Dacia lehrt mit dem neuen Duster manch' Großen das Fürchten

Wer hätte das gedacht. Renault’s rumänische Tochter Dacia ist in Deutschland erfolgreicher als der Mutterkonzern. Die runderneuerte Marke ist auf der Gewinnerstraße unterwegs. Maßgeblich dazu bei trägt das kompakte SUV Duster. DMM hat den Neuling unter die Lupe genommen, der auch im gewerblichen Segment immer mehr Anhänger findet.

Kann sich durchaus gut machen in Firmenfuhrparks, der neue Duster als Vollhybrid. Fotos: G. Zielonka

Ein Cockpit im neuen Dacia Duster, das zwar noch etwas traditionell wirkt, aber treffsicher alle wichtigen Funktionen bedienbar macht.

Der neue Dacia Duster mit zeitlos eleganter Form ist ein höchst angenehmes Kompakt-SUV.

Geschäftsführer Thilo Schmidt verweist mit Stolz darauf, dass Dacia seit 2022 eine eigenständige Organisation in Deutschland ist, dass der Marktanteil in 2023 au 2,4 % gestiegen ist, dass der Marktanteil im Privatmarkt bei 5,5 % angekommen ist und 916,.000 Fahrzeuge in der Bundesrepublik verkauf worden sind. Trotz der Herausforderungen ist der Marktanteile in Q1 2024 auf 2,6 % geklettert und im Privatmarkt  beträgt er 6,3 %. Bis jetzt ist Dacia Nr. 4 im Privatmarkt hinter VW; Mercedes und Skoda. Drei der vier Dacia-Modelle sind unter den Top 13 der Automobile im Privatmarkt zu finden. 

Erfolgsgeheimnis. Die Marke bietet den Kunden was sie erwarten: erschwingliche Mobilität mit moderner Technik, attraktivem Design, ein klares Vertriebssystem das keine Rabattschlachten mitmachen muss und ein einzigartigen Preis-Leistungsverhältnis. Das gilt auch und insbesondere für den Duster, der seit 2010 Teil des Portfolios der Marke und seit 2018 europaweit meist verkauftes Kompakt-SUV ist. Die Preisliste beginnt bei brutto 18.950 Euro. Die Allrad-Variante kostet mindestens 24.650 Euro und für die Hybrid-Variante wechseln 25.850 Euro den Besitzer

Ehrgeizige Ziele. Die Wachstumsstrategie der Marke sieht nicht nur profitables Wachstum vor, sondern auch den Verkauf von mehr als 1 Mio. Dacia-Modelle in 2024 und die Sicherstellung der Loyalität. Und aufgepasst: Dacia startet mit dem neuen Duster verstärkt die Hinwendung zum gewerblichen Markt. Angesichts der Preisvorstellungen, des Designs, der robusten Technik können wir uns vorstellen, dass Dacia damit Erfolg haben kann. Zudem will Dacia mit dem Bigster auch im D-SUV-Segment angreifen. Interessantes Detail am Rande: Wer seinen Dacia regelmäßig zur Inspektion zum Vertragshandel bringt, bekommen jeweils ein Jahr Garantie mehr. 

Mehr gewerbliche Kunden. In 2023 wurden deutschlandweit 18.000 Duster der Generation 2 verkauft, zunehmend auch an gewerbliche Kunden, etwa Forstleute, Landwirte, Architekten usw. Im Segment in Deutschland steht der Duster absolut nicht verwunderlich auf Platz 2. Ob deutsche Hersteller der Importeure aus Japan und Südkorea, in Summe aller Eigenschaften können sie mit ihren SUV-Angeboten im Segment nicht mithalten. Mit dem gar nicht so kleinen SUV zeigte Dacia, dass die Marke nicht nur die Produktion preiswerter Fahrzeuge beherrscht, sondern dass auch Lifestyle in die Angebotspalette passte In Deutschland griffen seit dem Marktstart 240.000 Kunden zu. Im Handel ist der Duster 3 ab Juni. 

Exterieurdesign. Den Designern in Bukarest und Paris ist tatsächlich das Kunststück gelungen, für den Duster Generation 3 eine neue Form zu entwickeln, die gleichzeitig die typischen Elemente des Vorgängermodells übernimmt. Duster Nr. 3 tritt nun deutlich erwachsener auf: So wirkt z.B. die Motorhaube wesentlich markanter, wobei sich die Abmessungen nur minimal verändert haben. Die beim Vorgänger dominierende rundliche Form ist jetzt klaren Linien gewichen, die ohne zusätzliche Schmuckelemente auskommt. 

Auch der neue Duster auf der CMF-B-Plattform von Konzernmama Renault, ist ein echtes Outdoor-Fahrzeug, mit einem guten Raumangebot, coolen Features , effizienten Antrieben, besseren Fahreigenschaften und besserer Akustik. 

