Joe Kaeser hält Annalena Baerbock für geeignet als Kanzlerin

Annalena Baerbock steht für Aufbruch und frischen Wind in der deutschen Politik, meinen Politikwissenschaftler. Und auch der Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser sieht das so. Der Grünen Kanzlerkandidatin bescheinigt er die größte Glaubwürdigkeit für eine nachhaltige und langfristige Erneuerung Deutschlands.

In Kommentaren wird die Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock überwiegend wohlwollend aufgenommen. Es gibt aber auch kritische Stimmen, die auf ihre fehlende Regierungserfahrung oder das Staatsverständnis der Grünen hinweisen. Nichtsdestotrotz ist die Grüne ein echter Farbtupfer im Vergleich zu den eher farblosen Mitbewerbern Armin Laschet und Olaf Scholz. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte der vormalige Chef von Siemens, einem der bedeutendsten Mischkonzerne weltweit, Annalena Baerbock erinnere ihn sehr an die Bundeskanzlerin, was ihre Auffassungsgabe und Interesse betrifft. Joe Keaser wird zitiert, er habe Baerbock als eine Person kennengelernt, die auf die Wirtschaft zugehe, zuhöre und sich „unglaublich schnell“ auch in traditionelle Industrie-Themen wie Stahl, Chemie oder Energietechnik einarbeite und nach wirtschaftlichen und nachhaltigen Lösungen suche.

Zwar hält Kaeser Armin Laschet und Olaf Scholz auch für integer, aber die Grünen-Kandidatin stehe für eine sozial-ökologische Marktwirtschaft, die Deutschland brauche. Wichtig sei ihr Pragmatismus, wenn es um Zusammenhänge geht: Annalena Baerbock sieht laut dem vormaligen Lenker eines der größten Industriekonzerne die ökologischen Aspekte, weiß aber auch, dass Deutschland ein Industrieland ist. Die Kritik, es fehle ihr an Regierungserfahrung sieht Joe Kaeser als nicht entscheidend. Für die Zukunft ist nach seiner Auffassung die Vergangenheit nicht immer hilfreich. Quelle: SZ / DMM