André Witschi Aufsichtsratschef der Steigenberger Hotels

Dr. Ralf Corsten (78), der als Aufsichtsratsvorsitzender die Geschicke der Steigenberger Hotels AG (Teil der Deutschen Hospitality) in den vergangenen fast zwei Jahrzehnten begleitet hat, legt sein Amt auf eigenen Wunsch nieder. Nachfolger wird André Witschi, von 2008 bis 2010 schon mal CEO der Steigenberger Hotels AG.

Die Deutsche Hospitality (vormals Steigenberger Hotel Group) ist die Dachmarke der Steigenberger Hotels AG, die sich seit 2020 im Besitz der in Singapur ansässigen Huazhou Group befindet. Am 04. November 2019 hatte die Hotelgruppe eine Vereinbarung zur Übernahme der Deutsche Hospitality zum Preis von 700 Mio. Euro bekannt gegeben (DMM berichtete). Zum Portfolio der Deutschen Hospitality gehören rund 150 Hotels auf drei Kontinenten, davon befinden sich mehr als 30 im Bau oder in Planung. Die Hotels der Marken Steigenberger Hotels & Resorts, MAXX by Steigenberger, Jaz in the City sowie IntercityHotel und Zleep Hotels befinden sich in 19 Ländern, darunter Deutschland, Österreich, Schweiz, Niederlande, Belgien, Dänemark, Schweden, Spanien, Ägypten, der Oman, Tunesien, die Vereinigten Arabischen Emirate und China. 2019 hatte die Deutsche Hospitality eine weltweite Expansionsplan bekannt gegeben mit dem Ziel, das globale Portfolio bis 2024 auf 250 Hotels zu erweitern.

Aufsichtsrat und Vorstand zeigen sich erfreut, mit dem Schweizer André Witschi eine so kompetente Persönlichkeit wieder für die Deutsche Hospitality gewonnen zu haben. 

„Dr. Corsten hat mit seiner Persönlichkeit und Expertise nicht nur das Unternehmen Deutsche Hospitality, sondern die gesamte Tourismusbranche über Jahrzehnte hinweg geprägt“, so Ji Qi, Gründer und CEO von Huazhu. Der am 21. Februar 1942 geborene Corsten, der im bayerischen Ruhpolding aufwuchs, ist der Hotellerie schon seit Lebzeiten verbunden. Als Geschäftsführer von Kempinski und als Berater mit seiner Firma Continental Hotel Consultants sammelte der promovierte Jurist im In- und Ausland Erfahrungen, die er von 1990 bis 1992 als Vorstand der Interhotel bei der Privatisierung der DDR-Hotelkette einsetzte. 1992 wurde Dr. Corsten zum Vorstandschef der TUI berufen und trieb im Wesentlichen die Internationalisierung zum heute weltweit aufgestellten Konzern voran, der freilich 2020 nur dank milliardenschweren Einsatz der Bundesregierung vor der Pleite gerettet worden ist. Nach seinem Ausscheiden übernahm Corsten 2003 den Vorsitz im Aufsichtsrat der Steigenberger Hotels AG, die seit 2016 unter der Dachmarke Deutsche Hospitality auftritt.

André Witschi war seit 1999 Mitglied und ist seit 2011 Präsident des Stiftungsrates der Ecole hôtelière de Lausanne, eine der renommiertesten Hotelfachschulen der Welt. Er gehört zudem weiteren Stiftungs- und Verwaltungsräten an, u.a. den Aufsichtsräten der Romantik Hotels und der Sausalitos GmbH. Als Managing Director für Ibis Deutschland stieg André Witschi 1991 bei Accor Hotels ein. Der ehemalige Hotelier des Jahres Witschi übernahm dann im Jahr 1999 die Position des Vizepräsidenten Europa bei Accor Hotels und wurde Mitglied des Vorstands von ACCOR S.A. Im Jahr 2003 übernahm er den Vorsitz der Accor Hotellerie Deutschland GmbH, der damals größten deutschen Hotelgruppe mit 430 Hotels. Bis 2008 war Witschi als CEO von Accor Deutschland tätig.
 
Von 2008 bis 2010 war Witschi CEO der Steigenberger Hotels AG. Nach dem Verkauf der AG verließ Witschi das Unternehmen und hatte diverse Verwaltungsratsmandate inne unter anderen, Vizepräsident des Aufsichtsrats der Lindner Hotels AG, Düsseldorf, Mitglied des Verwaltungsrats von Scandic Hotels, Stockholm, und Mitglied des Verwaltungsrats von Build S.A. (B&B Hotels), Paris. Quelle: Deutschn Hospitality / DMM