EBACE mit Ausstellerrückgang

Ereilt Luftfahrtmessen das gleiche Schicksal wie Automobilmessen? Schon der 89. Genfer Autosalon litt unter einem Ausstellerschwund. Nun hat der auch auf die Geschäftsluftfahrtmesse European Business Aviation Convention & Exhibition (EBACE) Auswirkungen. Auch da ziehen sich Aussteller zurück. Nicht nur wegen der hohen Kosten, die der Veranstalter kassiert, sondern auch wegen der übertrieben hohen Übernachtungspreis der Genfer Hotellerie.

Auch die Geschäftsluftfahrtmesse EBACE erlebte 2019 einen Rückgang bei den Ausstellern. Foto. EBAA

Auch die Geschäftsluftfahrtmesse EBACE erlebte 2019 einen Rückgang bei den Ausstellern. Foto. EBAA

Im November 2018 schrieb Patrick Hansen einen offenen Brief an Athar Husain Khan, den Generalsekretär des europäischen Geschäftsflugverbandes EBAA. Als Chef des Businessjet-Betreibers Luxaviation kündigte Hansen an, dass man 2019 nicht mehr als Aussteller bei der Branchenmesse EBACE dabei sein wird, welche die EBAA ausrichtet. Ein besonders großes Problem für die EBACE sei der Standort in Genf, kritisierte Hansen. Denn die Die Teilnahme an der Messe sei deutlich teurer als an anderen Orten in Europa, so der Luxaviation-Chef. Genau so argumentieren inzwischen auch Automobilhersteller, die Genf jetzt schon und in Zukunft fernbleiben wollen.

„An der EBACE teilzunehmen, kann Firmen leicht Hunderttausende Euro kosten. Sowohl die direkten Messekosten als auch indirekte Faktoren wie Hotelpreise seien bei der Ebace in Genf sehr hoch. In Zeiten von gestiegenen Betriebs- und Wartungskosten, von preissensibleren Kunde in Europa, und angesichts der Unsicherheiten durch den Brexit müsse man sich den wirtschaftlichen Realitäten anpassen, forderte Hansen. Daher empfehle er den Umzug der Messe in eine andere, günstigere Stadt.

Vor dem Start der EBACE 2019 am 21. Mai 2019 sagte der Luxaviation-Chef dem Fachmagazin Aviation Week, im Vertrauen hätten ihm etliche Kollegen in der Branche zugestimmt. Ed Bolen, Chef des US-Geschäftsflugverbandes NBAA, der die Ebace mit ausrichtet, erklärte, zum einen würden großartige Städte halt Premiumpreise aufrufen. Zum anderen bemühe man sich, der Stadt und den Hoteliers deutlich zu machen, welchen Wert Messe und Besucher für Genf hätten. Zudem seien auch Dienste wie Airbnb eine kostengünstigere Übernachtungs-Option geworden.

Zudem erklärte Bolen: „Wir hatten vergangenes Jahr 27 große Aussteller, wir haben dieses Jahr 27 große Aussteller.“ Zudem sei das Static Display, die Schau der Flugzeuge im Außenbereich, erneut ausverkauft. Tatsächlich waren hier 58 Flieger zu sehen, nach 54 Flugzeugen im Vorjahr. Wer jedoch innerhalb der Messehallen unterwegs war, merkte schnell, dass sich an zwei Stellen große Lücken auftaten, frei von Ausstellerständen.

Zum Abschluss der Ebace schrieben Ed Bolen und Athar Husain Khan denn auch in einem Messe-Newsletter, man habe 2019 fast 400 Aussteller bei der Messe begrüßt. Im Vorjahr waren es noch 418. Dennoch lobt sich der Veranstalter bei seinem Abschlussreport für die EBACE 2019 in höchsten Tönen:  Es sei eine höchst erfolgreiche Ausgabe gewesen, die Innovationen und Investments aufgezeigt habe für eine gute Zukunft der Business Aviation. An jedem Tag sei große Begeisterung bei Business Aviation Professionals und Ausstellern zu spüren gewesen, so  EBAA Secretary General Athar Husain Khan. Quelle: EBAA / aerotelegraph.com / DMM