Corona macht allen A 380 den Garaus

Der Doppelstöcker A380 ist weder für Airbus ein Geschäft gewesen noch für die Fluggesellschaften. Letztere hatten von Anbeginn an das Problem, dass der Riesenflieger so gut wie nie voll zu bekommen war. Oft betrug die Auslastung weniger als 50 %. Nun will auch Emirates, die die meisten A380 betreibt, ihre Riesenvögel aus dem Verkehr ziehen.

Emirates plant die Stilllegung aller 115 Exemplare der A380. Foto: Emirates

Emirates plant die Stilllegung aller 115 Exemplare der A380. Foto: Emirates

Bei Geschäftsreisenden war und ist das weltgrößte Passagierflugzeug höchst beliebt. Doch sieht es mit der Gegenliebe bei den Airlines, die den Vogel in ihren Flotten haben, weniger lustig aus. U.a. klagte die Lufthansa schon seit Längerem, dass ihre 14 A380 eher selten ausgelastet sind. Obendrein gilt der Vierstrahler nicht als sonderlich effizient in Sachen Kerosinverbrauch. Deshalb hatte die Lufthansa 2019 angekündigt, sich von sechs ihrer A380 zu verabschieden. Sie sollen an Airbus zurück gegeben werden. Und angesichts des Buchungsniedergangs hat die LH sämtliche A380 gegroundet, zunächst vorübergehend. Aber niemand weiß, ob die teuren Vögel noch einmal in Lufthansa-Bemalung starten werden.

Air France hatte bereits früher gesagt, alle zehn A380 bis 2022 stilllegen zu wollen. Qatar Airways will seine zehn A380 bis 2024 abschaffen, die australische Qantas hat keine Lust mehr auf den Doppelstöcker. Offensichtlich glaubt man auch in Singapur nicht mehr an die Zukunft des Airbus A380. SIA betreibt noch 19 dieser Flieger. Und aktuell prüft der Golfcarrier Emirates die Stilllegung der gesamten A380-Flotte. I.d.R. werden die Superjumbos durch Airbus A350 und Dreamliner Boeing 787 sowie die neuen A330neo und B777-9.

Die Fluglinie aus Dubai ist der größte Abnehmer des Riesen-Airbus. Zurzeit setzt Emirates 115 dieser Jets ein. Vor wenigen Tagen erst motteten die Araber 20 ihrer A380 ein; denn viele der A380 werden wegen der Einreisestopps der Europäischen Union und der USA nicht mehr benötigt. Emirates setzt aktuell 115 Exemplare ein. Und ob das Luftfahrtunternehmen die noch acht ausstehenden A380 abnehmen wird, ist unklar. Zur Zeit laufen Gespräche über eine Verschiebung der Auslieferungen.

Die Ganz- oder teilweise Abstellung der A380 bei nahezu allen Betreibern ist auch Ausdruck der allgemeinen Stimmung in der Luftfahrt-Branche. Hersteller Airbus hatte seit Jahren Schwierigkeiten neue Bestellungen für das Flugzeug zu gewinnen. Und weil 2018 und 2019 so gar nichts mehr ging, fiel die Entscheidung, das superteure und unterm Strich unwirtschaftliche A380-Programm auslaufen zu lassen. Quelle: DMM / Bloomberg