BA und Iberia umwerben Aer Lingus

Erst wollte sich Michael O’Leary den Konkurrenten Aer Lingus einverleiben, jetzt kommt es laut „Irish Times“ möglicherweise anders, nämlich zur Übernahme durch Die International Airlines Group (IAG), eine durch die Fusion der beiden Airlines British Airways und Iberia entstandene Holdinggesellschaft.

Nach drei erfolglosen Versuchen Ryanairs, Aer Lingus zu übernehmen könnte nun eintreten, dass die IAG (British Airways und Iberia) den irischen Carrier in ihr Portfolio aufnimmt. Foto: wikipedia

Der Zeitung zufolge plant der IAG-Vorstand mit Ex-Aer Lingus-Chef und heutigem IAG-CEO Willie Walsh die Übernahme der Iren. Die operieren u.a. dank Codeshareabkommen auch für Etihad und Virgin Atlantic. Den Aer Lingus-Aktionären soll ein Angebot im Gesamtwert von umgerechnet 1,33 Mrd. Euro (je Anteilsschein rund 2,55 Euro) vorliegen. Es ist dies binnen sechs Wochen die dritte Offerte der IAG. Für die IAG sind vor allem die Slots von Aer Lingus in London Heathrow von Bedeutung. Obendrein könnte IAG am Hauptsitz von Aer Lingus in Dublin einen zweiten Transatlantik-Hub installieren. Vorher aber muss sich IAG mit Ryanairair arrangieren. Europas größter Billigflieger, der mit seinen Übernahmeangeboten gleich mehrfach an den Kartellwächtern gescheitert war, hält gute 30 % an Aer Lingus, wie diese Anteile aber seit einiger Zeit los werden.  

Aer Lingus, „Airline oft he Year 2005“ (vergeben vom Luftverkehrsrat der irischen Handelskammer), war zum 01. April 2007 aus der Luftfahrtallianz oneworld ausgetreten; kurz zuvor hatte Ryanair ein Kaufangebot abgegeben. Die Absicht O’Leary’s vereitelte aber die EU-Kommission am 27. Juni 2007 aufgrund der andernfalls entstehenden marktbeherrschenden Position speziell bei Flügen von und nach Dublin. Dennoch erwarb Ryanair nach und nach einen  Minderheitsanteil von zuletzt 29,82 % an Aer Lingus. Im Dezember 2008 gab Ryanair zum zweiten Mal ein Angebot (ca. 748 Mio. Euro) für Aer Lingus ab. Das Management der umworbenen Airline und die meisten seiner Anteilseigner – einschließlich des irischen Staats – lehnten das Angebot als zu niedrig ab.

Unter dem ehemaligen Flugvorstand der TUI Travel, Christoph Müller schaffte es Aer Lingus, nach dreistelligen Millionenverlusten wieder profitabel zu werden, wozu freilich die Beschäftigten ihr „Scherflein“ beitrugen. Am 19. Juni 2012 nahm O'Leary einen dritten Anlauf zur Übernahme von Aer Lingus, bot aber nur noch 694 Mio. Euro. Aber auch damit blitzte er ab. Am 27. Februar 2013 nämlich untersagte die EU-Kommission nach der EU‑Fusionskontrollverordnung die Übernahme durch Ryanair ein weiteres Mal, da der Wettbewerb auf 46 Strecken behindert werden würde. Im August 2013 wurde Ryanair durch die britische Wettbewerbsbehörde sogar dazu verpflichtet, ihren Anteil an Aer Lingus von 29,82 % auf 5 % zu senken.O'Leary hat nun die Nase voll und will die Anteile an Aer Lingus komplett abstoßen. Quelle: Irish Times / DMM