Luftfahrt: Unsicherheit dominiert

Ein Blick auf die Monate März bis Mai 2021 zeigt, wie umfassend die Fluggesellschaften ihr Angebot über die letzten drei Monate abgesenkt haben. Grund dafür sind die fehlenden Buchungseingänge. In der Vergleichsperiode März bis Mai 2020 war der Luftverkehr fast völlig zum Erliegen gekommen.

Viele Jets stehen aktuell mehr am Boden als dass sie zum Einsatz kommen. Foto: Lufthansa

Viele Jets stehen aktuell mehr am Boden als dass sie zum Einsatz kommen. Foto: Lufthansa

Der weltweite Passagierluftverkehr ist im Januar 2021 weiter eingebrochen: Die Passagierzahlen liegen -73 % unter dem Niveau von Januar 2020. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr hatte der internationale Luftverkehr ein Minus von 66 % zu verzeichnen, im Dezember belief sich der Rückgang auf ein Minus von 70 %. Aufgrund der zweiten Pandemiewelle hatten dabei insbesondere europäische Fluggesellschaften einen starken Nachfragerückgang zu verzeichnen.

Die in Europa dominierenden internationalen Verkehre sind deutlich stärker von Reisebeschränkungen betroffen als die Inlandsverkehre bspw. in den USA. Nur der weltweite Frachtverkehr ist weiterhin im Aufwind: Hier zeigt sich sowohl global als auch mit Blick auf die einzelnen Kontinente ein Plus, besonders ausgeprägt in Nordamerika.

Verkehrsentwicklung in Deutschland. In der Bundesrepublik setzt sich der massive Einbruch der Nachfrage an Flughäfen und Fluggesellschaften fort. Nach einem Anstieg über Weihnachten und den Jahreswechsel stagniert die Nachfrage im Januar auf niedrigstem Niveau. Ausnahme ist auch hier die Luftfracht mit einer deutlich positiven Entwicklung, was auf eine Erholung der produzierenden Wirtschaft hinweist.

Netzqualität. Aufgrund von Reisebeschränkungen hat die Anbindungsqualität Deutschlands erheblich gelitten: Im innerdeutschen Verkehr sind gegenüber Januar 2020 insgesamt 23 Strecken entfallen. Im Verkehr mit europäischen Zielen werden nur noch 445 von vormals 857 Strecken bedient. Das Interkontinentalnetz hat sich mehr als halbiert – hier sind 172 von 285 Strecken weggefallen. Zudem werden die verbliebenen Strecken deutlich seltener bedient – insbesondere im innerdeutschen Verkehr (-71 %) und im Verkehr innerhalb Europas (-63 %).

Preisentwicklung. Bei stark abgesenkter Kapazität zeigen sich steigende Ticketpreise, auch wenn diese Ergebnisse aufgrund der vergleichsweise kleinen Stichprobe nur begrenzt aussagefähig sind.

Ausblick. Während die Fluggesellschaften im Januar dieses Jahres noch geplant hatten, an den deutschen Flughäfen von März bis Mai 167 % mehr Sitze anzubieten als in der Lockdown-Periode im letzten Jahr, liegt der Planungsstand aktuell im März gerade einmal 2 % über dem Vorjahreszeitraum. Bei den deutschen Fluggesellschaften ist dieser Prozess der Anpassung an die ausbleibende Nachfrage noch nicht abgeschlossen, daher liegt der Planungsstand dort noch 25 % über dem Vorjahresstand. Quelle: BDL / DMM