Subaru Outback: Wir haben das neue Crossover gefahren

Volker Dannath, Geschäftsführer der Subaru Deutschland GmbH, hätte den neuen Outback gerne auch mit dem e-Boxer Motor gehabt. So aber muss er sich mit einem zwar attraktiven Crossover begnügen, unter dessen Haube der „alte“ Boxer-Benziner arbeitet, der zwar in 90 % aller Teile verbessert worden sein soll, aber einen Anachronismus in Sachen Antrieb darstellt.

Wäre ein attraktiver Geschäftswagen, gäbe es ihn mit elektrifiziertem Antrieb, der neue Subaru Outback. Fotos: G. Zielonka

Wäre ein attraktiver Geschäftswagen, gäbe es ihn mit elektrifiziertem Antrieb, der neue Subaru Outback. Fotos: G. Zielonka

Nun ist auch das Cockpit im neuen Subaru Outback voll digitalisiert.

Nun ist auch das Cockpit im neuen Subaru Outback voll digitalisiert.

Das Croassover Subaru Outback der 6. Generation ist auch ein echter Geländegänger.

Das Croassover Subaru Outback der 6. Generation ist auch ein echter Geländegänger.

Mit dem Outback, der dank 21,3 cm Bodenfreiheit und permanentem Allradantrieb vergleichsweise offroadtauglich ist, könnte Subaru auch mehr Firmenkunden ansprechen, wenn das Fahrzeug bloß  die passende Motorisierung hätte. Die Firmenklientel verlangt heute angesichts der Dieselmalaise immer mehr elektrifizierte Automobile, vorrangig Plug-in-Hybride. Aber der neue Outback ist nur mit dem traditionellen Boxermotor bestückt und nicht mit dem e-Boxer, der neuerdings im Forester arbeitet. Schade drum. Den Hauptgrund für die unterlassene Elektrifizierung vermutet Dannath in der Tatsache, dass Subaru den überwiegenden Teil seiner Fahrzeuge nicht in Europa vertreibt, sondern z.B, in den USA (2020: 611.000 Einheiten), wo reine Benziner noch mehr gefragt seien. Das freilich soll sich laut US-Präsident Joe Biden aber ändern, der der einheimischen Autoindustrie und den Importeuren aufgegeben hat, verstärkt auf batterieelektrische und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge zu setzen.

So oder so: Subaru bedient laut Volker Dannath mit seinem automobilen Portfolio immerhin etwa 25 % gewerbliche Kunden. Vom Outback der neuen, 6. Generation sollen noch in diesem Jahr deutschlandweit etwa 750 Einheiten vermarktet werden, im ersten vollen Verkaufsjahr 2022 sollen es deutlich mehr werden. 2020 verkaufte der Importeur 5.407 Fahrzeuge in der Bundesrepublik, darunter 2.215 SUV Forester, 2.091 XV, 567 Outbacks, 181 Imprezzas etc..

Weltweit-Plattform. In der sechsten Modellgeneration baut das Flaggschiff erstmals auf der Subaru Global Platform auf, die nicht nur mit einem dynamischeren Design und verbesserten Platzverhältnissen einhergeht. Auch Fahrspaß, Komfort und Sicherheit legen zu. Hierzu trägt auch das erweiterte Eyesight-Assistenzsystem der 4. Generation bei. Nicht zuletzt dem Eyesight-system zu verdanken ist die günstige Versicherungseinstufung. Die Stereokamera ist nun direkt an der Windschutzscheibe befestigt, was den Arbeitsbereich vergrößert – und zusätzliche Funktionen ermöglicht.

Klar, dass der neue Outback in Sachen Assistenzsysteme mit der Zeit geht. Und so verfügt er serienmäßig u.a. über Notbremssysteme vorne und hinten, einen Ausweich-, einen Totwinkel- und einen aktiven Spurhalteassistenten sowie eine Verkehrszeichenerkennung. Das Fahrer-Erkennungssystem warnt bei Müdigkeit und Ablenkung, während das Post-Kollisions-Bremssystem Folgeunfälle durch ein gezieltes Bremsmanöver und die Warnung des nachfolgenden Verkehrs verhindert.

