Anwalt will 37 Mio. Euro von Maritim

Der Fall im wahrsten Sinn des Wortes ereignete sich vor ziemlich genau vier Jahren. Damals, am 20. Januar, war ein Berliner Rechtsanwalt bei Glatteis vor dem Maritim-Hotel Berlin am Tiergarten gestürzt und trug sich dabei einen komplizierten Oberschenkelbruch zu. Vor dem Bundesgerichtshof will der Jurist nun 37 Mio. Euro als Schadenersatz einklagen.

Von der Maritim Hotelkette will ein ausgerutschter Rechtsanwalt 37 Mio. Schadenersatz. Foto Maritim

Experten erwarten einen der teuersten zivilen Gerichtsprozesse in Deutschland. An jenem 20. Januar 2014 wollte der Anwalt angeblich einen Investor für ein neues Projekt treffen. Das Meeting fiel aus, weil der Anwalt auf dem angeblich glatten Bürgersteig ausgerutscht und gestürzt war. Es folgten ein zweiwöchiger Klinikaufenthalt und vier Operationen. Und der erhoffte Millionengewinn aus einem Projekt mit dem unbekannten angeblichen Geldgeber blieb aus.

Daraufhin stritt sich der 58-jhrige Jurist mit dem inhabergeführten Familienunternehmen, weil das Management des Hotels angeblich den Gehweg nicht geräumt haben soll. In mehreren Instanzen lehnten die Richter die Forderung des Anwalts ab. Der aber will nicht klein bei geben und wünscht sich eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Karlsruhe).

Laut „Spiegel“ orientieren sich die Prozesskosten am Streitwert, 550.000 Euro. Hinzu addieren sich Anwaltskosten über 800.000 Euro. Für seine bereits verlorenen Gerichtsverhandlungen sollte der Jurist 765.000 Euro bezahlen, wofür er angeblich den Staat zu Hilfe rufen will. Anwälte würden noch einmal 800.000 Euro kosten. Seeberg selbst muss eigentlich 765.000 Euro für die Verhandlungen davor zahlen, die er ja verloren hat. Er beantragt dafür gerade Hilfe vom Staat.

Die Obersten Richter werden sich vermutlich nicht nur damit auseinandersetzen, wo genau auf dem Gehweg der Anwalt gestürzt war, sondern auch mit der Frage, ob der Jurist mit seinem vorgeblichen Geschäft tatsächlich 37 Mio. Euro hätte verdienen können. Der Jurist behauptet nämlich, er wollte Jachthäfen mit Hotels in Vietnam bauen und damit reich werden. Schon die Vorinstanzen bezweifelten die Seriosität des Vorhabens und wohl auch des unbekannten angeblichen Geldgebers.  Quelle: https://www.berliner-kurier.de/29417252/ Spiegel / DMM