Brenzlige Situation - Triebwerk musste auf Atlantikflug abgeschaltet werden

Die Passagiere eines JetBlue-Flugs von London Heathrow nach New York JFK durchlebten am Osterwochenende (Samstag) bange Momente. Denn ihr nagelneuer A321 LR neo konnte bis zur Notlandung im irischen Shannon nur mit einem Triebwerk fliegen. Das andere hatten die Piloten wegen eines Defekts abschalten müssen.

Da flog der Tod wohl mit, hatte aber zum Glück kein Glück. Ein JetBlue A321 LR, erst ein paar Tage alt, musste bei seinem Transatlantikflug von London nach New York in Shannon schon runter, weil eines der beiden Triebwerke ausfiel. Foto JetBlue

Der Vorfall ereignete sich, weil eines der Triebwerke von Pratt & Whitney einen Kompressorstillstand erlitt, als der JetBlue-Flug B6-2220 am Samstag, 30. März 2024, gerade die Küste Irlands zu seiner Transatlantiküberquerung nach New York passiert hatte.

Die Piloten stellten das betroffene Triebwerk sofort ab und leiteten den brandneuen Airbus nach Shannon um, wo die Flughafenfeuerwehr vorsorglich auf das Eintreffen wartete. Das Flugzeug (Registrierung N2180J) bleibt in Shannon am Boden und es ist nicht bekannt, wann es wieder in Dienst gestellt werden kann. 

Der A321neo LR (Langstreckenflugzeug) wurde im US-amerikanischen Airbus-Werk in Mobile (Alabama), hergestellt und erst vor wenige Tagen an JetBlue ausgeliefert. Das Flugzeug hatte vor dem Triebwerksdefekt nur drei weitere kommerzielle Flüge durchgeführt und den Atlantik nur einmal erfolgreich überquert.

JetBlue verwendet Turbofan-Triebwerke von Pratt & Whitney. Der in Schwierigkeiten geratene Hersteller entdeckte letztes Jahr ein großes Problem mit seinen Triebwerken der A320neo-Familie, das Fluggesellschaften auf der ganzen Welt dazu gezwungen hat, Flugzeuge für zusätzliche Inspektionen am Boden zu lassen.

Das in New York ansässige Luftfahrtunternehmen JetBlue schätzt, dass im Laufe des Jahres 2024 rund 11 Flugzeuge der A320-Serie gleichzeitig für P&W-Triebwerksinspektionen am Boden bleiben werden. Und das Management schätzt, dass irgendwann im Laufe des Jahres bis zu 15 Flugzeuge gleichzeitig wegen Triebwerksinspektionen außer Betrieb sein könnten.

Das Problem bei Pratt & Whitney hängt mit einem Metallpulver zusammen, das in der Zeit von Ende 2015 bis Mitte 2021 bei der Herstellung dieser Motoren verwendet wurde und zu Rissen in den Scheiben der Stufen 1 und 2 der Hochdruckturbine führen könnte bzw. die bereits getan hat. Angesichts der Tatsache, dass P&W das Problem letztes Jahr identifiziert hat, lässt sich vermuten, dass dieses Problem bei neuen Triebwerken nicht auftreten sollte, sodass der Triebwerksausfall beim JetBlue-Flug B6-2220 möglicherweise auf einen anderen Grund zurückzuführen ist. Quelle: JetBlue / DMM