Ein SUV nicht nur fürs Grobe

Subaru’s neuer Forester e-Boxer soll der Marke in Deutschland, die zu Unrecht nur ein Exotendasein fristet, neuen Schub verleihen. Der Mild-Hybrid, dessen Hybridstrang eine Eigenkreation ist, feiert am 07. März 2020 seine offizielle Premiere. Bestellbar ist das SUV schon seit einigen Wochen. Wir haben den Neuling offroad am Lausitzring und in der Region Dresden auf Herz und Nieren getestet.

 

Subarus neuer Forester e-Boxer vor der nächtlichen Kulisse Dresdens. Fotos: Subaru

Subarus neuer Forester e-Boxer vor der nächtlichen Kulisse Dresdens. Fotos: Subaru

Im schwierigen Gelände ist der Forester e-Boxer ein Meister.

Im schwierigen Gelände ist der Forester e-Boxer ein Meister.

Für die Geschäftsreise oder den Urlaub schluckt der Kofferraum vieles.

Für die Geschäftsreise oder den Urlaub schluckt der Kofferraum vieles.

2019 war nicht unbedingt ein Jahr, wie es sich Subaru-Deutschlandchef Volker Dannath gewünscht hat. Denn die angestrebten Verkaufszahlen wurden nicht erreicht. Statt geplanter 7.500n Einheiten waren es nur knapp 6.000. Schuld daran waren mehrere Naturereignisse in Japan, die die Produktion von Zulieferern über einen längeren Zeitraum lahmlegten und dafür sorgten, dass die georderten Stückzahlen für den deutschen Markt einfach nicht geliefert werden konnten. In 2020 soll sich das zu Besseren wenden. Seinen Teil dazu beitragen soll das nunmehr elektrifizierte SUV, das laut Importeur sicherste Fahrzeug seiner Klasse.

Das SUV steht für gut die Hälfte der Neuzulassungen der Marke. Und mit der 5. Modellgeneration kann der Nischenhersteller, zugleich nach eigenen Angaben weltgrößter Anbieter in Sachen Allrad-Pkw auf eine treue Zielgruppe vertrauen. Die ist in erster Linie gewerblich, sehr technikaffin, legt Wert auf Zuverlässigkeit und Sicherheit, auf Qualität und Leistungsstärke. Oft stammen die Käufer aus einem nutzerorientierten Um- und Berufsfeld, sind also z.B. Förster und Jäger, Architekten aber auch Werbefachleute.  

Der elektrifizierte Klassiker tritt mit geschärftem Design nebst robusten Elementen auf. Beibehalten wurde das Markengesicht mit großem Kühlergrill und LED-Leuchtengrafik. Die an Adleraugen erinnernden Leuchten verfügen über dynamisches Kurvenlicht, LED-Fernlicht und C-förmige LED-Tagfahrleuchten und verleihen dem Forester gemeinsam mit den ebenfalls serienmäßigen, tief platzierten LED-Nebelscheinwerfern ein unverkennbares Erscheinungsbild bei Nacht und Nebel.
In der Seitenansicht fallen neben der silbernen Dachreling die ausgestellten Radkästen, die Reifen auf groß dimensionierten Felgen beherbergen, und die zum Heck hin ansteigende Schulterlinie ins Auge. Gemeinsam mit der Kunststoffverkleidung, die sich über die komplette Fahrzeugseite zieht, betonen sie die Größe und Robustheit des Fahrzeugs. Auch das markante Heck, dessen C-förmige Rückleuchten das Motiv der Scheinwerfer aufgreifen, stützt diesen Eindruck.

Weitere Akzente setzt die breite Farbpalette: Insgesamt acht Lackierungen stehen für den neuen Forester zur Verfügung, darunter das exklusive „Jasper Green Metallic“.

