Die Deutsche Bahn steht laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vor einem schnellen Wechsel im Finanzressort. Finanzvorständin Karin Dohm könnte ihren Posten bereits nach wenigen Monaten wieder verlieren. Der Aufsichtsrat soll in den kommenden Wochen über ihre Abberufung entscheiden. Offiziell äußerte sich der Konzern bislang nicht.
Konflikt mit Betriebsrat als möglicher Auslöser
Auslöser für die mögliche Trennung soll ein Konflikt mit dem Konzernbetriebsrat gewesen sein. Dohm habe im Dezember ohne vorherige Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern eine Gesellschafterweisung zur Aufspaltung der Bahn-Tochter DB Services unterzeichnet, berichten mehrere Medien. Die Konzernbetriebsratsvorsitzende Heike Moll kritisierte das Vorgehen deutlich und sprach von einem Fehlstart.
Kurze Amtszeit mit Stationen in Industrie und Handel
Dohm war erst zum 1. Dezember als Nachfolgerin von Levin Holle zur Deutschen Bahn gewechselt. Zuvor arbeitete sie unter anderem als Finanzchefin beim Baumarktkonzern Hornbach. Zwischenzeitlich war sie auch beim Reifenkonzern Continental tätig, wo sie die Finanzleitung der Autozuliefersparte Aumovio SE übernehmen sollte, das Amt jedoch bereits nach wenigen Wochen wieder niederlegte.
Bahn im Umbau – Tarifabschluss als Lichtblick
Der mögliche Führungswechsel fällt in eine schwierige Phase für den Konzern. Hohe Verluste, unpünktliche Fernzüge und ein großer Sanierungsbedarf bei der Infrastruktur setzen die Bahn weiter unter Druck. Die Bundesregierung hatte daher bereits eine Neuaufstellung des Vorstands angekündigt. Positiv verläuft dagegen die jüngste Tarifrunde: Bahn und GDL haben sich auf einen Abschluss geeinigt. Details sollen am Freitag vorgestellt werden, Warnstreiks sind damit vorerst ausgeschlossen. (red.)
