DB stellt Eisenbahn-Fährverkehr Fehmarn - Dänemark ein

Die von der Reederei Scandlines betriebene Eisenbahnfährverbindung Rødby Færge - Puttgarden stellt als letzte von ehemals 17 dänischen Eisenbahnfährverbindungen nach 56 Betriebsjahren Mitte Dezember 2019 die Trajektierung von Eisenbahnfahrzeugen ein.

Der Baustart für den Tunnel unter dem Fehmarnbelt und die Inbetriebnahme des Eisenbahnschnellverkehrs zwischen Kopenhagen und Hamburg auf der „Vogelfluglinie“ ist weiterhin nicht in Sicht. Doch aufgrund der intensiven Bauarbeiten bei den dänischen Zulaufstrecken nach Lolland wird der Verkehr der Eurocity-Züge zwischen Kopenhagen und Hamburg mit Fährüberfahrt zwischen Puttgarden und Rødby bereits mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2019 eingestellt. Die direkten Züge zwischen Hamburg und Kopenhagen werden ab Fahrplanwechsel bis zur Betriebsaufnahme bei der festen Fehmarnbeltverbindung über die Strecke Hamburg-Flensburg-Odense geleitet. Geschäftsreisende, die lieber den Zug nehmen wollen als das Flugzeug, müssen aber mit etwas längeren Fahrzeiten über die Flensburg-Linie (statt der bisherigen Vogelflugstrecke) rechnen. Irgendwann im kommenden Jahrzehnt wird es aber wieder Schienenverkehr auf der Vogelfluglinie geben, wenn dereinst der Fehmarntunnel und die schienenseitige Anbindung samt Ausbau der künftigen Hochleistungsstrecke Lübeck-Kopenhagen fertig sein werden. Dann soll es schnelle Fernverkehrsverbindungen von Berlin bzw. Hamburg über Lübeck nach Kopenhagen geben. 

Die Geschichte der Fähraktivitäten der deutschen Eisenbahngesellschaften zwischen Deutschland und Skandinavien reicht bis in das Jahr 1903 zurück, als die erste Eisenbahnfährverbindung zwischen Warnemünde (Deutschland) und Gedser (Dänemark) eröffnet wurde. 1909 folgte der erste Eisenbahnfährbetrieb zwischen Deutschland und Schweden, die „Königslinie“ zwischen Sassnitz (Deutschland) und Trelleborg (Schweden).

Mit der Eröffnung der „Vogelfluglinie“, einer Fährverbindung zwischen Puttgarden (Insel Fehmarn) und Rødby (Insel Lolland in Dänemark), wurde die Kooperation zwischen den beiden Fährgesellschaften in Dänemark und Deutschland im Jahr 1963 weiter vertieft.

Künftig gibt es nur noch eine Eisenbahnfähre, die von Sassnitz nach Trelleborg (Schweden), allerdings auch nur noch im sporadischen Personenverkehr (Berlin-Night-Express). Vor 110 Jahren, am 6. Juli 1909, stach das Fährschiff „Deutschland“ erstmals von Sassnitz auf Rügen aus in Richtung Trelleborg, Schweden, in See. Zu dieser Premiere kamen sogar der schwedische König Gustav V. und der deutsche Kaiser Wilhelm II. An diesem Tag feierten Deutschland und Schweden gemeinsam die Eröffnung einer neuen Fährlinie zwischen Sassnitz und Trelleborg, die bis heute eine bedeutsame Verbindung beider Länder ist. Zur Ehre des Adelsbesuches erhielt die Route ihren berühmten Namen „Königslinie“. Eingestellt worden ist auch die traditionsreiche Eisenbahnfährverbindung zwischen Sassnitz und Klaipeda. Quelle: DB / DMM