Bei gewerblichen und privaten BEV-Neuzulassungen ist das übliche Verhältnis von zwei Dritteln zu einem Drittel nun fest verankert. Die privaten BEV-Neuzulassungen haben zudem leicht aufgeholt und liegen nur noch knapp unter den BEV-Besitzumschreibungen. Alles in allem zeigt der E-Auto-Markt bei nüchterner Betrachtung eine Entwicklung, die sich den Realitäten angepasst hat. Bei den umwelt- und klimaschädlichen Verbrenner-Antrieben lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen und die Mildhybride korrekt zu den Verbrennern zu rechnen. Dann sieht der Markt ein Stückchen ehrlicher aus.
Realistische Betrachtung des Verbrennermarktes: Die Neuzulassungsstatistik des KBA enthält seit über drei Jahren eine
detailliertere Betrachtung der alternativen Antriebe, darunter speziell der Mildhybrid-Antriebe. Aufgrund deren technischer Beschaffenheit (48-Volt-Startergenerator) wurden sie offiziell zu den elektrifizierten und damit alternativen Antrieben gerechnet. Dadurch sank der massiv klimaschädliche Dieselanteil auf zuletzt 15, der Benzinanteil auf 28, und die alternativen bzw. sonstigen Antriebsarten stiegen auf 57 %. Addiert man jedoch korrekterweise die Diesel-Mildhybride zu den Diesel-Pkw und die Benzin-Mildhybride zu den Benzinern, erhält man eine realistischere Sicht auf den Markt. Benzin bleibt im ersten Halbjahr 2025 mit 46% noch an der Spitze, gefolgt vom Diesel mit 21%. Von den 33% der sonstigen Antriebsarten machen die BEV 18% aus, PHEV liegen bei 10%.
Steigender Trend bei BEV- und PHEV-Zulassungen: Die Anzahl der neu zugelassenen, rein batterieelektrischen Pkw und der Plug-In-Hybride steigt langsam, aber stetig. Während in den Jahren 2022 und 2023 nicht zuletzt wegen der auslaufenden staatlichen Förderprämien eine Berg- und Talfahrt bei den BEV zu beobachten war, hat sich der Markt normalisiert. Eine steigende Nachfrage ist spürbar, aber auch die taktischen Zulassungen (z. B. Zulassungen auf Hersteller, Handel etc.) beider Antriebsarten zeigen ein stetig steigendes Niveau. Interessanterweise bleiben die PHEVs aufgrund ihrer steuerlichen Vorteile ein vor allen für den gewerblichen Markt wichtiger Volumenbringer. Grundsätzlich werden im Schnitt inzwischen pro Monat knapp doppelt so viele BEV wie PHEV neu zugelassen.
Verhältnis von privaten und gewerblichen BEV-Neuzulassungen normalisiert sich: Privatpersonen bleiben zögerlich bei der Anschaffung von rein batterieelektrischen Pkw. Die monatlichen Neuzulassungen dieser Käufergruppe zeigt eine mittlerweile zwar eine ansteigende Nachfrage (seit Jahresbeginn im Monatsmittel etwa 14.000 Einheiten), aber im Vergleich zu den gewerblichen mit deutlich über 20.000 Einheiten monatlich bleiben die privaten Zulassungen deutlich dahinter. Sie haben sich auf ein Verhältnis von etwa einem Drittel (privat) zu zwei Dritteln (gewerblich) eingependelt. Zur Erinnerung: 2022 und Ende 2023 gab es Monate, da lagen die privaten BEV-Neuzulassungen v. a. wegen der Prämien bei fast 60 %. Seit 2024 fielen diese auf aktuell durchschnittlich 33 %.
Starker Abstieg 2025 bei privaten BEV-Neuzulassungen. 2025 hat nach sieben mageren Monaten die private Nachfrage nach BEV angezogen und liegt mit zuletzt 17.303 Einheiten nur noch knapp 600 Einheiten unter den Besitzumschreibungen.
In Summe registrierte das KBA im ersten Halbjahr knapp 82.300 privat neu zugelassene BEV und etwas über 103.000
BEV-Besitzumschreibungen.
Noch hohe Restwerte bei Verbrennern, aber nicht mehr lange, Obwohl der Gebrauchtwagenmarkt bei BEV an Attraktivität gewinnt, bleiben die Werte von dreijährigen gebrauchten BEV deutlich unter den Werten vergleichbarer Verbrenner. Trotz
ihres ehemals höheren Listenneupreises als etwa bei den Benzinern liegen drei Jahre alte BEV aktuell bei nur 50 % ihres ehemaligen Neupreises. Benziner erzielen auf dem Gebrauchtwagenmarkt derzeit noch knapp 64, Diesel 62 %. Aber Benziner und Diesel werden schon in wenigen Jahren ins Uferlose fallen und kaum noch als Gebrauchtwagen verkäuflich sein. Quelle: DAT / DMM
