Bahnhöfe werden sicherer, doch Personal stärker gefährdet

Die Zahl der Straftaten an deutschen Bahnhöfen ist 2025 gesunken. Gleichzeitig nahmen Angriffe auf Beschäftigte der Bahn deutlich zu.

An deutschen Bahnhöfen ist die Zahl der Straftaten gesunken. Gleichzeitig nehmen Angriffe auf Bahn Beschäftigte zu, Sicherheitsmaßnahmen werden ausgeweitet. Foto: Studio32 - stock.adobe.com

An Bahnhöfen und Bahnanlagen in Deutschland sind im vergangenen Jahr rund 169.322 Straftaten registriert worden.

Rückgang bei Delikten an Bahnhöfen

Die Zahl der Straftaten an deutschen Bahnhöfen ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gesunken. Das geht aus einer Auswertung der Allianz pro Schiene auf Basis der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik hervor. Auch die Zahl der Gewaltdelikte ging um sechs Prozent zurück und lag bei rund 7.600 Fällen.

Verbands­geschäftsführer Dirk Flege erklärte, der Einsatz von Sicherheitspersonal und Videotechnik zeige Wirkung. Zugleich machte er deutlich, dass sinkende Kriminalität kein Selbstläufer sei und weiterhin durchdachte Sicherheitskonzepte erforderlich seien, damit sich Reisende auch zu Randzeiten sicher fühlten.

Als weiteren möglichen Baustein nannte Flege ein Alkoholverbot an Bahnhöfen. Die Deutsche Bahn hat ein solches Verbot zum 1. Mai an mehreren Stationen eingeführt, darunter in Berlin am Zoologischen Garten und am Ostbahnhof sowie am Hauptbahnhof in Hannover.

Mehr Gewalt gegen Beschäftigte

Gleichzeitig nahm die Gewalt gegen Bahn‑Beschäftigte zu. Nach Angaben der Bundesregierung stieg die Zahl der Angriffe zwischen 2024 und 2025 um elf Prozent auf knapp 2.690 Fälle. Diesen Trend gelte es entschieden zu stoppen, erklärte Flege.

Bundesweit für Entsetzen sorgte Anfang Februar ein tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter während einer Ticketkontrolle in einer Regionalbahn in Rheinland‑Pfalz. Ein Fahrgast verletzte den 36‑jährigen Serkan Çalar so schwer, dass er starb.

Die Deutsche Bahn reagierte mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen. Beschäftigte mit Kundenkontakt sollen auf freiwilliger Basis mit Bodycams ausgestattet werden. Zudem plant der Konzern, 200 zusätzliche Sicherheitskräfte einzustellen. In der Westpfalz wird auf mehreren Regionalbahnlinien testweise eine Doppelbesetzung mit zwei Zugbegleitern eingesetzt. Die Eisenbahn‑ und Verkehrsgewerkschaft fordert diese Maßnahme bundesweit, Bund und Länder halten sie jedoch für nicht finanzierbar. (dpa)