Kuddelmuddel bei Green Airlines

Die noch sehr junge deutsche virtuelle Fluggesellschaft Green Airlines scheint diverse Probleme zu haben, kaum dass sie nach mehreren Anläufen gestartet ist. Unerwartet für Außenstehende ist der französiche Partner Chalair, der mit seinen ATR-Turboprops groß angekündigt worden war, aus dem Buchungssystem gestrichen. Stattdessen führt jetzt die Charterfirma Pad Aviation die wenigen Verbindungen durch.

Die virutelle Green Airlines hat binnen weniger Monate mit PAD AVIATION den dritten Partner, der für sie das operative Business durchführt. Foto: wikimedia

Die virutelle Green Airlines hat binnen weniger Monate mit PAD AVIATION den dritten Partner, der für sie das operative Business durchführt. Foto: wikimedia

Die Pad Aviation Service GmbH ist eine deutsche Charterfluggesellschaft mit Sitz in Büren (Kreis Paderborn) und Basis auf dem Flughafen Paderborn-Lippstadt. Die im Jahr 2006 in Herford gegründete Gesellschaft trat zunächst als Vermittler (Broker) im europaweiten Chartersegment von Geschäftsflügen auf. 2008 beschaffte Pad Aviation die erste Cessna Citation Jet CJ2+. 2013 konnte Pad Aviation die Flotte durch einen weiteren Investor um ein Flugzeug des Musters Citation Jet CJ3 des gleichen Herstellers Cessna, jedoch mit einer größeren Reichweite, erweitern. Die Flugzeuge flogen bis 2020 unter dem Luftverkehrsbetreiberzeugnis von Star Wings Dortmund und Luxaviation Germany. In den Jahren 2016 bis 2018 erweiterte Pad Aviation ihre Flotte um Embraer Phenom 300. Erst im vorigen Jahr erhielt die Gesellschaft von Luftfahrt-Bundesamt das Air Operator Certificate (AOC) und wurde dadurch als Luftfahrtgesellschaft zertifiziert. Sie ist Mitglied der German Business Aviation Association (GBAA). Pad Aviation führt europa- und weltweit Charterflüge durch.

Kunden, die in den letzten zwei Wochen mit Green Airlines geflogen sind, stiegen nicht in eine der Turboprops der französischen Partnerin Chalair, sondern in den etwas kleineren Pad Aviation Businessjets. Chalair-Chef Alain Battisti äußerte gegenüber dem Branchenportal aeroTELEGRAPH, Green Airlines wolle aufgrund schwacher Nachfrage keine ATR mehr einsetzen. Von einem möglichen Ende der Kooperation wat in dem Gespräch keine Rede. Allerdings sind die Franzosen von der Website der Green Airlines verschwunden.

Wer einen Flug zwischen Paderborn und Sylt buchen will, bekommt für den 30. April und den 02. Mai Pad Aviation mit ihren Businessjets als Fluggerät angezeigt. Ab 07. Mai ist allerdings und doch etwas überraschend Alsie Express (dänischer Carrier Air Alsie) mit ATR 72 im Flugplan aufgeführt, jene Airline, die das Management von Green Airlines kurzfristig ausgebootet und gegen die französische Chalair „ausgetauscht“ hatte.

Vor einigen Tagen hatte Green Airlines zudem bekannt gegeben, künftig auch zwei Regionaljats Embraer E190 von German Airways im Wet-Lease einzusetzen (Fluggerät plus Personal). Die Maschinen sollen auf der Strecke Paderborn-Zürich ab September eingesetzt werden. Zudem hieß es, man verhandele gemeinsam mit Chalair über eine Route nach Paris und hoffe auf Air France als Interlining-Partner. Angeblich plant Green Airlines auch Verbindungen von Paderborn nach Mallorca und zu diversen griechischen Inseln. Quelle: Green Airlines / aerotelegraph.com / DMM