Ausfall- und Verspätungsorgie bei Münchner S-Bahn

Nach den massiven Pannen bei der S-Bahn München am Donnerstag, 05. Dezember 2019, fordert der Fahrgastverband PRO BAHN, den Fahrgästen zumindest die Kosten für die Fahrscheine zurückzuerstatten. "Es ist absurd, dass die Deutsche Bahn auch bei so blamablen Pannen wie gestern den vollen Fahrpreis von ihren Kunden bekommt" so Andreas Barth, Münchner Sprecher des bundesweiten Fahrgastverbandes PRO BAHN.

Am 05.12.2019 war das Stellwerk am Münchner Ostbahnhof mehrfach ausgefallen, der S-Bahn-Verkehr war dadurch ganztägig massiv gestört. Insbesondere wurden Tausende Geschäftsreisende, die mit der S8 zum Münchner Flughafen wollten, auf harte Geduldsproben gestellt. Auch am Freitagmorgen, 06.12.2019, gab es wieder Ausfälle bei der S-Bahn München.

Zudem fordert der Verband die bayerische Politik auf, für Transparenz und eine ehrliche Pünktlichkeitsstatistik zu sorgen. „Alle wissen, welche Maßnahmen kurzfristig helfen, aber es wird einfach nur passiv abgewartet, und die Lage wird schlimmer" so Andreas Barth weiter. Eine einfache Möglichkeit der Entschädigung wäre, den Abokunden nur den der Pünktlichkeit entsprechenden Betrag abzubuchen. Das würde bedeuten, bei 85 % Pünktlichkeit werden im Folgemonat auch nur 85 % des Abopreises abgebucht. "Das wäre eine einfache, unbürokratische Möglichkeit, und verhindert, dass die DB weiterhin Geld kassiert ohne im Ansatz die Leistung zu erbringen" so Andreas Barth.

PRO BAHN fordert Ehrlichkeit bei der Pünktlichkeitsstatistik: Traumwerte wie über 95 % beim Stromausfall vor einigen Wochen kommen nur dadurch zustande, dass ausgefallene Züge einfach nicht mitgezählt werden. "Wir fordern, dass Basis der Pünktlichkeitsdaten ist: wieviel kommen die Fahrgäste zu spät? Eine ausgefallene S-Bahn bedeutet also mindestens 20 Minuten Verspätung auf den meisten Linien" konkretisiert Andreas Barth. Quelle: PRO BAHN Bezirksverband Oberbayern / DMM