Der neue Alfa Tonale im DMM-Test

Der überarbeitete Alfa Tonale ist ein optisch recht schönes Kompakt-SUV im C-Segment, das seine Macher nach knapp dreieinhalb Jahren überarbeitet haben. Stellt man den Neuling und seinen Vorgänger nebeneinander, fällt beim Update vor allem das neue Frontdesign auf. Wir haben das SUV gefahren. Es wird als Diesel (warum eigentlich) angeboten, als Mildhybrid (Alfa Romeo Tonale Ibrida) und als Modell mit Stecker. Der PHEV eignet sich bestens für Fuhrparks aber auch Privatkunden schätzen die Plug-in-Hybride. Größter optischer Unterschied zum Vorgänger ist das neue Frontdesign mit dem Kennzeichen jetzt unter dem Kühlergrill. In diesen Tagen soll der Neuling auf den Markt kommen.

Ob grün oder rot (zwei neue Metallic-Farben), das Update des neuen Alfa Tonale steht dem Kompakt-SUV bestens. Fotos: G Zielonka

Optisch auffallendste Veränderung des neuen Tonale ist die Front.

Was uns im Cockpit gefallen hat, dass es viele physische Bedienknöpfe und -schalter gibt. Rechts das Drehrad für die Schaltung der Gänge.

Der Tonale als Plug-in-Hybrid ist für die gewerbliche Klientel die beste Wahl.

Das überarbeitete Karosseriedesign des neuen Alfa Romeo Tonale wird von einem schärfer gezeichneten Kühlergrill gekennzeichnet, der an die High-Performance-Limousinen Alfa Romeo Giulia GTA bzw. GTAm und Alfa Romeo 156 GTA erinnert. Stellt man Alt und neu nebeneinander, fällt das Update durch das Trilobo in neu gestalteter Form auf und durch die zusätzlichen kleinen senkrechten Öffnungen neben dem Gitter auf sowie durch die kompaktere Schürze. Zudem findet sich  das Kfz-Kennzeichen jetzt unterm Kühlergrill. Alfa hat zudem die Spur an beiden Achsen um 1 cm verbreitert, um die Seitenneigung in Kurven zu reduzieren und das Untersteuern zu verringern. Die Seitenansicht hat sich im Vergleich zum bisherigen Tonale mit ihrer geschwungenen Linie unterhalb der Gürtellinie von den Scheinwerfern bis zum Heck kaum verändert.  

Varianten und Farben. Kaufinteressen können derzeit unter fünf Versionen wählen: als Basismodell „Tonale“ ohne Zusatzbezeichnung, als Sprint, Ti und als Veloce. Zum Marktstart gibt es die Sonderedition Sport Speciale. Getan hat sich auch etwas bei den Außenfarben; Neu sind die Metallic-Farben Rosso Brera (ein attraktiver Rotton), Verde Monza (dunkles Grün) und Ocra Amalfi (Gelbton).    

Antriebe. Die Spitzenmotorisierung ist jetzt ein Plug-in-Hybrid-Antrieb mit einer Systemleistung von 199 kW (270 PS). Der Allradler verfügt über einen Multi-Air-Turbobenziner mit 110 kW (150 PS). Die E-Maschine mit 90 kW )122 PS= reibt die Hinterräder an. Der Mild Hybrid mit Frontantrieb bringt es auf 128 kW (174 PS) und besitze einen 48-VoltE-Motor mit 15 kW (20 PS) der kurzzeitig vollelektrischen Vortrieb ermöglicht. Schließlich noch der Diesel, gleichfalls ein Fronttriebler, der 96 kW (130 PS) leistet. Wir haben den PHEV gefahren; denn der ist in unseren Augen das interessanteste Modell, zumal für die gewerbliche Klientel. Den Selbstzünder kann man eigentlich vergessen; denn diese Motorisierung befindet sich auf dem absteigenden Ast.                                                   

Interieur: Der Innenraum wirkt vergleichsweise wertig Unser Wagen hatte hochwertige sehr komfortable Ledersitze – die gibt es übrigens auch in einem ziemlich „scharfen“ Rot, die definitiv langstreckentauglich sind und weitgehend vor Ermüdung schützen. Ansonsten gibt es neue Alcantara-Leder-Sitze und neue Individualisierungs-Möglichkeiten. Die Basisversion ist mit Voll-LED-Scheinwerfern, 17“-LM-Felgen, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, diversen Assistenten, Parksensoren vorne und hinten und einer Rückfahrkamera ausgestattet. Die übrigen Ausstattungsstufen bieten mehr Komfort und feinere Materialien im Innenraum und, wie gesagt, Lederausstattung Dazu noch 20“-LM-Felgen im Bi-Color-Design.

