David L. Calhoun neuer Boeing CEO

Nach monatelangem Hickhack und der Forderung zahlreicher Abgeordneter des House of Representatives im Oktober nach seinem sofortigen Rückzug ist Boeing CEO Dennis A. Muilenberg von seinem Posten am 23.12.2019 zurückgetreten, konkret, er wurde seiner Aufgaben entbunden und abgesetzt. Muilenberg (55) ist über die B 737 MAX-Affäre und ein problematisches, von ihm verantwortetes internes Firmenklima gestolpert und durch sein diplomatisch äußerst ungeschicktes Verhalten, das u.a. viele US-Abgeordnete gegen ihn aufbrachte.

David L. Calhoun wird zum 13. Januar 2020 neuer CEO von Boeing. Foto: Boeing

David L. Calhoun wird zum 13. Januar 2020 neuer CEO von Boeing. Foto: Boeing

Schon die New York Times definierte im Juli 2019 in einem Beitrag die Krise bei Boeing als "Versagen der Führung". Nun reagierte das Boeing Board of Directors und setzte Muilenberg kurzerhand ab. Gleichzeitig ernannte der Verwaltungsrat den gegenwärtigen Verwaltungsratsvorsitzenden David L. Calhoun, zum Chief Executive Officer und President. Der 52-jährige Calhoun, früher bei Blackstone und Nielsen, tritt seinem neuen Job zum 13. Januar 2020 an. Außerdem wird mit sofortiger Wirkung Verwaltungsratsmitglied Lawrence W. Kellner Non-executive Chairman.   

Wie das Luftfahrtunternehmen weiter mitteilt, hat Dennis A. Muilenburg mit sofortiger Wirkung seinen Posten als CEO und Vorstandsvorsitzender aufgegeben. In den 21 Tagen bis zum 13. Januar 2020 wird Boeing Finanzchef Greg Smithwill als Interms-CEO fungieren. Der Verwaltungsrat sah den wichtigen Personalwechsel als absolut notwendig an, damit u.a. die US-Regierung, das FAA, die Aktionäre sowie die zahlreichen Kunden wieder Vertrauen in das Unternehmen fassen können.  Mit der neu aufgestellten Führungsmannschaft setzt Boeing auf  volle Transparenz, insbesondere auf proaktive Kommunikation mit der US-Luftfahrtbehörde FAA und den anderen Luftfahrtbehörden in aller Welt.  

„Im Namen des gesamten Verwaltungsrats freue ich mich, dass Dave sich bereit erklärt hat, Boeing in diesen kritischen Tagen als neuer CEO zu führen“, so Kellner. Und der fügte hinzu, David L. Calhoun ist ein Top-Fachmann mit ausgezeichneten Branchenkenntnisse und hat seine Führungsqualitäten schon unter Beweis gestellt. Vor allen Dingen weiß er auch um die Herausforderungen im Zusammenhang mit der 737 MAX-Affäre. Der Verwaltungsrat setzt auf die neue Mannschaft. Die einen neuen Weg einschlagen muss, um Boeing wieder zu dem zu machen, was es war.

Der neue CEO betonte, er glaube fest an eine gute Zukunft von Boeing und auch der (umstrittenen) Maschinen 737 MAX. Er freue sich, dass ihm das Vertrauen als neue Spitze Boeings geschenkt worden ist und auf die Zusammenarbeit mit den 150.000 Beschäftigten des Unternehmens. 

Von Seiten des Verwaltungsrats gab es laut der Pressemitteilung keinen Dank an Muilenberg und seine Tätigkeit als CEO über viele Jahre hinweg.

Der 55-jährige Manager Muilenburg verantwortete ein brüchiges Fehlermanagement, in dem „Arbeiter und Zulieferer sich nicht mehr sicher fühlen konnten, ob sie technische Schwierigkeiten oder Zweifel [betreffend die Sicherheit] den Vorgesetzten melden sollten. Und wenn Bedenken gemeldet wurden, so wurden sie offensichtlich konsequent ignoriert, dreimal hintereinander. Dies dürfte auch eine der Ursachen für die beiden verheerenden Abstürze zweier nagelneuer B 737 MAX in Indonesien und Äthiopien gewesen sein, bei dem 346 Menschen ihr Leben verloren. Muilenberg muss das Unternehmen verlassen. Quelle: Boeing / DMM