E-Autos und HVO-Diesel statt Tempolimit

Obwohl der Straßenverkehr alle Maßnahmen zum Klimaschutz torpediert, in 2023 sogar wieder mehr Benzin auf den Straßen verbrannt worden ist, stellt sich Bundesverkehrsminister Volker Wissing weiterhin gegen ein Tempolimit auf Autobahnen. Wissing ist das Thema Klima und Umwelt vollkommen gleichgültig, so Klimawissenschaftler. Übrigens: Nur die Bundesrepublik und Nordkorea haben weltweit keine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Laut dem FDP-Minister seien für ihn nur Maßnahmen wichtig, die akzeptiert werden. Wenn flächendeckend auf Autobahnen ein Tempolimit von 120, auf Landstraßen von 80 und innerorts von 30km/h gilt, hat das in Deutschland keine Akzeptanz. Das wollen die Leute nicht. Das aber ist eine glatte Lüge. Denn die Mehrheit der autofahrenden Bundesbürger – laut Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv aus dem Jahr 2022 und bei einer weiteren Auswertung von Yougov, ebenfalls 2022 – sprachen sich 58 bzw. 57 % für eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus.  

Für die Bundesregierung bleibt der Verkehr "Sorgenkind des Klimaschutzes", erklärte kürzlich erst Wirtschaftsminister Robert Habeck. Demnach habe der Verkehrssektor das Klimaziel für 2030 verpasst. Greenpeace hatte daraufhin erneut Sofortmaßnahmen wie ein Tempolimit gefordert. Der Bundesverkehrsminister äußerte, wenn sich z.B. wegen eines Tempolimits auf der Autobahn der direkte Weg durch die Dörfer zeitlich wieder lohne, würden die Anwohner mit Lärm belastet. Wissing verwies in dem Zusammenhang unter anderem auf den neuen Biokraftstoff HVO 100. Ab April erlaubt die Bundesregierung nämlich, dass sogenannter HVO-Diesel verkauft wird. Der Kraftstoff ist CO2-ärmer, geruchlos, und weniger Ruß und Stickoxide machen die lokalen Emissionen sauberer. Bei HVO 100 handelt es sich um Dieselkraftstoff, der beispielsweise aus Fettabfällen hergestellt wird.

Aber: Der neue Kraftstoff soll viel teurer sein als herkömmlicher Dieselkraftstoff. Die Rede ist von 20 bs 30 Cent mehr pro Liter. 
Nun stellt sich die Frage, ob alles anfallende Frittenfett überhaupt ausreichen kann, um regelmäßig über 10 Mio. Dieselfahrzeuge, nicht eingerechnet die 8 Mio. Lkw, die Deutschlands Straßennetz in Grund und Boden fahren, zu betanken. Umweltschützer befürchten, dass zur Produktion der HVO-Kraftstoffe beispielsweise Palmöl genutzt werden könnte, was kontraproduktiv wäre. Andererseits erfordert auch die Herstellung des HVO-Diesels Energie, denn es wird Wasserstoff für die sogenannte Hydrierung benötigt, dessen Herstellung wiederum energieintensiv ist. Quelle: DMM