Exterieurdesign. Als Crossover in Reinkultur ist der 4,87 m lange Outback geländegängiges SUV und geräumiger, alltagstauglicher Kombi zugleich. Das Gesicht prägt der markentypische Hexagonalgrill vor der verlängerten Motorhaube: Mit schwarzen Hochglanz- und Chrom-Applikationen und eingerahmt von LED-Scheinwerfern unterstreicht die Front den Auftritt. In der Seitenansicht kommt die Crossover-Symbiose zum Ausdruck: Während die ansteigende Charakter- und die zum Heck leicht abfallende Dachlinie für Dynamik sorgen, zeugen die muskulös ausgestellten Radkästen und die mattschwarze Verkleidung an Stoßfängern und Seiten vom robusten SUV-Charakter. Dieser zeigt sich auch in der erhöhten Bodenfreiheit (213 mm), den großen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie dem Unterfahrschutz. Am Heck greifen die LED-Rückleuchten das C-Motiv der vorderen Scheinwerfer auf. Insgesamt stehen neun Lackierungen zur Wahl.

Interieur. Uns ist beim Einsteigen die doch sehr hochwertige Verarbeitung der auch haptisch ansprechenden Materialien angenehm aufgefallen. Ins Auge sticht natürlich der 11,6“ große Infotainment-Bildschirm als zentrales Bedienelement. Über den Screen lassen sich u.a. Navigation, Infotainment, Klimatisierung und die Apps des per Apple CarPlay oder Android Auto eingebundenen Smartphones steuern. Hinter dem Lenkrad informiert eine weitere digitale Anzeige. Gegenüber dem Vorgängermodell wurde der Neuling betreffend Bedienknöpfe und Tasten etwas entschlackt. Und gut 25 Funktionen der noch vorhandenen Schalter sind auch über den Screen aktivierbar, berichtet Kai Hotter, Leiter der Subaru Training Akademie.

Auch die Sitze vorn wie hinten bieten hohen Komfort und gute Seitenführung. Wir können uns vorstellen, dass der neue Outback auch ein gutes Langstreckenmobil ist. Nicht wie Hinterbänkler vorkommen müssen sich die Fondpassagiere. Dank der vergrößerten Abstände zwischen den Sitzreihen genießen auch sie bei knapp 2,75 m Radstand viel Platz.

Der längere und breitere Kofferraum fasst serienmäßig 561 Liter Stauvolumen, das durch Umklappen der Rückbank auf bis zu 1.822 Liter (bei dachhoher Beladung) vergrößert werden kann. Die vielen Ablagefächer, die markentypisch im ganzen Fahrzeug verteilt sind, sichern außergewöhnliche Alltagstauglichkeit.– und so die Benutzerfreundlichkeit und Sichtbarkeit maximiert. Outback-Fahrer können sich voll auf die Straße konzentrieren.

Antrieb. Für den Vortrieb setzt Subaru auf, wie schon erwähnt, auf den herkömmlichen Boxermotor, eine stufenlose Automatik und den permanenten Allradantrieb Symmetrical AWD, was Stabilität und Fahrkomfort garantiert. Der zum 90 % runderneuerte 2,5-Liter-Boxerbenziner entwickelt nun 124 kW/169 PS und ein maximales Drehmoment von 252 Nm. Insbesondere bei niedriger Drehzahl steht jetzt deutlich mehr Drehmoment parat, was sich in einem direkteren Ansprechverhalten beispielsweise im Stadtverkehr widerspiegelt. Über den SI-Drive lässt sich die Motorcharakteristik zudem an die persönlichen Vorlieben anpassen.

