Air France muss auf die Schiene verlagern

Air France hatte die Wahl: Milliarden vom Staat und viele Inlandsflüge sind zu Gunsten der Staatsbahn SNCF auf die Schiene zu verlagern oder der Carrier darf pleite gehen. Dem Management von AF blieb nichts anderes übrig als Ja zur Schiene zu sagen. Das hätte sicher auch der Lufthansa gut getan, die mit zahlreichen ineffizienten und umweltschädlichen Inlandsflügen auch in Zukunft agieren darf.

Air France muss viele Inlandsflüge an die Staatsbahn SNCF abgeben. Foto: SNCF

Air France muss viele Inlandsflüge an die Staatsbahn SNCF abgeben. Foto: SNCF

Fernverkehrsrouten innerhalb Frankreichs, die in zweieinhalb Stunden auch mit dem Hochgeschwindigkeitszug zurückgelegt werden können, darf Air France nicht mehr anbieten. Si schreibt es die Vereinbarung zwischen der Fluggesellschaft und der Regierung vor. Vor Jahren hatte Air France schon mal den Vorschlag von sich aus gemacht, TGV-Züge auf stark nachgefragten Inlandsstrecken anstelle von Kurzstreckenflügen einzusetzen. Realisiert wurde das Vorhaben aber nie. Jetzt kommt es per Zwangsverordnung. Und dabei soll es nicht bleiben: Paris forderte auch, dass die Airline den CO2-Ausstoß pro Passagierkilometer bis 2030 um 50 % senkt.

Air France plant deshalb, das Inlandsangebot bis 2021 um 40 % zu verringern, wie der kanadische Air France-KLM-Konzernchef Benjamin Smith auf der Hauptversammlung erklärte. Das Netz erfahre „eine beschleunigte Umstrukturierung“, sagte er laut französischen Medien. Die Fluglinie wird sich deshalb mit ihrer Regionaltochter Hop auf die Bedienung der Drehkreuze Paris-Charles de Gaulle und Lyon und damit auf Umsteigepassagiere konzentrieren.

Das Angebot ab Paris-Orly sowie gewisse transversale Strecken abseits der Hauptstadt werden dagegen wegfallen oder von der Billigtochter Transavia übernommen. Dadurch wird auch die Flotte von Hop reduziert. Details dazu nannte Smith noch keine. Quelle: Air France / La Tribune / DMM