Boeing-Absturz: Automatische Schubkontrolle im Verdacht

Eine Boeing 737-500 der indonesichen Sriwijaya Air stürzte am 09. Januar 2021 kurz nach dem Start in Jakarta in die Javasee. Alle 62 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. Jetzt steht die automatische Schubkontrolle des Jets im Verdacht, die Katastrophe ausgelöst zu haben.

Laut „Flightglobal“ war der Absturz der PK-CLC (Flug SJ182) am 09. Januar 2021 bereits der fünfte 737-Verlust für Sriwijaya Air seit August 2008. Die automatische Schubkontrolle (Autothrottle) versorgt die Triebwerke mit genau der Kerosinmenge, die nötig ist, um eine bestimmte Fluggeschwindigkeit zu erreichen oder um die nötige Leistung in einer bestimmten Flugphase zu liefern. Bei dem Unglück drehte die Boeing 737-500 vier Minuten nach dem Start in Jakarta scharf rechts vom geplanten Kurs ab. Kurz danach stürzte sie Bug voraus senkrecht mit hohem Tempo und laufenden Motoren ins Meer.

Laut Wallstreet Journal (WSJ) sollen die Piloten Probleme mit der automatischen Schubkontrolle eines Triebwerks gehabt. Haben. Das ergibt sich aus dem ausgelesenen Flugdatenschreiber. Die Cockpitbesatzung wollte kurz nach dem Start eine Fehlfunktion der Schubkontrolle beheben und das System abzuschalten. Den Flugdaten nach  sollen die beiden  Triebwerke tatsächlich unterschiedlich viel Schub erhalten haben. Das erklärt, weshalb das Flugzeug aus zunächst unerklärlichen Gründen scharf vom Kurs abgekommen war. Und wegen der unterschiedlichen Triebwerksansteuerung wurde die Maschine unkontrollierbar. Noch versuchen Bergungsteams den Stimmenrekorder aus dem Meer zu holen, der tief in den Trümmern des Wracks versteckt ist. Laut Ermittlern soll die Boeing einige Tage vor dem Absturz schon einmal Probleme mit der automatischen Schubkontrolle gehabt haben. Das gehe aus den Wartungsunterlagen des Flugzeuges hervor. Quelle: aerotelegraph.com / DMM