Im Blindflug über Namibia

Da staunten die Cockpitbesatzungen internationaler Flüge nicht schlecht, als sie über dem Luftraum von Namibia in der Nacht von Dienstag (06.01.2015) auf Mittwoch ihre Maschinen ohne jegliche Navigationshilfe von Fluglotsen steuern mussten. Grund war ein mutmaßlicher Streik wegen der Nichtbezahlung von Überstunden der Flugkontrolleure im Land im südlichen Afrika.

Wie die Zeitung Republikein berichtet, hatte sich der zuständige Officer, der am Dienstag von 19 Uhr bis Mittwoch früh um 07 Uhr eigentlich Dienst am ATC Tower des Flughafens Eros tun sollte, kurzfristig krank gemeldet und niemand sei gefunden worden, ihn zu ersetzen. Während dieser zwölf Stunden unbemannten Kontrolltowers überflogen ca. 50 Passagier- und Frachtflugzeuge den Luftraum über Namibia. Infolge des Vorfalls downgradete die International Civil Aviation Organisation (ICAO) den namibischen Luftraum vorübergehend von Class A to auf Class G.

In der Zeit der Null-Beobachtung und Kontrolle mussten alle Piloten nach den Regeln des Instrumentenflugs (IFR) bzw. sogar auf Sicht (VFR) fliegen. Tatsächlich soll es sich bei dem Vorfall weniger um eine Absens wegen Krankheit gehandelt haben, sondern um eine bewusste Arbeitsniederlegung. Offizielle beschuldigten Tobias Günzel, stv. Generaldirektor beim Directorate of Civil Aviation (DCA), er habe offensichtlich am Montag, 05. Januar 2014 seine Unterschrift unter einen Entschädigungsanspruch betreffend die Bezahlung von Überstunden verweigert. Quelle: Republikein / DMM