Für die Kraftübertragung sorgt die zu mehr als 80 % aus neuen Teilen bestehende CVT-Automatik Lineartronic: Das stufenlose Getriebe ist leichter und effizienter geworden und die Modifikationen machen sich in einer besseren Beschleunigung sowie einer niedrigeren Motordrehzahl bei Reisegeschwindigkeit bemerkbar, was sich positiv auf Kraftstoffverbrauch und Laufruhe auswirkt. Der Importeur gibt einen Durchschnittsverbrauch nach WLTP von 7,4 l/100 km an und CO2-Emissionen von 169 g/km. In der Realität steht sicher eine 8 oder gar 9 beim Treibstoffkonsum je 100 km an. Das werden wir zu einem späteren Zeitpunkt herausfinden.

Wie alle Subaru-Modelle verfügt auch der Outback serienmäßig über den permanenten Allradantrieb Symmetrical AWD. Die Kraft der vier Räder erhöht nicht nur die Fahrstabilität und Agilität, sondern verleiht dem Outback eine außergewöhnliche Geländegängigkeit. Das duale Allradmanagement-System X-Mode koordiniert dabei Motormanagement, Allradantrieb, Bremskraft und andere Funktionen und gewährleistet so beste Traktion selbst bei plötzlichem Schneefall oder Eis. Die symmetrische Anordnung des gesamten Antriebsstrangs – vom tiefplatzierten Boxer vorne über Getriebe und Achsantrieb bis zum hinteren Differenzial – sichert zudem einen niedrigen Schwerpunkt.

Gegenüber der vorherigen Modellgeneration konnte die Steifigkeit von Karosserie und Aufhängung um 70 bis 100 % gesteigert werden, was ein Höchstmaß an Laufruhe und Komfort garantiert – bei weiterhin ansprechender Performance und beeindruckenden Leistungswerten. Trotz seiner hohen Bodenfreiheit bewältigt der Outback Kurven so souverän wie eine Limousine oder ein Kombi. Der um 5 mm gesunkene Schwerpunkt erhöht gemeinsam mit der verbesserten Steifigkeit und dem weiterentwickelten Fahrwerk die Stabilität aller neuen Subaru-Modelle. Auch das Niveau der  Geräuschkulisse wurde verbessert. Dank des neuen Rahmens und dem vermehrten Einsatz von im Heißpressverfahren geformtem hochfestem Stahl absorbieren neue Fahrzeuge bei einem Unfall zudem rund 40 % mehr Energie als die vorherigen Modelle.

Ausstattung. Der Subaru Outback ist in vier Ausstattungslinien erhältlich, darunter der Outback Exclusive Cross als optisch eigenständige Variante. Zum Marktstart am 08. Mai 2021 gibt es als Hommage an den 40. Geburtstag des Importeurs zusätzlich die limitierte „Edition Trend 40“. Schon die Einstiegsversion besitzt viele Features, die bei anderen Herstellern aufpreispflichtig sind. Das Top-Modell Platium, das wir testen durften, glänzt mit Vollausstattung. Fällig sind dafür brutto 45.990 Euro. Eine Sonderrolle nimmt der „Exclusive Cross“ als sportlich-robuste Modellvariante ein: Neben dem Kühlergrill sind auch Außenspiegel und Dachantenne in Schwarz gehalten, die schwarz-grüne Dachreling geht mit einer bis zu 318 Kilogramm erhöhten Dachlast (stehendes Fahrzeug) einher. Im Interieur unterstreichen grüne Ziernähte, Cross-Sitze mit wasserabweisenden Kunstlederbezügen und Aluminium-Pedale den sportlichen Charakter.

Garantie. Ein umfangreiches Garantiepaket beinhaltet eine Fünf-Jahres-Garantie bis 160.000 km  Laufleistung, eine Zwölf-Jahres-Garantie gegen Durchrostung, eine Drei-Jahres-Garantie gegen Oberflächenkorrosion, einen Schutzbrief sowie eine Zwei-Jahres-Garantie auf Original-Zubehör und -Ersatzteile. Quelle: Subaru / DMM