Deutlich ausgeweitetes Bahnangebot von und nach Stuttgart

Längst nicht jeder Geschäftsreisende wohnt und arbeitet in Stuttgart. Er(Sie ist auch stark auf den regionalen Bahnverkehr angewiesen. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann informierte in Stuttgart gemeinsam mit den neuen Bahnunternehmen Abellio und Go-Ahead sowie dem bisherigen Betreiber DB Regio über den bevorstehenden Betreiberwechsel im Stuttgarter Netz. Denn auf den durch Stuttgart führenden Schienenstrecken wird das Angebot mit den vom Land bestellten Regionalzügen vom 09. Juni 2019 an deutlich ausgeweitet.

In Baden-Württemberg wird eine neue Regionalbahn-Ära eingeläutet. Foto Stadler-Bombardier

In Baden-Württemberg wird eine neue Regionalbahn-Ära eingeläutet. Foto Stadler-Bombardier

Der Wechsel wird schrittweise viele Verbesserungen bei den Takten und den Zugkapazitäten mit sich bringen. Insbesondere sind hier zu nennen:
• Werktags Halbstundentakt mit Metropolexpress-Zügen (MEX) von Stuttgart nach Aalen und von Stuttgart bzw. Bietigheim-Bissingen nach Pforzheim
• Verdichtung der IRE-Verbindungen zwischen Stuttgart und Karlsruhe auf wochentags 3 durchgängige Züge in 2 Stunden (mit dem IC ergibt sich daraus ein Halbstundentakt); am Wochenende verkehren zwei IRE-Züge in 2 Stunden
• Neue IRE-Verbindung Stuttgart – Aalen im Zweistundentakt (zusammen mit dem IC ergibt sich ein Stundentakt) mit Durchbindung der Züge nach Karlsruhe
• Neues Flügelzugkonzept: stündliche MEX-Direktverbindung Stuttgart – Mühlacker – Pforzheim. In Mühlacker Flügelung des Zuges; der zweite Zugteil verkehrt stündlich abwechselnd als Regionalbahn (RB) Richtung Bretten – Bruchsal (bedient alle Halte) und Regionalexpress (RE) Richtung Bruchsal – Heidelberg (bedient nur die Zwischenhalte Bretten, Bruchsal, Bad Schönborn-Kronau, Wiesloch-Walldorf)
• An Sonntagen im Sommer: vier statt zwei Zugpaare „Enztäler Radexpress“: Verlängerung der Züge von Stuttgart über Pforzheim hinaus nach Bad Wildbad
• Neue Nachtverbindungen an den Wochenenden (jeweils zwei Zugpaare)

Die vom Zughersteller Stadler für Go-Ahead produzierten FLIRT-3-Fahrzeuge werden in vollem Umfang zum Betreiberwechsel geliefert. Derzeit noch ausstehende Zulassungen des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) für den Fahrgastbetrieb werden von Go-Ahead rechtzeitig bis zum 09.06.2019 erwartet.
Minister Hermann: „Bei Go-Ahead werden die Fahrgäste nicht nur von den Angebotsausweitungen, sondern voraussichtlich auch gleich auf allen Strecken von neuen Zügen profitieren. Wegen der Zulassungen sind wir mit dem EBA in einem guten und intensiven Kontakt. Für den Fall, dass sie wider Erwarten doch nicht rechtzeitig vorliegen, haben Go-Ahead und DB-Regio ein Konzept für die Einführungsphase erarbeitet. Damit würden die vorgesehenen Angebotsausweitungen ebenfalls weitgehend umgesetzt.“

Anders sieht es beim Bahnunternehmen Abellio aus. Leider kann der Hersteller Bombardier Transportation die benötigten Talent-2-Fahrzeuge nicht rechtzeitig liefern. Abellio hat deshalb ein Konzept für die Einführungsphase bis Ende August organisiert. Dabei kommen vorübergehend Fahrzeuge der Baureihen 425 und 426 (DB Regio), 440 (agilis) und 450 (Stadtbahnfahrzeuge der AVG) zum Einsatz. Dadurch kann der neue Fahrplan fast vollumfänglich angeboten werden. Wegen der anderen Fahrzeugtypen werden in einigen Zügen allerdings geringere Sitzplatzkapazitäten als vorgesehen angeboten; außerdem kann beim „Fliegenden Heidelberger“ der Halt in Bad Schönborn-Kronau nicht bedient werden. 

„Die Lieferverzögerung durch Bombardier ist sehr ärgerlich“, so Herrmann. Für diesen Fall habe Abellio aber schon frühzeitig ein Konzept für die Einführungsphase aufgestellt. Damit können die im Interesse der Fahrgäste vom Land bestellten zusätzlichen Angebote weitestgehend verwirklicht werden. Er dankte den Bahnunternehmen DB Regio, AVG und agilis, dass sie Abellio Züge zur Verfügung stellen. Quelle: Ministerium für Verkehr des Landes BW / DMM