Camry - Neuling mit Stärken und auf die gewerbliche Klientel fokussiert

Toyota erweitert mit der neuen Stufenhecklimousine Camry, die nach gut eineinhalb Jahrzehnten wieder auf den deutschen bzw. europäischen Markt zurückehrt, die Präsenz im D- und E-Segment. Vorrangig soll der Neuling im gewerblichen Segment zuhause sein, so Mario Köhler, Manager Geschäftskundenservice.

Toyotas neuer Camry Hybrid soll in erster Linie die gewerbliche Klientel begeistern. Hier Gernot Zielonka (DMM) bei einer ersten Testfahrt. Foto: Julia Mauritz

Toyotas neuer Camry Hybrid soll in erster Linie die gewerbliche Klientel begeistern. Hier Gernot Zielonka (DMM) bei einer ersten Testfahrt. Foto: Julia Mauritz

Das attraktiv geschneiderte Modell, nunmehr in der achten Generation, ist ausschließlich als Hybrid zu haben. Im Grunde genommen ist der neue Camry die etwas abgespeckte Version des Premiummodells Lexus ES (bereits von DMM vorgestellt). Der Wagen, von dem seit Generation eins über 19 Mio. produziert worden sind, wird weltweit in über 100 Ländern angeboten. Während in einem vollen Verkaufsjahr 12.000 Einheiten europaweit vermarktet werden sollen, können im laufenden Jahr ab Ende Juli/Anfang August maximal 500 Einheiten deutschlandweit ausgeliefert werden, mehr bekommen die deutschen Händler 2019 nicht. Vorbestellt sind freilich schon mehr als 400 Camrys, so Köhler. 2020, hofft der TMD-Chef über den Vertrieb an die gewerbliche Klientel, sollen es mehr als 1.000 Stück werden.

Drei Zielgruppen sind ausgemacht: Mobilitätsnutzer (Taxigewerbe, Funkdienstwagen), Dienstwagennutzer (Flottenkunden und Freiberufler) sowie zum kleinsten Teil Privatkunden. 80 % der Camrys sollen gewerblich zugelassen werden. Das Gros werden laut Köhler im Gespräch mit DMM wohl Selbstständige bilden; sie werden wohl eher auf die Executive-Ausstattung setzen; an die preissensibleren Flottenkunden richtete sich die Ausstattung Business. Für sie wurde der Brutto-Einstiegspreis bewusst unter 40.000 Euro gehalten, ein im Vergleich sehr günstiger Tarif. Wer 2.400 Euro mehr auf den Tisch des Hauses legt, bekommt dafür die reichhaltiger ausgestattete Version Executive.

Wirtschaftlicher Vorteil. Speziell für die gewerbliche Kundschaft wird ein Leasingangebot aufgelegt, das im Fall der Business-Edition bei netto 279 Euro liegt, inklusive Wartung, wohlgemerkt und mit Null Euro Anzahlung. Mario Köhler demonstrierte denn auch die wirtschaftlichen Vorteile eines Camry-Hybrid gegenüber vergleichbaren Fahrzeugen mit herkömmlichem Antrieb. Nachweislich bringen Hybride einen hohen Mehrertrag, der bei 100.000 km Fahrleistung ein Plus von über 10.000 Euro ausmacht. Was das Taxigewerbe betrifft, kann sich Mario Köhler gut vorstellen, dass Toyota mit den Modellen Corolla, RAV4 und Camry einen Marktanteil von 15 % schaffen kann, das wären bei derzeit etwa 60.000 Taxen aller Marken, die deutschlandweit im Einsatz sind, 9.000 Einheiten.

Im Flottenbusiness hängt die Akzeptanz natürlich davon ab, wie Fahrer- und Nutzungsprofil aussehen. Bei überwiegend Langstrecken mit hohem Autobahnanteil wird die Limousine wohl eher weniger auf Akzeptanz bei Fuhrparkverantwortlichen treffen als bei Strecken mit höherem Anteil von urbanen Strecken.   

