Daimler's Sparplan in Gefahr

Daimler-Chef Ola Källenius hat nicht nur ein schweres Erbe übernommen, das ihm sein Vorgänger Dieter Zetsche eingebrockt hat, jetzt kann der Schwede sein ehrgeiziges Sparprogramm „Move“ nicht so durchsetzen wie geplant. Insbesondere der Jobabbau mit Abfindungen wird nicht funktionieren.

Wie DMM berichtete, will Daimler bis 2022 hauptsächlich bei Personal und Einkauf  mehrere Mrd. Euro einsparen. Von den aktuell etwa 300.000 Beschäftigten sollten 15.000 mittels Abfindungen, Altersteilzeit und Frühpensionierungen zur Verabschiedung animiert werden. In Zeiten der Corona-Pandemie, die auch Deutschland’s Wirtschaft, insbesondere auch die Kfz-Branche, zunehmend beeinträchtigt, wird es für die Personalabteilung Daimlers eine kaum lösbare Aufgabe, den Abgang von MitarbeiterInnen mittels Abfindungen schmackhaft zu machen. Denn diejenigen, die auf diese Weise gehen sollen, finden bei zu erwartender höherer Arbeitslosigkeit in Deutschland wohl kaum noch eine passende Stelle. Von daher soll die Bereitschaft der Beschäftigten, mittels Abfindung den Hut zu nehmen, sehr gering sein. Die geplante Entlassungswelle will sich der schwäbische Autobauer etwa 2 Mrd. Euro kosten lassen.

In einer internen Mail der Personalabteilung an die Daimler-Angestellten heißt es unter „Vorgehen bei Aufhebungsverträgen und Qualifizierungen“: Der ursprünglich vorgesehene Zeitraum für Gespräche ab 1.4.2020 kann aktuell nicht realisiert werden, sondern wird voraussichtlich erst im Juni starten.“
Mercedes leidet auch unter seinem ausgeuferten Modell-Portfolio. Deshalb soll die Zahl der Modellvarianten reduziert werden. Und auch geplante Investitionen sollen auf den Prüfstand kommen, sollte der Produktionsstopp infolge der Corona-Krise und des eingebrochenen Neufahrzeugabsatzes länger als gedacht anhalten. Quelle: Daimler / DMM