Alfa Romeo: Updates von Giulia und Stelvio sind Spitzenmodelle

Umfangreich verbessert gehen die beiden Alfa Romeo-Fahrzeuge Giulia und Stelvio ins Modelljahr 2020. DMM hatte die Gelegenheit, bei einem Testdrive in und um Frankfurt/M. die aufgewerteten Neulinge auf Herz und Nieren zu prüfen, soweit dies in vergleichsweise kurzer Zeit möglich war.

Alfa Romeo hat die Modelle Giulia (vorne) und Stelvio (hinten) vor allem technisch und in Sachen Infotainment auf ein Spitzenniveau gehoben. Foto: G. Zielonka

Alfa Romeo hat die Modelle Giulia (vorne) und Stelvio (hinten) vor allem technisch und in Sachen Infotainment auf ein Spitzenniveau gehoben. Foto: G. Zielonka

Auch das Grün "Verde Visconti" steht den beiden Neulingen Giulia und Stevio bestens. Foto: FCA

Auch das Grün "Verde Visconti" steht den beiden Neulingen Giulia und Stevio bestens. Foto: FCA

Die Giulia fährt sich absolut spitze, dürfte aber, da nur als Limousine erhältlich, in Fuhrparks keine so guten Karten haben. Foto: G. Zielonka

Die Giulia fährt sich absolut spitze, dürfte aber, da nur als Limousine erhältlich, in Fuhrparks keine so guten Karten haben. Foto: G. Zielonka

Cockpit des Stelvio: Wie aus einem Guss. Foto: FCA

Cockpit des Stelvio: Wie aus einem Guss. Foto: FCA

Sollte gute Chancen haben bei Freiberuflern und im einen oder anderen Firmenfuhrpark, das SUV  Stelvio. Foto: G. Zielonka

Sollte gute Chancen haben bei Freiberuflern und im einen oder anderen Firmenfuhrpark, das SUV Stelvio. Foto: G. Zielonka

Der Stelvio hat sich zu einem attraktiven Geschäftswagen entwickelt. Foto: FCA

Der Stelvio hat sich zu einem attraktiven Geschäftswagen entwickelt. Foto: FCA

In dieser "goldenen" Farbgebung ist die Giulia ein echter Hingucker. Foto: G. Zielonka

In dieser "goldenen" Farbgebung ist die Giulia ein echter Hingucker. Foto: G. Zielonka

Unser erstes Fazit: Beide Modelle – Alfa Romeo Giulia Veloce 2.0 Turbo 16V 206kW (280PS) AT8  und Alfa Romeo Stelvio Lusso Ti 2.2 Diesel 16V 140kW (190PS) AT8-Q4 waren optisch ohnehin schon Hingucker, aber bei den inneren Werten hat sich gewaltig viel getan. Technisch sind Giulia und Stelvio (benannt nach dem Alpenpass Stilfser Joch) nun auf der Höhe der Zeit und brauchen keinen Vergleich mit den deutschen Platzhirschen zu scheuen.

FCA spricht von einer Komplettierung beider Baureihen im neuen Modelljahr. Nachgeschoben wurden jetzt die Topversionen Quadrifoglio, mit 375 kW (510 PS) starkem V6-Bi-Turbo-Benziner. Leistungsmäßig auf Supersportwagen-Niveau runden sie einerseits das Angebot nach oben ab, andererseits sprechen die beiden Spitzenmodelle eine nicht gerade riesige  Schar von Kaufinteressenten an, zu denen ganz bestimmt nicht Unternehmen geschweige denn Flottenchefs gehören. Das sind dann schon eher die "normal" motorisierten Modelle in den Ausstattungen Business und Sprint und mit Abstrichen Lusso Ti und Veloce. 

Abgesehen vom attraktiven Exterieur erhält man einen weiteren positiven Eindruck beim Einsteigen. Uns ist gleich die doch sehr gelungene Qualitätsanmutung im Innenraum aufgefallen. Man sitzt komfortabel und doch straff genug, um mit Giulia oder Stelvio auch weite Strecke ermüdungsfrei und rückenschonend zurückzulegen. Zum Wohlbefinden trägt unserer Meinung nach auch der aufgeräumte Arbeitsplatz bei; sprich, das Cockpit ist zwar kein virtuelles, aber ziemlich logisch und demzufolge einfach bedienbar umgestaltet. Neu geformt sind Schalthebel – auf ihm leuchtet einem die italienische Flagge entgegen – und Lenkrad. Fürs Smartphone findet sich eine praktische Ladeschale.  

Gute Noten geben wir auch dem überarbeiteten Infotainment für vernetzte Serviceangebote (Alfa Connected Services). In der Mitte des Kombiinstrumentes, perfekt im Sichtfeld, ist serienmäßig ein 7,0 Zoll (17,8 cm) großer TFT-Bildschirm platziert, der u.a. für das Autonome Fahren notwendige Daten darstellt. Der in der Mittelkonsole angeordnete Monitor des Infotainmentsystems ist via Touchscreen mit einer Diagonalen von 8,8 Zoll (22,3 cm) bedienbar. Die Grafiken der Informationsseiten sind als Widgets ausgeführt. So lassen sich die Grafiken intuitiv bedienen und darüber hinaus individuell mittels Drag-and-Drop konfigurieren. So lässt sich praktisch jede Informationsseite nach eigenen Ideen gestalten. Die einzelnen Fahrzeugfunktionen werden zu Applikationen. Einfaches horizontales Wischen – wie bei einem Smartphone – ruft die jeweiligen Seiten auf. Als Ergänzung zum Touchscreen lassen sich die Funktionen auch konventionell über den Druck-/Drehschalter auf der Mittelkonsole (Alfa Rotary Pad) abrufen. Das Infotainmentsystem beinhaltet auch digitale Radiosender (DAB) und ermöglicht die Verbindung zu Smartphones mittels Bluetooth.

