Delta Air Lines - ein Vorbild in Sachen Corona-Schutz

Delta Air Lines zählt zu den wenigen zu ihrer Verantwortung stehenden Fluggesellschaften in der Welt und lässt bis auf Weiteres sämtliche Mittelsitze frei. Sprich: die werden geblockt und sind nicht buchbar. Damit versucht der US-Carrier das Thema Abstand im Zuge der Corona Pandemie in den Griff zu bekommen.

Delta Air Lines blockt ihre Mittelsitze weiter bis Ende März 2021. Überhaupt gilt der Carrier als ein Vorbild in Sachen Sicherheit für seine Fluggäste. Foto: Delta Air Lines

Delta Air Lines blockt ihre Mittelsitze weiter bis Ende März 2021. Überhaupt gilt der Carrier als ein Vorbild in Sachen Sicherheit für seine Fluggäste. Foto: Delta Air Lines

Schon seit Mitte April 2020 blockt Delta sämtliche Mittelsitze und kündigte nun an, die Sitzsperre mindestens bis Ende März 2021 beizubehalten. Nur so könne man den Kunden zusätzliches Vertrauen und Sicherheit bei ihren Flugreisen gewährleisten. Für Delta wäre dies in 2021 ein Alleinstellungsmerkmal auf dem US-Markt; denn Southwest Airlines will die „Blockade“ ihrer Mittelsitze zum 02. Dezember 2020 aufgeben. Jet Blue hat angekündigt, nach dem 08. Januar 2021 wieder die Buchung aller Sitzplätze freizugeben. Alaska Airlines blockt noch bis 06. Januar 2021.

Studien haben ergeben, dass das Risiko, sich den Coronavirus an Bord von Flugzeugen einzufangen, vergleichsweise gering ist dank des Einsatzes von Filteranlagen und der Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes sowie diversen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen. . Dennoch wissen wir, so Delta Chief Customer Experience Officer Bill Lentsch, dass die Kunden zunehmend lernen, mit dem Virus zu leben, dennoch zur Beruhigung sich etwas mehr Raum wünschen, also keinen unmittelbaren Sitznachbar neben sich haben möchten.

Delta wurde aktuell von der US-Website “The Points Guy” als „Leuchtturm der Sicherheit“ ausgezeichnet dafür, dass die Fluglinie am schnellsten und umfassendsten auf Corona reagiert hat, indem sie umgehend nach Bekanntwerden der Auswirkungen von Corona zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen eingeführt hat einschließlich des Blockierens der Mittelsitze. Im April, als sich ein Rückgang der Buchungszahlen abzeichnete, handelten die Kabinenbesatzungen in den Delta-Maschinen proaktiv und verteilten die Passagiere so, dass stets die Mittelsitze unbelegt blieben, kurz darauf war das Buchen der Mittelsitze dann unterbunden. Das bedeutete ein Kappen der Kapazitäten um etwa ein Drittel. Frei blieben auch die Sitze auf den internationalen Routen.

Und dabei bleibt es auch über die Weihnachtsferien und den Jahreswechsel, auch wenn dies in den USA eine jener Zeiten ist, da die Flieger proppenvoll, sprich zu 100 % ausgelastet sind. Aber 2020 sind die Zeiten in den Vereinigten Staaten andere. Die Corona-Seuche wütet im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wie in kaum einem anderen Land, was u.a. auch dem scheidenden Präsidenten Donald Trump zu verdanken ist, der die Pandemie trotz wahnsinnshoher Infektionszahlen und Todesopfer nach wie vor herunterspielt.

Dem Beispiel Deltas folgten auch die anderen US-Carrier. United z.B. versprach ihren Kunden “We’re automatically blocking middle seats to give you enough space on board”, hielt sich aber nicht hundertprozentig daran. Hawaiian Airlines und Alaska Airlines blockten ebenfalls ihre Mittelsitze, wobei die in Seattle basierte Alaska darauf aufmerksam machte, dass der an sich freizuhaltende Sitz im Fall der notwendigen Mitnahme eines Passagiers, dessen Flug vorher gestrichen worden war, doch besetzt werden muss. American Airlines hielt einige Monate, soweit möglich, ebenfalls die Mittelsitze frei. Ärger zog sich Frontier zu, als der Carrier mit dem Angebot warb, gegen Aufzahlung könne ein Kunde seinen Nebenplatz frei haben. Im Kongress wurde dies als unanständig gebrandmarkt mit der Folge, dass Frontier ihre Offerte rasch zurückzog.

Interessant sind auch folgende Zahlen: Delta Air Lines gilt bei der Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen als konsequentestes Luftfahrtunternehmen in den USA: Bis jetzt wurden 460 Passagiere mit einem Flugverbot belegt, die sich nicht an die Corona-Vorschriften halten wollen. Bei United sind es bis heute 330 Personen, Bei Frontier 200, bei Alaska Airlines 159, bei JetBlue 68 usw.. Fluggäste, die sich widerborstig verhalten, landen wie übrigens auch in China auf einer schwarzen Liste. Ihnen wird für weitere Flüge die Mitnahme automatisch verwehrt. Quelle: DMM