BMW eröffnet Werk in Mexiko

BMW kann nur hoffen, dass das soeben eröffnete neue Automobilwerk im mexikanischen San Luis Potosí kein Schuss ins Knie wird. Denn nach wie vor schwebt die Drohung von US-Präsident Donald Trump über allen deutschen Autobauern, die in Mexiko Fahrzeuge produzieren und in die USA liefern wollen, diese Fahrzeuge mit sehr hohen Zöllen belegen zu wollen. Nichtsdestotrotz ging der Münchner Autobauer seinen Weg unbeirrt weiter und errichtete die Fabrik nahe der Großstadt San Luis Potosí im nördlichen Zentralmexiko.

Im mexikanischen Bundesstaat San Luis Potosí nahe der gleichnamigen Großstadt hat BMW ein neues Werk eröffnet. Foto: BMW Mexiko

Im mexikanischen Bundesstaat San Luis Potosí nahe der gleichnamigen Großstadt hat BMW ein neues Werk eröffnet. Foto: BMW Mexiko

BMW sieht die neue Fertigungsstätte als eine wichtige Säule der globalen Produktionsstrategie der BMW Group. Der Autobauer strebt ein ausgewogenes Verhältnis von Produktion und Absatz in den verschiedenen Weltregionen an. Die Fabrik in San Luis Potosí soll die Produktionsflexibilität auf dem amerikanischen Kontinent deutlich erhöhen. Vom neuen Werk aus will BMW die 3er Limousine an Kunden weltweit versenden.

Das Unternehmen hat über 1 Mrd. USD in den neuen Produktionsstandort investiert. Sobald die Anlaufphase vollständig abgeschlossen ist, verfügt das Werk über eine Kapazität von bis zu 175.000 Einheiten jährlich. Das Werk beschäftigt aktuell 2.500 Mitarbeiter. In einem innovativen und neuen Ausbildungszentrum auf dem Werksgelände werden sowohl alle neuen MitarbeiterInnen, als auch die Auszubildenden nach dem Vorbild des dualen Ausbildungssystems für die neuesten Produktionsprozesse und Technologien der BMW Group qualifiziert. Das Werk arbeitet hierbei mit insgesamt vier technischen Instituten zusammen und hat bereits 250 Azubis in technischen Berufen ausgebildet.

Das neue Werk der BMW Group ist Vorreiter im Bereich der intelligenten Instandhaltung. Eine erstmals eingesetzte, sogenannte Smart Maintenance Assistant Software ermöglicht es, im gesamten Werk die Wartung der Anlagen vorausschauend zu planen und damit die Verfügbarkeit der Anlagen zu erhöhen. Eine Vielzahl weiterer Technologien aus dem Bereich Industrie 4.0 wird beispielsweise in der Montage verwendet. Im Montageprozess wird Papier weitgehend durch Bildschirme ersetzt. Die Mitarbeiter erhalten über zwei Bildschirme pro Takt die benötigten Informationen. Bisher standen diese Informationen auf Papier zur Verfügung. Dieser digitale Auftragszettel kommt im BMW Group Werk in Mexiko erstmals zum Einsatz.

Im Bereich der Motorvormontage arbeiten Roboter und Mitarbeiter zusammen und können so ihre jeweiligen Stärken besser einsetzen. Während der Roboter die Kraft hat, den schweren Wandler zu drehen, hat der Mitarbeiter das Feingefühl für die Passgenauigkeit der finalen Verschraubung. Ab dem ersten vollen Produktionsjahr wird das Werk in San Luis Potosí das ressourceneffizienteste Werk der BMW Group werden.

Der schonende Umgang mit Wasserressourcen ist dabei ein besonderes Nachhaltigkeitsziel. Innerhalb des Produktionsnetzwerks wird der Standort den geringsten Wasserverbrauch pro produziertem Fahrzeug haben. Das Werk betreibt die erste vollständig prozessabwasserfrei arbeitende Lackiererei der BMW Group. Das für den Lackiervorgang benötigte Wasser wird aufbereitet und wiederverwendet. Und regenerative Energiequellen werden künftig eine zu 100% CO2-freie Stromversorgung des Werks ermöglichen. Dabei wird ein Teil des Stroms in einer über 70.000 m2 großen Solaranlage auf dem Werksgelände erzeugt.

Der neue Standort in Mexiko ist ein weiterer Baustein dieser Wachstumsstrategie. Das Land ist Mitglied der NAFTA-Freihandelszone mit Kanada und den USA und hat zahlreiche Freihandelsabkommen abgeschlossen, u.a. mit der Europäischen Union und den MERCOSUR-Staaten. Diese erleichtern den Export von Automobilen und den Import von Zulieferteilen.
Insbesondere die NAFTA-Region ist mit einem konstant hohen Absatzvolumen ein wichtiger Markt für die BMW Group. Vor 25 Jahren eröffnete die BMW Group das Werk in Spartanburg, USA, und investierte dort seitdem fast 9 Mrd. US-Dollar. Bis 2021 wird das Unternehmen weitere 600 Mio. US-Dollar in das Werk investieren, um es auf zukünftige Generationen der BMW X-Modelle vorzubereiten. Parallel erhöht sich die Anzahl der Jobs auf dann ungefähr 11.000. In Summe sichert die BMW Group fast 70.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze in den USA. Quelle: BMW / DMM