Boeing's good News aus Seattle

Endlich wieder mal zwei positive Nachrichten aus dem Hause Boeing. Zum einen absolvierte eine zweite fertige B 777X ihren Jungfernflug, zum anderen reißen viele Investoren dem Luftfahrtkonzern Anleihepapiere aus den Händen. Binnen Stunden hat Boeing mehr als 25 Mrd. US-Dollar zusammen bekommen und braucht so höchstwahrscheinlich keine staatliche Unterstützung, nach der zurzeit der europäische Konkurrent Airbus ruft.

Mit der zweiten fertigen B777X unternahm Boeing am 30. April 2020 den Jungferntestflug. Zweite gute Nachricht: Der Anleihemarkt rennt Boeing die Bude ein und verschafft dem Konzern 25 Mrd. Dollar. Foto: Boeing

Mit der zweiten fertigen B777X unternahm Boeing am 30. April 2020 den Jungferntestflug. Zweite gute Nachricht: Der Anleihemarkt rennt Boeing die Bude ein und verschafft dem Konzern 25 Mrd. Dollar. Foto: Boeing

Capt. Ted Grady, 777X-Projekt-Pilot, und Capt. Van Chaney, 777/777X-Chefpilot steuerten den Riesenjet 2:58 Stunden über dem Bundesstaat Washington und führten dabei zahlreiche Kontrollmessungen durch, bevor sie um 14.02 Uhr Ortszeit in Seattle am Boeing-Flughafen sicher aufsetzten.

Der Großraumjet mit der Kennzeichnung WH002, ist das zweite von vier Flugzeugen, die ein umfangreiches Erprobungsprogramm am Boden und in der Luft durchlaufen müssen, um alle notwendigen Sicherheitszertifizierungen zu erhalten, bevor die Serienfertigung beginnen kann und die Maschinen ausgeliefert werden können. Zu den Erstkunden zählt auch die Lufthansa. Mit der ersten Maschine wurden bereits mehr als 100 Testflugstunden absolviert.

Und, was zumindest in Europa wieder mal niemand erwartet hat, Boeing kann sich aus eigener Kraft und ohne Hilfe Washingtons aus einer finanziell misslichen Lage befreien, indem sich der Luftfahrtriese am Anleihemarkt bediente. So hat sich das Unternehmen mit einer Anleiheemission 25 Mrd. USD besorgt. Ursprünglich plante das Management nur einen Geldzufluss von bis zu 15 Mrd. USD, aber die Nachfrage war so groß, dass auf 25 Mrd. aufgestockt wurde. Wie Boeing am Firmensitz Chicago mitteilte, braucht es weder Geld von der Regierung noch Kredite am Kapitalmarkt, um sicher durch die Corona-Krise zu kommen. Laut Ratingagentur Moody's braucht der Flugzeugbauer in 2020 etwa 30 Mrd. USD frische Mittel. Quelle: Boeing / DMM