Ein rundum guter Geschäftswagen, der neue Nissan Qashqai

Am 18. Juni war die 2WD-Version eingeführt worden, jetzt hatte DMM die Gelegenheit, die Allradvariante des neuen Nissan Qashqai zu testen. Die dritte Generation des mit einem innovativen Design versehenen SUV ist serienmäßig mit Mild-Hybrid-Technologie ausgerüstet. Die bisherigen beiden Generationen des deutschlandweit höchst beliebten Qashqai wurden laut Marketingchef Frank Niewöhner zu gut 37 % von gewerblichen Kunden als Geschäftswagen zugelassen.

Toller Geschäftswagen geworden, der neue Nissan Qasqai, sagt zic CEO Gernot Zielonka. Foto: Helmut Weipert Jun.

Toller Geschäftswagen geworden, der neue Nissan Qasqai, sagt zic CEO Gernot Zielonka. Foto: Helmut Weipert Jun.

Kann stolz sein auf den neuen Nissan Qashqai, Nissan Director Marketing Frank Niewöhner. Foto: Helmut Weipert jun.

Kann stolz sein auf den neuen Nissan Qashqai, Nissan Director Marketing Frank Niewöhner. Foto: Helmut Weipert jun.

Weiß bestens Bescheid um die Vorzüge ihres "Babys" Qashqai Gen. 3, Produktmanagerin Dr. Allegra Fistek. Foto: Helut Weipert Jun.

Weiß bestens Bescheid um die Vorzüge ihres "Babys" Qashqai Gen. 3, Produktmanagerin Dr. Allegra Fistek. Foto: Helmut Weipert Jun.

Digitales und einfach konfigurierbares Cockpit im neuen Nissan Qashqai. Foto: G. Zielonka

Digitales und einfach konfigurierbares Cockpit im neuen Nissan Qashqai. Foto: G. Zielonka

Sieht verdammt gut aus in den beiden Lackierungsvarianten Megnetic Blue und Sunset Red, der neue Nissan Qashqai. Foto: G. Zielonka

Sieht verdammt gut aus in den beiden Lackierungsvarianten Megnetic Blue und Sunset Red, der neue Nissan Qashqai. Foto: G. Zielonka

Unser erster Eindruck: Den Entwicklern ist mit Generation 3 wiederum ein guter Wurf gelungen. Das liegt sicher nicht nur an den beiden außerordentlich ansprechenden Lackierungen Sunset Red und Magnetic Blue, mit denen uns beide Fahrzeuge empfingen. Rein technisch betrachtet hat der Neuling mit seinem Vorgänger kaum noch etwas gemein. Auch sein Blechkleid wirkt ziemlich attraktiv. Ihren Teil dazu bei tragen an der Front die zweigeteilten Scheinwerfer. Dass Nissan am Heck „Qashqai“ draufschreibt, tja, das hätten sich die Designer und Marketingexperten des japanischen Autobauers eigentlich sparen können. Denn den Wagen erkennt man auch ohne Schriftzug. Uns gefällt der Wagen erst recht in der optionalen Zweifarblackierung und großen 20“-LM-Rädern.  

Der Neue ist, ebenfalls dem Zeitgeist entsprechend, ein klein wenig gewachsen. In der Länge misst er jetzt 4,43 m (+ 35 mm), in der Breite 2,084 m (+ 32 mm, mit ausgeklappten Spiegeln) und in der Höhe 1,64 m (+ 10 mm). Damit bleibt er innerhalb des kompakten C-Segments und das ist gut so.

Dem Zeitgeist folgend ist der Wagen ausschließlich mit elektrisch unterstützen Benzinern zu haben; die Basis dazu bildet ein 1,3-Liter-Vierzylinder mit 103 oder 116 kW Leistung. Dank integriertem Startgenerator und „leichter Hybridisierung“ gibt der Wagen insbesondere beim Beschleunigen Strom, sprich, es geht recht flott voran. Die Dieselmotorisierung ist aus dem Programm gefallen, was den einen oder anderen vielleicht etwas schmerzen mag, aber Diesel sind nun mal Auslaufmodelle bei allen Herstellern und Importeuren und nur etwas für ewig Gestrige.

ePOWER kommt nächstes Jahr. Eine Vollhybrid-Version bringt der Importeur in Q2 2022 als „Qashqai ePOWER“. Dessen System kombiniert einen 140-kW-Elektromotor mit einer Hochleistungsbatterie, einem 1,5 l-Benziner, einem Stromgenerator und einem Wechselrichter. Der Otto-Motor wird ausschließlich zur Stromerzeugung genutzt, während für den Antrieb der Räder nur die E-Maschine verantwortlich ist. Dies sorgt für ein elektroauto-typisches Fahrgefühl mit linearer Beschleunigung und hohem Antriebskomfort; zugleich kann der Benziner immer in seinem optimalen Drehzahlbereich laufen, was sich positiv auf Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen auswirkt. Auch das vom LEAF bekannte „One-Pedal-Driving“ ist dann möglich. Dabei lässt sich der Qashqai mit ein und demselben Pedal starten, beschleunigen und abbremsen – bis zu 90 % der Fahrzeit lassen sich so meistern. Klingt alles gut und schön, hat aber für Interessenten leider einen Nachteil: Der ePOWER fällt aus der staatlichen Förderung. Schade eigentlich.  

