Wasserstoffzug - Probebetrieb in Bayern

Auch in Bayern soll ein Wasserstoff betriebener Zug getestet werden. Der zweiteilige Triebzug von Siemens Mobility soll u.a. auf der Strecke Augsburg - Füssen getestet und ab Mitte 2023 eingesetzt werden. Der Pilotbetrieb im Netz der Bayerischen Regiobahn (BRB) ist auf zunächst 30 Monate angelegt.

Wasserstoffzug auf Basis der Mireo Plus H-Plattform, ie er in Bayern getestet werden soll. Foto: Siemens Mobility w

Wasserstoffzug auf Basis der Mireo Plus H-Plattform, wie er in Bayern getestet werden soll. Foto: Siemens Mobility

Der Wasserstoff-Zug wird in dieser Zeit in Augsburg stationiert. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Verkehrsministerin Kerstin Schreyer mit Spitzenvertretern von Siemens Mobility und der Bayerischen Regiobahn (BRB).

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger freut sich über die Entwicklungspartnerschaft. „Der Zug ist ein weiterer wichtiger Baustein der bayerischen Wasserstoff-Strategie. Mein Ministerium treibt die Forschung, Entwicklung und Anwendung im Bereich der H2-Technologie voran. Wir setzen das Projekt gemeinsam mit den Partnern auf das Gleis, weil wir überzeugt sind, mit Wasserstoff einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs leisten zu können. Wir werden in Bayern beweisen, dass mit grünem Wasserstoff Wirtschaft und Klimaschutz unter einen Hut zu bekommen ist."

Kerstin Schreyer, Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr: „Der Freistaat Bayern will auch im Verkehrssektor eine klare Klimaschutzstrategie umsetzen. Innovative Technologien und grüner Wasserstoff spielen dabei eine besondere Rolle. Wasserstoff birgt ergänzend zur direkten Stromnutzung durch seine vielfältigen und flexiblen Anwendungsbereiche das Potenzial, auch den Bereich des Schienenverkehrs zukünftig vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen.“

Karl Blaim, Geschäftsführer, Siemens Mobility: „Siemens Mobility ist ein führender Anbieter bei der Entwicklung alternativer Antriebe, die gerade im Regionalverkehr, wo es keine elektrifizierten Oberleitungen gibt, erheblich zur Reduzierung von Emissionen beitragen kann. Die Technologiepartnerschaft zwischen Siemens Mobility und dem Land Bayern ermöglicht die Weiterentwicklung des Mireo Plus H für Bayern und unterstützt einen klimafreundlichen Personenverkehr im Land.“

Arnulf Schuchmann, technischer Geschäftsführer der Bayerischen Regiobahn: „Wir haben uns dazu bereiterklärt, die Wasserstofftechnologie zu testen und den Zug von Siemens Mobility im Fahrgastbetrieb zu erproben, weil wir neugierig und offen für alternative Antriebsformen auch im Eisenbahnbereich sind. Innerhalb der Transdev-Gruppe, zu der wir gehören, besteht bereits große Erfahrung mit alternativen Antrieben im Busbereich.“ Es sei aber bei Weitem nicht damit getan, den Wasserstoffzug aufs Gleis zu setzen, vielmehr müssten im laufenden Betrieb viele Aspekte beachtet werden. Sicherheitsauflagen müssen umgesetzt werden, Schulung der Mitarbeitenden, die Betankung des Fahrzeugs, die Strecken, auf denen es unterwegs sein soll und viele weitere Aktivitäten haben bereits begonnen.

Der Wasserstoffzug wird auf Basis der Mireo Plus H-Plattform von Siemens Mobility entwickelt. Er soll auf oberleitungsfreien Strecken fahren und hat eine Reichweite von bis zu 800 km. Die Hauptkomponenten der Wasserstofftraktion sind zwei auf dem Dach montierte Brennstoffzellen. Komplettiert wird das System von Unterflurbatterien neuester Generation der Firma Saft. Das Fahrzeug wird im Frühjahr 2022 der Öffentlichkeit vorgestellt. Erste Sonderfahrten in Bayern sind für das Jahr 2023 geplant, bevor das Fahrzeug im Januar 2024 den offiziellen Passagierbetrieb aufnimmt. Quelle: Siemens Mobility / DMM