Bundesregierung will "Fachkräfte" aus der Türkei holen, die es nicht gibt

An den deutschen Flughäfen herrscht momentan Chaos bei der Abfertigung der Passagiere. Laut Bundesregierung fehlen etwa 2.000 bis 3.000 Mitarbeitende an den Airports, die während der Covid-19-Pandemie hinausgeworfen worden waren. Jetzt soll eine vierstellige Zahl an „Fachkräften“ aus der Türkei nach Deutschland gebracht werden, die bestenfalls schon ab Juli für einige Monate eingesetzt werden können. Höchst merkwürdig in diesem Zusammenhang: Nach Expertenmeinung und laut Stimmen in der Türkei: Es gibt solche Fachkräfte in der Türkei nicht!

Fachleute gegenüber DM: In der Türkei gibt es keine "Fachleute" für den Einsatz an deutschen Flughäfen. Es ist schleierhaft, wie der Bund zu einer solchen Behauptung kommt. Im Übrigen hätte man dann gleich aus dem Millionenheer deutscher Arbeitsloser die paar Tausend "Helfer" heranziehen können. Insofern ist es völliger Blödsinn, was Berlin nun plant, die Einreise von dringend benötigtem Personal aus dem Ausland für eine vorübergehende Tätigkeit in Deutschland zu ermöglichen. Dabei soll laut Arbeitsminister Hubertus Heil jede Form von Sozialdumping und Ausbeutung ausgeschlossen sein. Die Arbeitgeber müssen Tariflohn zahlen und für die befristete Zeit anständige Unterkünfte bereitstellen.

Die Bundesregierung will aus der Türkei sogenannte Fachkräfte als Hilfskräfte holen, die z.B. bei der Gepäckabfertigung eingesetzt werden, sagte Innenministerin Nancy Faeser. Bei der Sicherheit soll es in diesem Zusammenhang keine Abstriche geben.

Dieter Romann (60), Präsident der Bundespolizei, zu BILD am SONNTAG: „Der Bundestag hat entschieden, diese Dienstleistungen zu privatisieren. Über Veränderungen kann nur der Gesetzgeber entscheiden. Wenn die Bundespolizei diese Aufgaben übernehmen soll, bedarf es 10.000 neuer Stellen.“ Außerdem sollen die Flughafenbetreiber selbst tätig werden und die Terminpläne überarbeiten: „Wenn alle zur selben Uhrzeit in den Urlaub fliegen müssen, gibt es Stau. Sinnvoll wäre, bei den Flugzeiten die sogenannten Peaks in den frühen Morgen- und Abendstunden zu entzerren“, so Romann.

Wie wichtig eine funktionierende Sicherheitskontrolle ist, zeigen Zahlen aus dem Jahr 2021: 250.850 verbotene Gegenstände haben die Luftsicherheitskontrollen laut Romann überwiegend im Handgepäck von Passagieren gefunden, das sind 60 % mehr als im Jahr davor. Unter den verbotenen Gegenstände  waren r 163 Schusswaffen im Handgepäck, 710 Schusswaffen-Nachbildungen und 2.369 Munitionsteile. Auch Messer und Feuerwerkskörper wollten Leute mit an Bord nehmen. Quelle: Bild am Sonntag / DMM