Air India prüft Ausbau der Deutschland-Verbindungen

Air India sieht Wachstumspotenzial im deutschen Markt und erwägt zusätzliche Verbindungen. Besonders Berlin rückt in den Fokus der indischen Fluggesellschaft.

Air India prüft mehr Deutschland-Flüge; Erweiterungen könnten ab 2027 möglich werden. Foto: CRAIG RUSSELL - stock.adobe.com

Air India untersucht derzeit, wie sich das Deutschland-Angebot erweitern lässt. Laut airliners.de erklärte Sachin Verma, Area Manager Central Europe bei Air India, dass die bisherigen drei täglichen Flüge ab Frankfurt für die Nachfrage nicht ausreichen. Deutschland sei für die Airline nach dem Vereinigten Königreich bereits der zweitwichtigste Markt in Europa.

Berlin als möglicher neuer Standort

Verma sieht in der Hauptstadt einen vielversprechenden Standort. Rund 55.000 Studierende aus Indien leben dort – eine Menge, die er als „beeindruckend“ bezeichnet. Gleichzeitig hält Air India Kontakt zu weiteren deutschen Flughäfen, um mögliche Optionen auszuloten. Wann zusätzliche Verbindungen realisiert werden können, hängt jedoch vom Fortschritt der Flottenmodernisierung ab.

Laut airliners.de will die Airline ab 2027 kontinuierlich neue Kapazitäten aufbauen: Großraumflugzeuge sollen im Rhythmus von drei Wochen übernommen werden, gefolgt von Schmalrumpfjets, die ab der zweiten Jahreshälfte 2027 alle fünf Tage zur Flotte stoßen. Insgesamt plant Air India die Aufnahme von 570 neuen Flugzeugen. Für Europa sind weiterhin vor allem Boeing‑787‑Jets vorgesehen, ergänzt durch den Airbus A321 XLR, der Nonstop-Flüge zu weiteren Zielen in Zentraleuropa ermöglichen soll.

Lufthansa bleibt wichtiger Partner

Ein zentraler Baustein der Europa-Strategie ist die langjährige Kooperation mit Lufthansa. Die bestehende Codeshare-Vereinbarung ermögliche es beiden Airlines, ihr Angebot sinnvoll zu erweitern, erklärte Verma. Während Lufthansa vom wachsenden Indien-Netz profitiere, könne Air India über das Lufthansa‑Netz Ziele bedienen, die sich für einen eigenen Betrieb nicht rechnen.

Als größte Hürde für zusätzliche Verbindungen nannte Verma die begrenzte Slot-Verfügbarkeit an stark frequentierten Flughäfen. Verkehrsrechte seien dagegen weniger problematisch. Darüber hinaus verlagere sich die Nachfrage indischer Reisender aufgrund strengerer US‑Visa‑Regelungen stärker in Richtung Europa.