen „Bundesrepublik Deutschland“ taufte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Dienstag, 08. Juni 2021, im Berliner Hauptbahnhof einen ICE 4. Mit dem Festakt feiert die Deutsche Bahn (DB) 30 Jahre ICE-Verkehr in Deutschland. Wie DMM berichtete, begann am 02. Juni 1991 der Regelbetrieb des Hochgeschwindigkeitszuges und damit ein neues Bahnzeitalter.

Festakt inkl. Zugtaufe am Dienstag, 08. Juni 2021 im Berliner Hauptbahnhof; mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und DB-Chef Richard Lutz. Foto DB

Festakt inkl. Zugtaufe am Dienstag, 08. Juni 2021 im Berliner Hauptbahnhof; mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und DB-Chef Richard Lutz. Foto DB

Der frisch getaufte erste 13-teilige „XXL“-ICE ist der längste Zug der ICE-Flotte. Passend dazu kam beim Taufakt Wasser aus Deutschlands längsten Flüssen – Donau, Rhein und Elbe – zum Einsatz. Ebenfalls einmalig: Den Zug ziert statt des bekannten grünroten Band ein Band in den deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold.  

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Wir feiern heute nichts weniger als ein Wahrzeichen Deutschlands - aber kein Geschichtsmonument hat Geburtstag, eine Idee der Zukunft. Und wenn heute debattiert wird, wie wir den CO2-Ausstoß des Verkehrs senken können, dann ist eine der Antworten mit dem ICE schon seit 30 Jahren verfügbar. Und: Ein moderner Hochgeschwindigkeitszug braucht seine Trassen, planerisch und technisch anspruchsvolle Trassen, damit er sein Tempo ausfahren kann."

Wenig durchdachtes Schnellfahrnetz. Daran krankt es nämlich in Deutschland. Es gibt zwar Schnellfahrstrecken wie die von Köln-Deutz bis zum Frankfurter Flughafen-Fernbahnhof, von Nürnberg nach Ingolstadt, von Hannover nach Würzburg, von Ebensfeld (bei Lichtenfels in Oberfranken) über Erfurt nach Halle bzw. Leipzig, von Mannheim nach Stuttgart sowie von Hannover nach Berlin. Im Bau sind Wendlingen-Ulm und geplant sind u.a. Frankfurt-Mannheim, Würzburg-Nürnberg sowie Dresden-Prag. Allen Neubaustrecken gemein ist, dass sie weinige Kilometer vor den eigentlichen Stadtzentren und deren Hauptbahnhöfen einmünden in Altstrecken. Daher sind in Deutschland die ICE in Sachen Geschwindigkeit  und Reisedauer Ländern wie Frankreich, Spanien, Italien sowie Japan, Südkorea und China weit unterlegen.  

DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz: „Der ICE ist ein echtes Aushängeschild für Deutschland. Er bietet unseren Fahrgästen Tempo, Komfort und Klimaschutz zugleich. Seit 30 Jahren erfüllt er uns bei der Bahn mit Stolz. Der ICE ist das Symbol der Mobilitätswende. Dieser Zug hat das Bahnfahren in Deutschland neu definiert.“

Vor 30 Jahren gab der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker grünes Licht für den Start des deutschen Hochgeschwindigkeitsverkehrs auf der Schiene. Seitdem sind 1,5 Mrd. Fahrgäste umweltfreundlich mit den ICE-Zügen der DB gereist.

Der ICE „Bundesrepublik Deutschland“. Der 13-teilige „XXL“-ICE 4 ist der jüngste Zuwachs der ICE-Flotte. Der 374 m lange Zug bietet 918 Sitzplätze - so viele wie kein ICE zuvor. Es können damit mehr als fünfmal so viele Passagiere befördert werden, wie in einem typischen Mittelstreckenflugzeug. Mit 15.640 PS Leistung erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 265 km/h. Dieser Zug trägt ein schwarz-rot-goldenes Band. Beginnen hatten die ICE 1 1991 mit einem Band in Rot und Rosé. Danach folgte das verkehrsrote Band. Es folgte 2018 ein ICE 3 mit blauem (Europa)Band sowie 2019 je ein ICE 3 und ICE 4 mit grünem Band; seitdem erhalten alle ICE an den Kopf- bzw. Wagenenden ein grünes Öko-Band, der Rest behält das verkehrsrote.

Aktuell besteht die ICE-Flotte aus 330 Einheiten, vom ICE1 über den ICE2, ICE3 bis hin zum ICE 4. Hinzu kommen zwei Neigetech-ICE der Baureihen 411 und 415 sowie der Velaro D, eine Fortentwicklung des ICE 3. Bestellt hat die DB eine nochmalige Weiterentwicklung des Velaro D, die als Baureihe 408 künftig grenzüberschreitende Verbindungen mit Tempo320 km/h nach Paris, nach Brüssel und nach Amsterdam bedienen soll. Bis 2026 soll die Zahl der ICE auf 421 Fahrzeuge anwachsen, langfristig sind sogar rund 600 Züge geplant. Insgesamt fließen bis 2026 rund 8,5 Mrd. Euro in neue Züge des Fernverkehrs.

170 Mrd. Euro für Infrastruktur. In den Ausbau der Schieneninfrastruktur für den deutschen Hochgeschwindigkeitsverkehr investiert die DB bis 2030 gemeinsam mit dem Bund 170 Mrd. Euro. Zentrale Projekte wie etwa Stuttgart 21 oder der Ausbau der Verbindung Berlin–Dresden werden ab 2025 die Reisezeiten auf unseren Hauptrouten weiter deutlich verringern. Der Deutschlandtakt sorgt künftig für hohe Frequenzen, optimale Anschlüsse für den Personenverkehr und Kapazitäten für mehr Güterverkehr. Damit gibt er buchstäblich den Takt für die kommenden Jahrzehnte des ICE-Verkehrs vor und rückt unsere Städte und Regionen enger zusammen. Quelle: DB / DMM