Den CUPRAs auf Schnee und Eis auf den Zahn gefühlt

Sicheres Fahren im Winter will gelernt sein. Knapp drei Wochen nach dem 50. Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos-Klosters im Schweizer Kanton Graubünden veranstaltete SEAT respektive die sportliche Nobeltochter CUPRA die "Cupra Snow Experience" im Raum Davos in den Schweizer Alpen. Wir fuhren auf vereisten Flächen und tief verschneiten Straßen die Modelle Cupra Ateca, und Leon Cupra R Sportstourer, um deren Wintertauglichkeit zu testen.

 

Gröbere Winterpneus verdienen zwar keine Schönheitspreise, wären aber in unserem Fall beim CUPRA Ateca wünschenswert gewesen. Foto: G. Zielonka

Gröbere Winterpneus verdienen zwar keine Schönheitspreise, wären aber in unserem Fall beim CUPRA Ateca wünschenswert gewesen. Foto: G. Zielonka

CUPRA Leons und Atecas machen ihre Sache auf Schnee und Eis ganz gut. Foto: G. Zielonka

CUPRA Leons und Atecas machen ihre Sache auf Schnee und Eis ganz gut. Foto: G. Zielonka

Vor gut zwei Jahren wurde die Marke CUPRA ins Leben gerufen. Sie hat heute, 2020, einen enormen Stellenwert Vermarktete SEAT 2019 138.670 Neufahrzeuge und katapultierte sich damit auf Rang 2 der Importeure nur hinter Konzernschwester Skoda und vor Renault (131.150 Eh) und Hyundai (129.508), so war auch die Marke CUPRA mit 10.989 Zulassungen höchst erfolgreich. Bei den Januar-Neuzulassungen legte die Marke sogar um 43 % zu, sagte SEAT-Produktchef Johannes Fleck. Als Volltreffer erwies sich von Anfang an der CUPRA Ateca (25 % aller Ateca-Kunden orderten die CUPRA-Version) erreicht. Als Triebfeder wirken wird wahrscheinlich auch der ungemein attraktiv gestylte Formentor, der im zweiten Halbjahr vorgestellt werden soll. Das SUV im A-SUV-Segment wird u.a. als Plug-in-Hybrid erscheinen.

DMM testete die Winterfestigkeit der beiden Modelle Cupra Ateca und Leon Cupra R Sportstourer. Dabei stand korrektes Verhalten auf rutschigen Unterlagen wie Schnee und Eis praktisch zu üben im Mittelpunkt. Das ist wichtig zumal dann, wenn man z.B. mit dem Auto, sei es der Geschäftswagen oder das private Fahrzeug, in den Winterurlaub fahren möchte. Für uns war’s kein Urlaub, sondern gewissermaßen eine Auffrischung dessen, was wir glaubten zu beherrschen. Doch die Realität belehrt einen mitunter eines Besseren. 

U.a. führten unsere Wege hoch auf den ansonsten gesperrten Flüela-Pass. Von Davos führte die Strecke zunächst 7 km zum Gasthaus „Zum Tschuggen“. Hier begann der exklusiv für CUPRA geöffnete aber alles andere als leicht befahrbare Teil der Passstraße. Auf einer Länge von rund 6 km bei realen und hochwinterlichen Straßenverhältnissen (dem Normalfahrer eigentlich kaum zuzumuten) und zahlreichen Kurven konnten die Fahrzeuge zeigen, wie wintertauglich sie tatsächlich sind. Zu keinem Zeitpunkt war es einfach, eine Spur zu finden, wobei man überaus achtsam sein musste, nicht zu weit nach rechts oder links von der schneebedeckten Fahrbahn abzukommen; denn dann wäre unweigerlich Schluss gewesen, weil der Grip nicht mehr ausgereicht hätte. Aber mit mehr oder weniger sanftem Gas haben wir es dann doch geschafft bis auf die Passhöhe, von wo es dann weiter ins Engadin gegangen wäre. Ob freilich die Niederquerschnitts-Winterpneus der Weisheit letzter Schluss waren, da haben wir so unsere Zweifel. Für Schneemengen, wie sie noch am Abend des Donnerstag in Davos fielen, sind diese Winterreifen nicht unbedingt die geeignetsten.

Unsere nächste Station war der Up- and Downhill-Kurs. Der war nicht minder schwierig. Und so wollte es denn das Pech, dass wir gleich zweimal im tiefen Schnee stecken blieben. Nichts half, unser Cupra Ateca fraß sich immer tiefer in den Schnee. Aber das SEAT/CUPRA-Team hatte vorgesorgt in Gestalt eines Trekkers, der uns mühelos herauszog zurück auf die feste wenn auch glatte Fahrbahn. Die maximale Steigung unseres Kurses betrug stolze 20 %, die stärkste Neigung sogar 30 %. Letztere meisterte unser Wagen locker dann eingeschaltetem Hillhold- bzw. Bergabfahrt-Modus. Der teils sehr eisige Untergrund machte die Fahrübungen zur wahren Herausforderung trotz aktiviertem Schneemodus, und, wenn man nicht aufpasste, landete man eben im Abseits, sprich, tiefen Schnee. Dann halfen weder die Modi Schnee noch …

Letzteres konnte uns auf dem Ice-Track dann zum Glück nicht passieren. Dennoch will z.B. Driften auf Eis und Schnee gelernt sein. Aber mit ein bisschen Übung klappt das schon. Insgesamt zeigten die CUPRA-Modelle, dass sie winterlichen Verhältnissen gewachsen sind. Aber auf einer verschneiten und vereisten Straße sicher zu fahren ist nicht einfach. Bei Schnee und Eis gilt generell, runter vom Gas. Allerdings galt dies in unserem Fall nicht ganz; denn zu wenig Gas auf tiefer verschneiter Straße führt schnell zum Fahrtende. Was wir einmal mehr gelernt haben: Auf Schnee und Eis verlängert sich der Bremsweg gleich um ein Vielfaches.

Noch kurz zu den Neuerscheinungen Seats in 2020/21: Zehn Produkteinführungen wird es geben, darunter den kleinen Mii electric, der mit staatlicher Förderung nur 14.080 Euro (Basispreis) kosten wird, oder der batterieelektrische el-Born oder auch (noch etwas Zukunftsmusik) das SUV Tavascan (mit phänomenalem Design, in Davos schon als Studie zu besichtigen). In diesem Jahr kommen dann der neue Leon, auch als Mild-Hybrid und als PHEV, der Tarraco als Plug-in-Hybrid und FR-Variante u.a.m.. Quelle: DMM