Die Bahn kann besser werden

Jeder Bahn-Geschäftsreisende hat es schon erlebt: Umgekehrte Wagenreihung, Verspätung, Bordrestaurant geschlossen, Verzögerung im Betriebsablauf, Signalstörung, WC geschlossen, Kaffeemaschine kaputt, Wagen 13 fehlt, sogar Teil- oder Komplett-Ausfall des Zuges. Viele dieser Probleme lassen sich lösen, aber immer nur mit mehr und gut ausgebildetem Personal, so der Fahrgastverband Pro Bahn.

Es gibt viele Faktoren, die einen Zug erstmal voll funktionsfähig und die Fahrt störungsfrei machen. Allerdings mangelt es bei allen Bahnbetriebs- und Infrastrukturunternehmen derzeit an Lokführern, Zugbegleitern, Elektrikern, Mechanikern, Tiefbauern - und an fachkundigen Führungskräften im Hintergrund. Alle Unternehmen suchen händeringend nach Auszubildenden und Fachkräften, während gleichzeitig die Bahnmitarbeiter sich aus der Branche verabschieden, zu Unternehmen mit besseren Bedingungen, wie beispielsweise zu Industrieunternehmen. Gerade in den Ballungsräumen gilt: Wenn man nebenan bei besserem Gehalt nur 35 Stunden pro Woche arbeiten muss, geht man nicht zur Bahn.

Derzeit finden Tarifverhandlungen der Bahnunternehmen mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Eisenbahn Verkehrsgewerkschaft (EVG) statt. Die Gewerkschaften versuchen logischerweise das Bestmögliche für ihre Mitglieder einzufordern. Der Fahrgastverband PRO BAHN geht hierbei ein Schritt weiter und fordert:
• gemeinsame Bemühungen der Bahnen zusammen mit den Gewerkschaften für attraktivere und besser bezahlte Bahnberufe,
• Verbesserung der Ausbildung für Bahn- und Verkehrsberufe, und
• Anpassung der Arbeitsbedingungen, damit sie zu Arbeitsplätzen in der Industrie wieder konkurrenzfähig werden.

Pro Bahn glaubt, dass die Bedingungen der Verkehrsbranche dringend verbessert werden müssen, um möglichst viele Menschen für diesen Bereich zu begeistern. Wenn dadurch die Qualität steigt und weniger Züge ausfallen, hat der Verband sogar Verständnis für moderate Preiserhöhungen. Quelle: Fahrgastverband PRO BAHN e.V. / DMM