Antriebe. Mobilitätsmanager, Fuhrparkverantwortliche oder Selbstständige, sie haben die Wahl unter vier Antriebsvarianten: Dem Qashqai 1.3 DIG-T Mild-Hybrid 6-Gang Schaltgetriebe Vorderradantrieb mit 103 kW (140 PS, dem Modell mit 6-Gang Schaltgetriebe, Vorderradantrieb und einer Leistung von 116 kW (158 PS, dem Modell mit Xtronic Automatikgetriebe, Vorder- oder Allradantrieb mit 116 kW (158 PS). Das intelligente 4x4-System punktet mit verschiedenen Fahrmodi und einer gegenüber dem Vorgängersystem deutlich verbesserten Reaktionszeit. 4WD ist aber der hochwertigen Ausstattungsvariante N-Connecta bestellbar. Der neue Allradantrieb verfügt über eine Direktkupplung: Sie sorgt bei Bedarf für eine deutlich schnellere Übertragung des Antriebsmoments an die Hinterachse. Wie die Kraft zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt wird, beeinflusst der Fahrer durch die Auswahl des Fahrmodus. Er oder sie können fünf Modi über das auf der Mittelkonsole platzierte Drehrad ansteuern: von Standard (ausgewogene Mischung aus Komfort, Leistung und Wirtschaftlichkeit) über Eco (für besonders effizientes Fahren) bis hin zum leistungsorientierten Sport-Modus. Hinzu kommen das Fahrprogramm Snow für verschneite und vereiste Fahrbahnen und Offroad für das Befahren matschiger oder steiniger Feld- und Waldwege. Übrigens wird die 4x4-Version nur von 11 % der Käufer geordert, etwas überraschend, oder auch nicht.

Sicher wieder ein Bestseller. Der Qashqai ist so etwas wie ein Klassiker; eine Zeitlang war er sogar beliebtestes SUV der Deutschen. Für den Brühler Importeur ist er nach wie vor ein Bestseller und meist verkauftes Modell des Nissan-Portfolios. Das wird wohl auch mit dem Youngster so bleiben, auch wenn der Wettbewerb in 2021 sehr viel stärker ist als noch vor 14 Jahren, als der allererste Qashqai sein Debüt gab. Unsere Frage, ob es denn den Qashqai auch als Plug-in-Hybrid oder gar als batterieelektrischen Wagen geben wird, verneinten Niewöhner und Produktmanagerin Dr. Allegra Fistek mit Verweis auf den sehr mutig gezeichneten Nissan Ariya, der 2022 als BEV erscheinen wird.

Innenraum und mehr. Das Interieur wirkt einladend. Komfortable langstreckentaugliche Sitze, mehr Bei- und Kopffreiheit, eine vielleicht etwas zu niedrig verbaute Rückbank, ein ausreichend großer Kofferraum mit 504 l Fassungsvermögen und vielseitigen Kombinationsmöglichkeiten dank doppeltem Ladeboden, bei umgeklappten Rücksitzen nahezu das dreifache (1.442 l) Fassungsvermögen. Und, und ganz wichtig für uns als Wochenendradfahrer: die abnehmbare Hängerkupplung (für den Fahrradträger).

Was uns gefällt. Wir achten stets auf eine vernünftige Materialauswahl beim Innenraum, auf die Haptik, auf die Qualität der Verarbeitung. Und da müssen wir sagen: Alles top. Die Rundumsicht ist gut, nicht zuletzt wohl dank der schlanken A-Säulen vorne. Sehr übersichtlich ist auch das digitale Cockpit mit Integration von iOS- und Android-basierten Smartphones. Anders als viele Hersteller verzichtet Nissan noch nicht vollständig auf Bedienknöpfe, was so manche Einstellung erleichtert, zumal man nicht erst im Infotainment Screen herumsuchen muss. Das optionale Head-up-Display ist sehr gut gelungen und versorgt einen als Fahrer mit allen notwendigen Informationen. Feine Sache ist auch die Aktualisierung des Navigationssystems over the air. Dass einen das Navi mit Echtzeitdaten sicher durch den Verkehr führt, ist ebenfalls ein dickes Lob wert. Und, das der neue Qashqai über alle wichtigen Assistenzsysteme, teils je nach Ausstattungsvariante optional, verfügt, war zu erwarten.

Noch kurz zu den Ausstattungsvarianten: Die Basisvariante VISIA ist schon ganz ordentlich ausgestattet. Accenta, N-Connecta, Tekna und die nahezu vollausgestattete Top-Version Tekna+ bauen mit jeweiligen Features immer aufeinander auf. Die überwiegend georderten Ausstattungen sind N-Connecta und Tekna.

Abschließend unser Fahreindruck. Das Handling empfinden wir als recht ordentlich. Einen guten Mittelweg haben die Fahrwerksspezialisten bei der Federung gefunden: Nicht zu straff und nicht zu weich. Die Wankneigung ist selbst bei schnell gefahrenen Kurven vergleichsweise gering. Die Lenkung wirkt sehr direkt. Und obwohl Dreizylinder, ist auch die Akustik bei flotter Fahrt so, dass sie keinesfalls störend wirkt. Alles in allem eine gute Empfehlung für die geschäftliche Klientel. Ob die unbedingt das Businesspaket braucht, sei dahingestellt. Es ist lediglich beim N-Connecta eine aufpreispflichtige Option. Bei Tekna und Tekna+ gehört es zum Standard. Noch ein Wort zum Verbrauch: Dazu können wir mehr sagen, wenn wir den Wagen über einen längeren Zeitraum gefahren haben. Laut Werksangaben sollen es um 6,5 bis knapp über 6 Liter Superbenzin sein. Quelle: DMM / Nissan