Eigenen Namen in Weltkulturerbe gekratzt...

Einen ganz teuren und dummen Spaß erlaubt haben sich zwei US-amerikanische Touristen im Schiefen Turm von Pisa. Geschäftsreisende waren das mit Sicherheit nicht; denn die sind klüger... Laut italienischen Medien kratzten die beiden Besucher im Innern des UNRESCO Weltkulturerbes ihre Namen in den weißen Carrara-Marmor. Und fotografierten sich und ihr Werk dabei. Sie wurden von der Polizei abgeführt.

Teurer Besuch im Schiefen Turm von Pisa. Foto wikimedia

Teurer Besuch im Schiefen Turm von Pisa. Foto wikimedia

Zeugen hatten die beiden Besucher des wohl bekanntesten geneigten Gebäudes der Welt und Wahrzeichen der Stadt Pisa beobachtet und die Carabinieri verständigt. Als die Besuchergruppe das Gebäude verließ, wurden die beiden verhaftet. Sie erhielten eine hohe Geldstrafe wegen mutwilligen Beschädigens des Weltkulturerbes. Besucher können den Turm zu jeder Viertelstunde  in Gruppen von maximal 40 Besuchern für eine Dauer von 15 Minuten besteigen, nachdem er im Dezember 2001 nach aufwändigen Instandsetzungsarbeiten 13 Jahre lang gesperrt war.

Der Turm war als freistehender Glockenturm (Campanile) für den Dom von Pisa geplant. 12 Jahre nach der Grundsteinlegung am 09. August 1173, im Jahr 1185, als der Bau bei der dritten Etage angelangt war, begann sich der Turmstumpf in Richtung Südosten zu neigen. Daraufhin ruhte der Bau rund 100 Jahre. Die nächsten vier Stockwerke wurden dann mit einem geringeren Neigungswinkel als dem bereits bestehenden gebaut, um die Schieflage auszugleichen. Danach musste der Bau nochmals unterbrochen werden, bis 1372 auch die Glockenstube vollendet war.

Der Grund für seine Schieflage liegt in dem Untergrund aus lehmigem Morast und Sand, der sich unter dem Gewicht verformt. Die Schieflage des Turms beträgt heute rund 4 Grad, entsprechend einer Auslenkung an der Spitze von 3,9 m (bei rund 55,8 m Höhe). Im Inneren des Turmes hängt ein Pendel, das oben in der Mitte befestigt ist, durch die Schieflage unten allerdings beinahe die Seitenwand berührt.

Der 55,8 m hohe und 12 m durchmessende Campanile besteht aus 14.200 Tonnen weißen Carrara Marmors und hat sieben Glocken, die aber längere Zeit wegen der Einsturzgefahr nicht läuten durften. Quelle: La Nazione / DMM