Easyjet schnallt den Gürtel enger

Auch an den erfolgsverwöhnten Lowcost-Airlines vom Schlage Ryanair oder Easyjet geht die Corona-Pandemie nicht spurlos vorüber. Beide müssen viele Strecken streichen und Personal entlassen. Und Easyjet hat inzwischen so viel Geld verloren, dass sich die Billigfluglinie gezwungen sah, einen Teil ihrer Flotte an Leasinggeber zu verkaufen, um sie im Sale-and-lease-back-Verfahren wieder zu mieten. Neun weitere A320 wurden so an zwei Leasingunternehmen veräußert.

Wie der britische Billigflieger Easyjet mitteilt, läuft das Sale-and-lease-back-Verfahren über zehn Jahre. Erlöst wurden 398,6 Mio. US-Dollar. Mit dem Deal besitzt der Carrier nach eigenen Angaben noch 152 Passagierjets. Easyjet hat inzwischen einen Schuldenberg von mehr als 1,2 Mrd. Euro angehäuft, die eigenen Barreserven sollen noch etwa 2,4 Mrd. Euro betragen. Mit dem Verkauf bzw. Sale-and-lease-back-Verfahren, das über zehn Jahre laufen soll, erlöste die Fluggesellschaft umgerechnet 337 Mio. Euro.

Für negative Schlagzeilen hatte der Carrier, der erstmals in seiner Geschichte eine negatives Geschäftsergebnis erzielt, im Juli 2020 gesorgt. Danach wurde bekannt, dass Easyjet massive Kürzungen in Berlin plant. So sollten nur noch 18 starr 34 Jets in Berlin stationiert bleiben und 738 der 1.540 Angestellten an der einzigen deutschen Basis ihren Job verlieren. Das Berlin-Engagement scheint für Easyjet seit Langem nicht mehr profitabel zu sein. Die Probleme wurden durch die Corona-Pandemie sogar noch verschärft, ist in einem englisch verfassten Schreiben des Countrymanagers Germany zu lesen. Quelle: Easyjet / DMM