Bahnverkehr Zürich-München soll stabiler werden

Wer mit den Eurocity-Triebzüge der SBB zwischen Zürich und München unterwegs ist, braucht oftmals starke Nerven. Heillos überfüllte Züge und Verspätungen sind an der Tagesordnung. Das führt dazu, dass vor allem viele Geschäftsreisende lieber das Flugzeug oder das Auto nehmen.

Wie DMM berichtete, soll der Eurocity von Zürich nach München ab Ende 2024 nur noch bis und ab St.Gallen fahren. Ursächlich ist die Unzuverlässigkeit des Betriebs vor allem auf der über lange Distanzen nur eingleisigen Allgäustrecke auf deutscher Seite. Nun kündigen SBB und DB Veränderungen an, um die Situation auf der Strecke zu verbessern.
Als jüngste Maßnahme wurde die Wartefrist von verspäteten Zügen aus Deutschland in St. Margrethen erhöht. Auch wenn sie bis zu 10 Minuten zu spät eintreffen, behalten sie nun doch ihr Trassee nach Zürich. Bisher hatte die Frist bei fünf Minuten gelegen. Ist die Verspätung größer, bekommen die Eurocitys eine neue Trasse zugewiesen, was meistens eine Verspätung von 30 Minuten am Ziel bedeutet.

Ferner sollen die Züge ab dem Jahr 2025 auf dem Abschnitt St. Gallen-Zürich nicht mehr im Fahrplan auftauchen, sondern dass der Halt in St. Gallen nur noch zum Aussteigen von Deutschland her genutzt werden kann. Dafür sollen weitere IC5-Züge zwischen St. Gallen und Zürich verkehren, sodass innerschweizerische Passagiere nicht mehr unter der schlechten Pünktlichkeit der Züge leiden und gleichzeitig keine Angebotsreduzierung in Kauf nehmen müssen. 

Bereits kurzfristiger kommt es zu einer Premiere im Bahnverkehr mit Deutschland: Zwischen 01. Juni und 05. Oktober dieses Jahres wird es für internationale Reisende zwischen Zürich und München und umgekehrt erstmals eine Sitzreservierungspflicht geben. Diese soll eine zu hohe Auslastung der Züge während der Fußball-EM in Deutschland, der Ferienzeit im Sommer und dem Oktoberfest in München verhindern. Laut SBB handelt es sich um einen Test.

Vom 01. Juni bis 31. August gilt die Reservationspflicht auch zwischen Deutschland und den Niederlanden. Das betrifft laut SBB auch die ICE-Züge Basel SBB-Amsterdam und die Sitzwagen in den Nachtzügen von Zürich nach Amsterdam, wenn die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden überschritten wird. Quelle: SBB / DMM