Über das Infotainmentsystem lässt sich die Bedienung von Fahrdynamikregelung Alfa D.N.A., Radio, Medien, Mobiltelefon, Navigationssystem, Klimaautomatik, Connected Services sowie der elektronischen Fahrerassistenzsysteme durchführen. Exklusiv für die Quadrifoglio Modellversionen bietet das Infotainmentsystem darüber hinaus Echtzeit-Darstellungen zu wichtigen Fahrzeugparametern – darunter Temperaturen verschiedener Komponenten, Drehmomentabgabe des Motors und Turboladedruck – sowie Daten zu Fahrleistungen wie Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit.

Nunmehr lassen sich Online-Services buchen, Notrufe absetzen, im Internet (optionaler WLAN-Hotspot) surfen u.v.a.m.. Eine feine Sache ist die Funktion Fleet-Manager zur Fahrzeugverwaltung. Letztere ist für Dienstwagennutzer und Mobilitätsmanager eine wertvolle Hilfe.   

Für das Lenkrad stehen perforiertes oder glattes Leder zur Wahl. Für die Mittelkonsole ist optional ein Ablagefach erhältlich, das mit der Technologie für das kabellose Laden für Smartphones ausgestattet ist. Der Schalthebel weist eine Lederverkleidung und Leuchtelemente auf, die sowohl optisch ansprechend als auch haptisch angenehm sind. Auf der Einfassung des Schalthebels findet sich die italienische Flagge wieder.

Die Italiener haben bei beiden Baureihen Komfort- und Sicherheitsfeatures auf eine zeitgemäße technische Ebene angehoben. Und beide Modelle beherrschen jetzt automatisiertes Fahren nach Level 2. Zu den zahlreichen „Helfern“ des Fahrers gehören u.a. ein Spurhalte-Assistent, eine Cruise Control, die bei jedem Tempo den korrekten Abstand zum Vordermann hält und die Geschwindigkeit entsprechend der Verkehrszeichenerkennung anpasst. Der Stauassistent verzögert (bis zum Stillstand) bzw. beschleunigt je nach Verkehrssituation Stelvio oder Giulia. Zu den besonders wertvollen Helfern muss man die Totwinkel-Überwachung zählen. Sie passt auf, dass man nicht die Fahrspur wechselt, wenn sich auf der gerade von hinten ein anderes Fahrzeug nähert.

Antrieb. Wem die Einstiegsmotorisierung nicht reicht, der kann den Zweiliter-Benziner auch mit einem 280 PS (206 kW)-Aggregat ordern; das gibt’s dann im Fall der Giulia auch mit Allradantrieb. Letzterer ist obligatorisch bei der 210 PS-Dieselversion und beim SUV sowieso. Achtgang-Automatikgetriebe ist bei allen Modellen Serie. In Sachen alternative Antriebe wird Alfa erst bei der nächsten Generation mit Plug-in-Hybriden aufwarten.

Wie fahren sich beide Modelle? Spontanes Ansprechverhalten registrieren wir in allen Fahrsituationen; die Lenkung ist präzise, die Federung straff und dennoch komfortabel, ein Fahrwerk, das einen fast wie auf Schienen sicher bewegt. Bei alledem herrscht vergleichsweise angenehme Ruhe im Innenraum, selbst wen man es etwas forscher angehen lässt, ein Resultat der rundum verbesserten Dämmung und Feinarbeit an Aufhängungen und Fahrwerk. Bleibt der Treibstoffverbruch: Der hält sich im klassenüblichen Rahmen. Unterm Strich bescheinigen wir Stelvio wie Giulia, keinen Vergleich zu den deutschen Modellen in denselben Segmenten scheuen zu müssen. Weil im gewerblichen Segment eher Kombi aber auch SUV gefragt sind, hat vor allem der Stelvio keine schlechten Karten für den Eintritt in die Geschäftswelt.  

My Remote Control: Diese Applikation ermöglicht per Smartphone bzw. Smartwatch den Fernzugriff auf bestimmte Fahrzeugfunktionen, beispielsweise Öffnen und Verschließen der Türen oder die Lichthupe. Auch die Kommunikation mit digitalen Assistenten wie Alexa oder Google Home gehört zum Umfang. Ferner können über die Applikation das Fahrzeug geortet sowie bestimmte Parameter abgerufen werden. Die Applikation „My Car“ zeichnet Betriebsdaten und Zustand des Fahrzeugs auf. Über „My Navigation“ lassen sich Fahrtziele vom Smartphone oder aus einem Routenplaner im Internet an das Navigationssystem des Fahrzeugs senden. Quelle: FCA / DMM