Captain Sullenberger warnt vor Anhebung des Rentenalters bei Verkehrspiloten

Kapitän Chesley Burnett „Sully“ Sullenberger III (73), 2009 berühmt geworden als Macher des Miracle on the Hudson, macht sich stark dafür, dass in den Vereinigen Staaten das Rentenalter für Piloten nicht auf 67 Jahre angehoben werden sollte. Einen solchen Vorschlag gibt es bereits im Vereinigten Königreich und auch diverse US-Kongressabgeordnete liebäugeln mit dem Vorschlag angesichts eines drohenden Pilotenmangelts. Laut Internationaler Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) dürfen Verkehrspiloten weltweit nur bis 65 in den Cockpits von Passagiermaschinen sitzen.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde der Verkehrsflieger als Pilot hinter dem „Miracle on the Hudson" bekannt, nachdem er am 15. Januar 2009 einen A430 der US Airways (Flug 1549) sicher auf dem Hudson River notwasserte, also mitten im Gebiet des vielbefahrenen New Yorker Hafens. Alle 155 Personen an Bord überlebten die Notwasserung, nur einige trugen leichte Verletzungen durch Unterkühlung davon. Dies war auch weltweit die erste Wasserlandung mit einem Airbus A320. Sullenberger wurde von vielen Medien dieser Welt als Held gefeiert. Die Notwasserung gilt als fliegerische Meisterleistung, weil Sullenberger und seine Crew – unter ihnen der Copilot Jeffrey Skiles – in kürzester Zeit mehrere Entscheidungen zu treffen und eine höchst ungewöhnliche und sehr schwierige Landung zu meistern hatten, beide Aktionen außerhalb des üblichen und möglichen Pilotentrainings. 

Sully Sullenberger hat öffentlich seinen Widerstand gegen Pläne zum Ausdruck gebracht, das Alter für Piloten kommerzieller Fluggesellschaften in den Vereinigten Staaten anzuheben. Vor einer wichtigen Abstimmung im Kongress wandte sich Sullenberger an die Social-Media-Plattform X. Derzeit müssen Piloten kommerzieller Fluggesellschaften in den Vereinigten Staaten mit 65 Jahren in den Ruhestand gehen. Das Rentenalter entspricht den Standards der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die internationale Flugstandards festlegt.
Das Rentenalter von 65 Jahren wird allgemein auf der ganzen Welt eingehalten. In Großbritannien aber denken Beamte über die Möglichkeit einer Anhebung des Rentenalters um zwei Jahre nach. Genau das erwägt der US-Kongress auch. Um dem erwarteten Pilotenmangel in den kommenden Jahren etwas entgegen zu setzen, denken Kongressabgeordnete ebenfalls über die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre nach. 

Der Vorschlag, das Renteneintrittsalter für Piloten anzuheben, wurde in den lang erwarteten FAA-Reauthorization-Gesetzentwurf aufgenommen, der am Donnerstag, ß8. Februar 2024, im Senat zur Aufstockung vorgelegt werden sollte. Die Luftfahrtaufsichtsbehörde FAA hat den Gesetzgebern mitgeteilt, dass sie derzeit keine feste Meinung zu dem Vorschlag habe, aber dass „wissenschaftliche und Sicherheitsanalysen an erster Stelle stehen müssen“.

Die US-Pilotengewerkschaft Air Line Pilots Association indes warnt vor der Anhebung des Rentenalters und dem Nichteinhalten internationaler Standards. Würde das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre angehoben, könnten Piloten über 65 Jahren nur noch Inlandsflüge steuern, da die ICAO Piloten mit einem Alter jenseits von 65 Jahren derzeit internationale Flüge verbietet. Sogar viele Führungskräfte von Fluggesellschaften sind nicht daran interessiert, das Rentenalter anzuheben. So gab United-Chef Scott Kirby bekannt, dass 36 % der 64-jährigen Piloten aufgrund von Krankheit oder Urlaub an einem bestimmten Tag nicht in den Cockpits zur Verfügung stehen. Quelle: DMM