Alstom baut und liefert schon emissionsfreie Züge

Im Februar 2020 erhielt Alstom im Auftrag des Zweckverbandes Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) in Deutschland einen Auftrag über elf batteriebetriebene Regionalzüge. Dies sind die ersten bei Alstom bestellten batteriebetriebenen Züge. „Dies ist ein wichtiger Meilenstein, denn die Möglichkeit, sowohl Wasserstoff als auch Batterien anzubieten, beweist einmal mehr unsere zentrale Stellung auf dem Markt der emissionsfreien Mobilität“, sagte Vizepräsident Braim Soua.

Alstom's iLint ist ein Brennstoffzellen-angetriebener Triebzug, der mit Wasserstoff absolut emissionsfrei bis zu 1.000 km ohne nachzuladen fahren kann. Foto: Alstom

Alstom's iLint ist ein Brennstoffzellen-angetriebener Triebzug, der mit Wasserstoff absolut emissionsfrei bis zu 1.000 km ohne nachzuladen fahren kann. Foto: Alstom

Alstom baut auch batterieelekteische Züge, die unter Fahrleitung und auch Strecken ohne Oberleistung fahren können. Foto: Alstom

Alstom baut auch batterieelekteische Züge, die unter Fahrleitung und auch Strecken ohne Oberleistung fahren können. Foto: Alstom

Züge mit einem nachhaltigen Energieeinsatz zu bauen und zu liefern, ist Bestandteil der Entwicklung „Grüner Lösungen“ des französischen Schienenfahrzeugkonzerns. Der Auftrag des Zweckverbandes Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) in Deutschland stellt eine Premiere für Alstom dar; denn es handelt sich um die erste Order von batteriebetriebenen Zügen. Alstom kann Brennstoffzellenzüge (Wasserstoff) als auch batterieelektrische Triebzüge anbieten, ein Beweis dafür, dass Alstom eine zentrale Stellung auf dem Markt der emissionsfreien Mobilität hat. Das Unternehmen arbeitet an der Vermarktung des Coradia iLint in verschiedenen Ländern. Der Zug wird z.B. auch in den Niederlanden getestet.

2019 konnte Alstom zwei Verträge für wasserstoffgetriebene Züge unterzeichnen. Der erste betrifft 14 Züge für die Region Niedersachsen. Der zweite, ebenfalls in Deutschland, für 27 Züge für die Metropolregion Frankfurt/M.. Zwei Vorserienzüge sind seit mehr als einem Jahr in Deutschland im kommerziellen Einsatz. Dank der gewonnenen Erfahrung kann der Hersteller zusammen mit einem Partner ein komplettes, optimiertes Wasserstoffsystem anbieten, das das rollende Material, die Wartung und die Wasserstoffversorgung umfasst.

Was die batteriebasierten Lösungen betrifft, so hat Alstom bereits viel Erfahrung mit dem  Coradia iLint. Obwohl dieser Zug mit Wasserstoff betrieben wird, verwendet er als Teil des Traktionssystems Batterien. Andere Beispiele sind die Citadis-Straßenbahnen wie die in Nizza, Frankreich, die Prima H3-Lokomotive und Elektrobusse.

Im Allgemeinen eignen sich batteriebasierte Lösungen am besten für kurze und mittellange, nicht elektrifizierte Abschnitte, während wasserstoffbasierte Lösungen am besten geeignet sind, wenn die Reichweite entscheidend ist. Jedes Mal, wenn eine grüne Lösung eingeführt wird, muss das gesamte System, einschließlich des Rollmaterials, optimiert werden. Im Hinblick auf die Wasserstoffinfrastruktur ist über Auflade- und Verteilerstationen zu sprechen. Batteriebasierte Lösungen hingegen erfordern möglicherweise Aufladestationen sowie eine zusätzliche Elektrifizierung mit starken Auswirkungen auf die Kosten und die wirtschaftliche Effizienz.

Im Hinblick auf die Wasserstofftechnologie können Investitionen in die Infrastruktur effizienter gestaltet werden, indem sie mit anderen Verkehrsmitteln, die sie nutzen - Busse, Lkw und Pkw - geteilt werden, was als "Sektorkopplung" bezeichnet wird. Für diese Art von Investitionen ist es auch wichtig, die notwendige politische Unterstützung sowie Partner für die Bildung eines gemeinsamen Ökosystems zu erhalten.

Während ein Wasserstoffzug 1.000 km fahren kann, ohne aufgeladen zu werden, ist die Reichweite eines batteriebetriebenen Zuges begrenzter. Mit der neuen Batterietechnologie, an der das Schienenfahrzeugunternehmen derzeit arbeitet, ist es möglich, sie auf mehr als 120 km auszudehnen. Doch es gibt auch Fortschritte auf diesem Bereich.

Ziel ist in jedem Fall, den Einsatz von Diesel betriebenen Triebzügen und Lokomotiven bis 2035 zu beenden. Bis dahin sollen die negativen Auswirkungen auf die Umwelt der noch mit Diesel betriebenen Alstom-Züge zu verbessern und die CO2-Emissionen zu minimieren. Um dies zu erreichen, werden Hybridantriebe, die Batterie und Diesel kombinieren eingesetzt. Quelle: Alstom / DMM