Innen wurde der Neue etwas geräumiger. Platz für fünf Personen ist allemal genug. Der Kofferraum schluckt bis b zu 1.779 Liter. Das Cockpit verlangt keine IT-Kenntnisse: Alle Instrumente, Tasten und Knöpfe sind problemlos erreichbar und intuitiv bedienbar. Zentrales Bedienelement ist der acht Zoll große Touchscreen des „Gen 3.1“-Infotainmentsystems über den sich nicht nur das Audiosystem mit Digitalradio und bis zu neun Lautsprechern steuern lässt, sondern auch das den Topausstattungen vorbehaltene Navigationssystem. Über Subaru Starlink können Insassen auf Internetradio und diverse Apps zugreifen, das Smartphone lässt sich erstmals via Apple CarPlay und Android Auto einbinden. Der Touchscreen ist mit den weiteren Anzeigen, einem 4,2 Zoll großen LCD-Bildschirm hinter dem Lenkrad und einem 6,3 Zoll großen LCD-Multifunktionsdisplay oberhalb der Instrumententafel, vernetzt. So erhält der Fahrer schnell alle notwendigen Informationen. Für zusätzlichen Komfort sorgt das neue Fahrer-Erkennungssystem (Driver Monitoring System): Es erspart bei wechselnden Fahrern die lästige Einstellung von Sitz und Außenspiegeln. Die intelligente Zwei-Zonen-Klimaautomatik sorgt mit vier Einstellungsmodi für Wohlfühlatmosphäre auf allen Plätzen: Die automatische Steuerung erkennt, ob Beifahrer- und Fondsitze belegt sind, und passt den Luftstrom entsprechend an.

Dannath und Kundendienstleister Jörg Kracke sehen im neuen Forester e-Boxer einen deutlichen Sprung nach vorn. Warum nicht gleich ein Plug-in-Hybrid? Beide begründen dies mit der noch mangelhaften Ladeinfrastruktur, insbesondere in den südlichen europäischen Ländern. Aber auch so verweisen sie auf die Wirtschaftlichkeit des Neulings. Dessen Motorisierung, ein 100 kW-Benziner plus 12,3 kW-E-Maschine (platzsparend im Gehäuse der stufenlosen Lineartronic untergebracht), entwickeln gemeinsam etwa 194 Nm Drehmoment. Das ist nicht unbedingt die Welt, was forcierten Vortrieb betrifft. Auch Autobahnen z.B. tut man sich beim Überholen schon etwas schwer, Schwung zu holen und Tempo zu machen. Dabei bekommt man gleichzeitig etwas viel auf die Ohren, ein Feinakkustiker ist der neue Forester jedenfalls nicht. Aber seien wir ehrlich: der Forester ist ja auch nicht als Rennwagen konzipiert. Im schwierigen Gelände nämlich zählt der Mini-Elektriker zu den ganz Großen. Mit ihm lässt sich über Stock und Stein fahren und selbst vergleichsweise tiefe Wasserdurchfahrten meistert er problemlos.   

Aufbauend auf der Subaru Global Plattform, rollt das fast komplett neu konstruierte Fahrzeug auf die Straßen. Der Importeur gibt den kombinierten Verbrauch mit 6,7 l/100 km an und die CO2-Emission mit 154 g/km, alles gemäß WLTP. Mit diesen Werten tut sich der Importeur natürlich etwas schwerer, was die EU-Flottenvorgaben betrifft. Es wird aber ja noch ein rein batterieelektrische Fahrzeug folgen, beruhigen Dannath und Kracke. voraussichtlich Ende 2022. Die Werte wurden nach Maßgabe des WLTP-Prüfverfahrens ermittelt und in NEFZ-Werte korreliert). In der Realität genehmigt sich der Japaner freilich ein paar Liter mehr Superbenzin; um die 9 bis 10 muss man schon kalkulieren.

Warum also soll man sich den Forester kaufen, ein Modell, das beileibe kein Designwunder ist und auch von seinentechnischen Eigenschaften her kein Überflieger? Ganz einfach: Man bekommt ein absolut zuverlässiges Fahrzeug, ein robustes Auto für jeden Untergrund, ein sicheres Fahrzeug und eines, das im Vergleich mit so manchem deutschen Wettbewerber sehr viel kostengünstiger zu haben ist und mit dem man bei jedem Kunden vorfahren kann, ohne Neid und Missgunst zu erzeugen. Quelle: Subaru / DMM