Deutschen Flughäfen geht das Geld aus

Am 06. November 2020 soll der nächste Luftverkehrsgipfel auf Einladung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) stattfinden. Dies ist ganz im Sinne des Flughafenverbands ADV, so dessen Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten verbinden die Flughafenbetreiber mit dem Spitzentreffen die Hoffnung auf schnelle Finanzhilfen.

Wohl den meisten deutschen Flughäfen, ob groß oder klein, geht 2021 das Geld aus, so der Flughafenverband ADV, sollten sie nicht vom Steuerzahler unterstützt werden. Foto wikimedia

Wohl den meisten deutschen Flughäfen, ob groß oder klein, geht 2021 das Geld aus, so der Flughafenverband ADV, sollten sie nicht vom Steuerzahler unterstützt werden. Foto wikimedia

Rasche Finanzhilfen sind laut ADV nötiger denn je. Die Aussichten für die Flughäfen haben sich wegen der verschärften Quarantäneregelungen und neuer staatlicher Reisebeschränkungen weiter verschlechtert. Die Lage ist im Frühherbst deutlich schlechter als noch Anfang Sommer erhofft. Auch die Buchungszahlen lassen keine Besserung erkennen. Mit einem Passagiervolumen von weniger als 20 % gegenüber der Vor-Corona-Zeit befindet sich die Luft- und Reisebranche faktisch in einem zweiten Lockdown. Alle Appelle und Angebote für eine verstärkte Teststrategie für Flugreisende blieben mehr oder weniger ungehört.

„Durch den dramatischen Verkehrseinbruch sind viele Flughäfen in ihrem Fortbestand gefährdet“, so ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. „Die Flughafenstandorte sind in eine existenzbedrohende Krise geraten. Gerade während der Zeit des harten Lockdowns zeigte sich die unverzichtbare Funktion der Flughäfen. Alle Airports (90 % der deutschen Flughäfen sind ohnehin seit jeher chronisch defizitär) waren betriebsbereit im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge. Bund und Länder ruft der Verband dazu auf, die Flughäfen schnell und wirksam zu unterstützen. Ein erster wichtiger Schritt wäre die Übernahme der Lockdown-Kosten in Höhe von 740 Mio. Euro. Hier hat der Beschluss des Bundesrates in der vorigen Woche ein wichtiges Zeichen gesetzt, indem er für eine Übernahme der Bereitstellungskosten zur Offenhaltung der Flughäfen während der Corona-Pandemie eintritt.

Alarmierende Werte der deutschen Verkehrsflughäfen:

  •  80 % weniger Passagiere zu September 2019
  • 27 Mrd. Euro jährliche Bruttowertschöpfung sind in Gefahr
  • 740 Mio. Euro Vorhaltekosten für die Zeit des ersten Lockdowns
  • 2 Mrd. Euro Umsatzausfälle von März bis Ende September 2020
  • 10 Mio. Euro tägliches Einnahmedefizit
  • 3,6 Mrd. Euro Einnahmerückgang 2020
  • 2,6 Mrd. Euro Einnahmerückgang 2021
  • 1/4 der über 180.000 Arbeitsplätze an Flughafenstandorten ist gefährdet
  • Die Liquidität an fast allen Airports ist nur noch bis zum 2. Halbjahr 2021 gegeben. Quelle: ADV / DMM