Ausfall des Münchner Oktoberfests wäre weiterer Schlag für Hotellerie

Das 187. Oktoberfest in München, das weltweit bekannteste Volksfest, steht auf der Kippe. Denn bis in den August hinein (und vielleicht sogar länger) soll die Corona-Lähmung Deutschlands dauern. Stattfinden soll das Oktoberfest vom 19. September bis 04. Oktober. Ende Mai, Anfang Juni soll noch rechtzeitig vor Beginn der Aufbauarbeiten an der Theresienwiese die Entscheidung über Ja oder Nein erfolgen. Es wäre das vierte Mal, dass das global größte Volksfest ausfallen würde. 1813 fiel das Oktoberfest aus, da Bayern in die napoleonischen Kriege verwickelt war. Danach wuchs das Fest von Jahr zu Jahr. Aber 1854 und 1873 musste es wegen einer Cholera-Epidemie abgesagt werden. Eine Absage wäre vor allem für die Hotellerie aber auch für Flughafen, Bahn usw. ein weiterer Schlag ins Gesicht.

Sollte das 187. Münchner Oktoberfest ausfallen, verlören die Hotels, der Flughafen und andere Einrichtungen in der Landeshauptstadt und Umland viele Millionen. Blick ins Löwenbräuzelt. Foto: wikimedia

Sollte das 187. Münchner Oktoberfest ausfallen, verlören die Hotels, der Flughafen und andere Einrichtungen in der Landeshauptstadt und Umland viele Millionen. Blick ins Löwenbräuzelt. Foto: wikimedia

Die Vorbereitungen laufen planmäßig, noch hoffen die Verantwortlichen Wiesnwirte. Doch sind weltweit nahezu alle großen Veranstaltungen einschließlich der allermeisten großen Messen für das gesamte Restjahr 2020 gecancelt worden. Eine Absage der tollen Münchner Tage hätte wirtschaftliche Folgen mit Einbußen in dreistelliger Millionenhöhe. 2019 zählte das Münchner Wirtschaftsreferat 6,3 Mio. Besucher. Die meisten davon kamen wie in der Jahren zuvor aus Bayern und anderen Bundesländern. Aber es kamen wie in den Vorjahren auch Tausende aus den USA, aus Italien, aus der Schweiz, aus dem Vereinigten Königreich und Österreich, kurzum aus den Ländern, wo das Corona-Virus zurzeit am schlimmsten wütet. Die Veranstalter gehen davon aus, dass die Besucherzahlen in jedem Fall einbrechen, sollte das Fest tatsächlich stattfinden. Den bisherigen Besucherrekord stellte die Jubiläumswiesn 1985 mit 7,1 Mio. Besuchern auf. 2019 wurden 7,3 Mio. Maß Bier verkauft.

Das Oktoberfest gilt auch als willkommener Anlass für viele Firmen, Meetings in der bayerischen Landeshauptstadt mit Einladungen von Kunden und Gästen auf die Wiesn zu verbinden. Große Gewinner war seit jeher die Münchner Hotellerie in Stadt und Umland. Die Gäste bekamen das an den exorbitant gestiegenen Zimmerpreisen zu spüren.

Historie: Anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese am 12. Oktober 1810 fanden in München zahlreiche private und öffentliche Feiern statt, darunter ein Pferderennen am 17. Oktober. Auf dieses geht das Oktoberfest zurück. Nachdem das Oktoberfest 1813 gleich mal wegen Kriegshandlungen ausfallen musste, wuchs das Fest von Jahr zu Jahr. Zur Pferderennbahn kamen Kletterbäume, Kegelbahnen und Schaukeln hinzu. 1818 wurde das erste Karussell aufgestellt. Mehrere Losstände zogen vor allem die ärmeren Stadtbewohner an, da es Porzellan, Silber und Schmuck zu gewinnen gab. 1819 übernahmen die Münchner Stadtväter die Festleitung. Von nun an sollte das Oktoberfest planmäßig jedes Jahr gefeiert werden. 

Veranstalter ist  das Referat für Arbeit und Wirtschaft bei der Stadt München. Für das Oktoberfest brauen einige Münchner Brauereien ein spezielles Bier, das eine Stammwürze von mindestens 13,5 % aufweisen muss[3] und ca. 5,8 bis 6,4 Volumenprozent Alkohol enthält. 2019 wurde ein Umsatz von 1,25 Mrd. Euro inklusive Übernachtungen erzielt. Problematisch würde ein Oktoberfest 2020 allemal: Denn bei den dann zu erwartenden Menschenmassen ist Abstand halten unmöglich, ein Wiederaufflammen der Corona-Epidemie höchst wahrscheinlich. Quelle: Stadt München / wikipedia / DMM