Der Camry zählt rund um den Globus zu den wichtigsten Modellen von Toyota. Seit 1982 bis heute wurden mehr als 19 Mio. Einheiten verkauft. In vielen Ländern gilt der Camry als automobiles Sinnbild für Qualität, Haltbarkeit und Zuverlässigkeit. Gelobt wird das Fahrzeug auch für seine hohe Kraftstoffeffizienz und die gute Fahrdynamik sowie den Geräusch- und Federungskomfort. Das gilt umso mehr für die nunmehr jüngste achte Generation. Anders als bei ihren Vorgängern stellt sie ein von Grund auf neu entwickeltes Auto dar. „Das Konzept hinter dem neuen Modell haben wir „Beispiellosen Wandel“ (Unprecedented Change) genannt“, so Chefingenieur Masato Katsumata. Es legt besondere Schwerpunkte auf „Leistungsfähigkeit“ und „Intelligenz“.

Antrieb. Angetrieben wird der neue Camry, der auf der neuen Toyota New Global Architectur (TNGA) entsteht, von einem 2,5 l Benziner und überarbeitetem Hybridsystem der 4. Generation (THS II). Die Systemleistung beträgt 160 kW/218 PS. Das Modell emittiert in der Businessvariante 199 g CO2/km nach WLTP und soll (auf dem Papier) nur 4,3 l Super/100 km verbrauchen. Bei unseren Testfahrten lagen wir bei  ca. 5,4 Liter, was bei der Größe des Fahrzeugs ein exzellenter Wert ist. Überzeugend ist auch die Laufruhe; nur wenn man das Gaspedal durchdrückt, wirkt der Dynamic-Force-Benziner schon etwas angestrengt.

Design. Optisch ist der Camry ein typischer Toyota mit attraktivem Karosseriedesign, viel Platz im Innenraum und vielfahrerfreundlichen Sitzen. Auch das Cockpit wurde neu gestaltet. Das neue Multimediadisplay zeichnet sich ab der Ausstattungslinie Executive durch zwei leicht ablesbare Bildschirme aus: ein 7“ großer Multi-Informations-Monitor und 8“-Display in der Mittelkonsole. Die Business-Edition besitzt in der Mittelkonsole einen 7“ großen Screen. An Bord ist zudem eine Zweizonen-Klimaautomatik mit Nanoe-Technologie.

Toyotas Camry Hybrid kann bis zu 50 % der alltäglichen Fahrstrecken emissionsfrei zurücklegen.

  • Die sequenzielle Shiftmatic-Technologie mit sechs Gängen sorgt für temperamentvolle Performance.
  • Das neue Fahrwerk verbessert Handling und Federungskomfort.
  • Serie ist das Toyota Safety Sense-Sicherheitssystem. An Bord sind u.a. Pre-Crash Safety System (PCS) mit Fußgängerschutz, adaptive Geschwindigkeitskeitsregelanlage, Spurwechsel-Warner (LDA), Fernlichtassistent (AHB) und Verkehrszeichenerkennung (RSA).
  • Beim Executive ist ein Totwinkel-Assistent (BSM) mit Querverkehrs-Assistent (RCTA) verbaut.
  • Über ein induktives Feld vor dem Schalthebel lassen sich im Executive Smartphones aufladen, sofern sie mit dem Qi-Standard des Wireless Power Consortiums kompatibel sind (ab Apple iPhone 8).

Was wir vermissen: Ausgerechnet bei den Camrys für den deutschen Markt gibt es kein Head-Up-Display. Unverständlich, da HUDs in diesem Fahrzeugsegment inzwischen bei allen Herstellern Serie bzw. zumindest Option sind. „Wir beobachten erst mal den Markt“, meinte Mario Köhler, „und dann wird man sehen, ob künftig für den Camry HUDs erhältlich sein werden. Quelle: DMM / Toyota