Briten erneuern ihre Verkehrsnetze

Im April 2020 soll mit Bauphase 1 der neuen britischen Hochgeschwindigkeitsdtrecke HS2 von London in die West Midlands begonnen werden. Dies erklärte Premierminister Boris Johnson am Dienstag, 11. Februar 2020 vor dem Parlament. Außerdem sollen weitere Schienentrasse und große Teile des britischen Straßennetzes einschließlich Verbesserung der Bus- und Radverkehrsverbindungen modernisiert und ausgebaut werden.

Als Folge einer Bewertung der National Infrastructure Commission verpflichtet sich der Premierminister außerdem, die Fortschritte des Projekts "Northern Powerhouse Rail" mit einem integrierten Plan zur Maximierung der Vorteile von Bahninvestitionen im gesamten Norden zu beschleunigen.

Alle Städte in jeder Region des Vereinigten Königreichs sollen in ein modernes, zusammenhängende Netz integriert werden. U.a. sollen mindestens 4.000 neue Null-Emissions-Busse beschafft werden. Landesweit sollen die Tarife für die Benutzung des ÖPNV vereinfacht und vereinheitlicht werden. Errichtet werden sollen zudem über 250 Meilen neuer, qualitativ hochwertiger, getrennter Fahrradrouten sowie Dutzende von "Mini-Holland"-Routen, um die Stadtzentren für Radfahrer und Fußgänger sicherer zu machen.

In Sachen HS2 soll die Neubaustrecke effizient und kostengünstiger als bisher geplant so schnell wie möglich realisiert werden, damit die Städte insbesondere im Norden, die Vorteile der neuen Schienenanbindung schneller spüren. In wenigen Wochen wird mit den Arbeiten an der HS2 auf der gesamten Lände zwischen London und Birmingham begonnen. Und die Regierung wird die Gesetzgebung vorantreiben, um die Phase 2a (Verbindung zwischen Birmingham und Crewe) so bald wie möglich planerisch abzuschließen. Der Premierminister sagte dem Parlament, dass er sich auch zu Phase 2b des Projekts verpflichtet hat, in der die Hochgeschwindigkeitsstrecke von den West Midlands in den Norden verlängert wird. Um herauszufinden, wie Northern Powerhouse Rail und Phase 2b am besten umgesetzt werden können, wird die Regierung einen integrierten Plan für den Schienenverkehr im Norden erstellen, der auf einer Bewertung der National Infrastructure Commission beruht.

Der Premierminister skizzierte eine Reihe von Maßnahmen, um dem Projekt Disziplin und finanzielle Ordnung zu verschaffen, darunter auch die Ernennung eines Staatssekretärs mit besonderer Aufsicht und Verantwortung für HS2. Laut Verkehrsminister Grant Shapps belaufen sich die voraussichtlichen Nettokosten für die HS2 auf etwa 62 bis 69 Mrd. GBP (74 bis 82 Mrd. Euro). HS2 soll Teil des nationalen Eisenbahnnetzes werden mit Verbindungen zu bestehenden Bahnlinien aber auch zu neuen Investitionsvorschlägen von Midlands Connect and Transport for the North und dem Network Rail's Enhancements Programme.

Des Weiteren soll das Projekt Northern Powerhouse forciert werden. Es umfasst den  Ausbau der bestehenden Strecken Leeds - York - Newcastle & Manchester - Sheffield - York, eine Neubaustrecke (Liverpool -) Machester - Bradford - Leeds, den Ausbau der bestehenden "Transpennine"-Strecke Manchester - Huddersfield - Leeds sowie den Anschluss von Liverpool und Manchester Airport als zentralem Verkehrsknoten ("Hub Station") an HS2. Quelle: Prime Minister's Office, 10 Downing Street / DMM