Renault verliert D-A-CH-Chef an Opel

Überstürzt hat der Chef der Renault-Organisationen Deutschland, Österreich und Schweiz, Uwe Hochgeschurtz (58), das französische Autounternehmen verlassen. Offiziell läuft sein Vertrag noch bis Ende August, tatsächlich aber ist den Vorstandsvorsitzende der Renault Deutschland AG nicht mehr im Hause. Hochgeschurtz ist zu Stellantis gewechselt und wird neuer Opel-Chef. Er folgt auf Michael Lohscheller, der entschieden hat, die Stellantis-Gruppe zu verlassen.

Der bisherige Renault-Deutschlandchef Uwe Hochgeschurtz wird zum 01. September 2021 neuen CEO von Opel. Foto: Opel

Der bisherige Renault-Deutschlandchef Uwe Hochgeschurtz wird zum 01. September 2021 neuen CEO von Opel. Foto: Opel

Der Kölner hatte die Position als Deutschlandchef am 01. Juni 2016 von Olivier Gaudefroy, der zum gleichen Zeitpunkt Direktor Corporate Sales & Used Cars im Renault-Konzern wurde, übernommen. Hochgeschurtz hatte Betriebswirtschaft an den Universitäten Wuppertal, Birmingham, Paris Dauphine und Köln mit Abschluss Diplom-Kaufmann studiert. Seit Januar 2004 war er für Renault tätig. Ein Nachfolger ist noch nicht bestimmt. Lohscheller, der bei den Opelanern sehr beliebt war, schrieb an die Belegschaft, „Es war mir eine Ehre, mit Ihnen und für Sie zu arbeiten“. Und weiter: „Opel führt man nicht, Opel dient man.“

Uwe Hochgeschurtz leitete die Geschäfte der Renault-Gruppe in Deutschland ziemlich erfolgreich, heißt es. Seitens Renaults heißt es lediglich, Hochgeschurtz stelle sich einer neuen beruflichen Herausforderung, so eine sehr kurze offizielle Mitteilung des Konzerns. Dankesworte gab es seitens des Managements in Paris nicht, was laut Insidern tief blicken lässt. Unter Hochgeschurtz‘ Führung kletterte der Marktanteil Renaults in Deutschland zwischen 2016 und 2020 von 3,7 auf 4,3 % und von Dacia von 1,5 auf 1,7 %. Die gesamte Gruppe vermarktete deutschlandweit 2020 insgesamt 202.500 Neuwagen.

Mit Wirkung zum 01. September 2021 wird Uwe Hochgeschurtz neuer CEO von Opel. Er übernimmt zu einem Zeitpunkt, an dem die deutsche Traditionsmarke die internationale Expansion – auch nach China – und mit großer Geschwindigkeit die Elektrifizierung vorantreibt. Der Neue an der Spitze der Rüsselsheimer folgt auf Michael Lohscheller, der sich entschieden hat, eine andere Herausforderung außerhalb des Stellantis-Konzerns anzunehmen. Der neue Opel-Chef wird dem Top Executive-Team von Stellantis beitreten und direkt an Stellantis CEO Carlos Tavares berichten. Der gebürtige Kölner startete seine Karriere in der Automobilindustrie 1990 bei Ford, bevor er 2001 zu Volkswagen und 2004 zu Renault wechselte. Quelle: Renault / Opel / DMM