Bekannt ist das 12,3“-Full-TFT-Zentralinstrument, neu aber ist die 360°-Kamera, die einen Blick aus der Vogelperspektive und halbautomatische Parkmanöver ermöglicht. Das Infotainment-System Alfa Connect wird über einen 10,25“-Touchscreen mit Multitasking-Benutzeroberfläche gesteuert und bietet die drahtlose Einbindung von Smartphones beider Welten (Apple iOS und Android). Lediglich beim Navi haben wir uns anfangs schwer getan, weil es nicht wollte wie wir. Erfreulich: statt digitaler Spielereien gibt es etliche physische Knöpfe und Drehwalzen, die einen sofort jeden Funktionswunsch erfüllen, ohne lang herumsuchen zu müssen.  
Ein kleinwenig enttäuschend fällt das Kofferraumvolumen des Plug-in-Hybrid aus: Es misst gerade mal 385 bis 1.430 Liter. Mild Hybrid und Diesel bringen standesgemäße 500 bis 1.550 Liter. 

Fahrleistung. Der PHEV braucht von 0 auf 100 km/h 6,6 Sekunden. Aber wer braucht das schon. Solche Werte sind eigentlich Firlefanz. Die Vmax beträgt nun195 km/h. Auch das ist angesichts unserer übervollen Autobahnen mehr als genug. Der PHEV-Antrieb lässt sich dank der Fahrdynamikregelung DNA (Dynamic, Natural, Advanced Efficiency) auf Knopfdruck eine möglichst strom- und spritsparende Einstellung anwählen. Zwischen Eco und Sport wandelt sich der Tonale vom sanften, komfortbetonten Gleiter zum fahraktiven Renner. Fahrbahnunebenheiten steckt der Tonale PHEV bravourös weg. Nun die Lenkung liefert nach unserem Geschmack etwas zu wenig Rückmeldung. 

Fahrverhalten. Das Fahrwerk des neuen Alfa Romeo Tonale weist eine verbreiterte Spur auf, was ein etwas agileres Fahrverhalten ermöglicht. Das elektronisch gesteuerte Fahrwerk Alfa Active Suspension, was unser Testwagen hatte, lässt einen hohen Komfort ebenso spüren wie sportliches Handling. Letzteres ist nice to have. Dass der Tonale PHEV auch teilautonomes Fahren auf Level 2 möglich macht, ist ein Vorgeschmack, wes einen künftig erwartet. Was uns noch angenehm aufgefallen ist: Die Gänge des Automatikgetriebes werden mittels eines Drehschalters gewählt. Feine Sache, wie wir meinen. 

Preise. Bei den Listenpreisen hat sich erfreulicherweise nicht viel getan. Der MHEV startet in der Version Sprint bei 43.000 Euro brutto, 6.000 Euro mehr sind’s bei der Ausstattung Veloce. Der PHEV, unsere Empfehlung, kostet in der Version Veloce 58.300 Euro brutto, in der Variante Sprint 6.000 Euro weniger.  

Was DMM aufgefallen ist:  
• Der neue Tonale ist optisch sehr ansprechend 
• Materialauswahl und Verarbeitung  sowie die physischen Bedienelemente sind ein große Plus 
• Der Plug-in-Hybrid ist effizient, sprich sparsam, wenn man es mit dem Gaspedal nicht übertreibt.
• Der PHEV bietet dank ausgewogenem Fahrwerk ein sehr stabiles und sicheres Fahrverhalten. 
• Das SUV eignet sich wirklich gut als Geschäftswagen, ob in Fuhrparks oder für den Selbstständigen und Freiberufler. 
• Zwei Kritikpunkte: der etwas knapp bemessene Kofferraum und die Lenkung, die zu wenig Fahrbahnkontakt vermittelt.  

Quelle: DMM