Unterboden- und Radhausverkleidungen sowie die seitlichen „Schnorchel“ an den Vordertüren wurden aus dem von Dacia und dem Chemieunternehmen Lyonell-Basell entwickelten Material Starkle gefertigt. Starkle besteht bis zu 20 % aus Recyclingmaterial und enthält weiße Partikel, die bewusst nicht unter Lack versteckt werden. Somit erscheinen diese Verkleidungen extravagant wie mit kleinen funkelnden Sternchen verziert.  

Interieur. Der Innenraum wurde im Vergleich zum Duster 2 gründlich überarbeitet. Zwar sind die Materialien wie bisher eher einfach, aber sauber verarbeitet, pflegeleicht und robust. Fahrer/in blickt auf eine sachlich gestaltete Informationszentrale, die aus einem digitalen Bildschirm vor dem Lenkrad (ab den Versionen Expression und Extreme) sowie einem zentralen 10,1 Zoll messenden Monitor besteht, über den sich die Abteilungen Infotainment und Navigation steuern lassen. Daneben helfen noch Tasten beim schnellen Zugriff auf die gängigen Einstellungen. Ist gar nicht so übel; denn man muss nicht umständlich auf einen Touchdisplay herum suchen. 

Die Platzverhältnisse sind angenehm; die Sitze sind dank ordentlichem Seitenhalt und großer Oberschenkelauflagefläche durchaus vielfahrertauglich. Dank der neuen Plattform wuchs die Beinfreiheit im Fond um 3 cm, klingt wenig, bringt aber viel. 

Vier Ausstattungen. Den Einstieg in die Welt des Dusters markiert die Essential-Version. Etwas mehr Komfort bietet die Variante Expression. Die nächst höhere Version hört auf den Begriff Journey und das Topmodell  auf „Extreme“. Bei den Antrieben kommen Sparfüchse mit dem Bi-Fuel ECO-G100 Basismotor auf jeden Fall auf ihre Rechnung: Der 1-Liter-Dreizylinder ist werksseitig geeignet für Autogas (LPG), was Betriebskosten und CO2 senkt. Damit soll eine Reichweite von maximal 1.300 km möglich sein. 

Elektrizität hält Einzug. Nach dem Jogger kommt der Vollhybrid-Antrieb nun auch im neuen Duster. Der Wagen besitzt dann auch eine Getriebeautomatik, die zwei Gänge für die E-Maschine und vier für den Verbrenner bereit hält. Der E-Motor, gespeist von einem 1,2 kW Akku, leistet 36 kW (49 PS). Die Kombination von Elektro- und Verbrennerantrieb (1,6 l Benziner 69 lW (94 PS) summiert sich auf 140 PS (103 kW). Dazu verbündet sich der Vierzylinder mit dem E-Aggregat und einem Hochspannungs-Startergenerator sowie einem nahtlos schaltenden kupplungslosen Multi-Mode-Automatikgetriebe. Dieses Zusammenspiel soll in der Stadt einen elektrischen Anteil von bis zu 80 % ermöglichen. Das Aufladen der kleinen Batterie erfolgt stets per Rekuperation. Der Start erfolgt grundsätzlich elektrisch.  Den Verbrauch nach WLTP gibt der Importeur mit 5,0 l an. Der „Stromer-Duster“ wäre übrigens unser Favorit, denn mir ihm lässt sich höchst angenehm fahren. 

Konnektivität. Auch diesbezüglich leisteten die Entwickler gute Arbeit. Duster 3 ermöglicht nun Updates aus der Ferne, sodass die Kunden auf den Werkstattbesuch verzichten können, um die neueste Software zu bekommen. Von der Ausstattung Essential an ist beim Duster ein Tempomat an Bord. Die Lichtautomatik ist bei allen Varianten Serie, und ein Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung, Einparkhilfe, ein Spurhalteassistent sowie Müdigkeitserkennung sind verfügbar. Über eine Taste kann der Duster-Fahrer entscheiden, welche Assistenten sich während der Fahrt einmischen dürfen. 

Einmal in Fahrt wechselt die Antriebstechnik je nach Fahrzustand automatisch vom Verbrenner- zum Elektroantrieb, ohne dass man den Wechsel bemerkt. Der Duster Hybrid startet stets im Elektromodus. Beim Beschleunigen arbeitet die Antriebskombination nahtlos und dank der Rekuperation lässt sich das elektrische Fahren entsprechend verlängern. 

Fahreindruck. Der Duster gehört zu den akustisch zurückhaltenden Hybridmodellen. Und wenn es einmal beim Überholen schneller sein darf, bringt der E-Antrieb zusätzlichen Schub. Erst nach 130 km/h machen sich Windgeräusche bemerkbar. Bei 160 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Das Fahrwerk ist angenehm abgestimmt, schluckt die meisten Defizite der Infrastruktur. Lediglich kurze Bodenwellen machen sich bemerkbar. Bei einer kurzen Fahrt durch ein „Offroad“Gelände zeigte der Duster, dass er nicht nur die optischen Elemente eines Geländemodells besitzt, sondern echte Offroard-Eigenschaften mitbringt. Quelle: DMM / Dacia