El Al ist gerettet

Dank vieler Millionen Dollar aus der Kasse der US-israelischen Familie Rozenberg (DMM berichtete) kann die Fluggesellschaft El Al wieder auf eine bessere Zukunft hoffen. Ab Sonntag, 18. Oktober 2020, soll Frankfurt wieder mit einem Dreamliner von Tel Aviv aus angesteuert werden. Geschäftsreisen nach Israel bleiben vorerst weiter untersagt.

Die Corona-Krise hat El Al zum Absturz gebracht. Als Auswirkung der COVID-19-Pandemie musste El Al am 01. Juli 2020 ihren gesamten Betrieb auf unbestimmte Zeit einstellen. Die verbleibenden Piloten wurden in unbezahlten Urlaub geschickt, Leasingvereinbarungen gekündigt und Flugzeuge an ihre Leasinggeber zurückgegeben.

Seit Verhängung eines zweiten Lockdowns am 18. September waren internationale Flugreisen nur in Ausnahmefällen erlaubt. Aus dem Land ausreisen durften zuletzt nur israelische Staatsangehörige, die vor Beginn einer Verschärfung des Lockdowns am 25. September Flüge gebucht hatten. Die Wiederöffnung des Flughafens Ben Gurion ist die erste Lockerungsmaßnahme seit 18. September. Andere Beschränkungen sollen mindestens bis Sonntag, 18. Oktober 2020, in Kraft bleiben. Von Freitag (16. Oktober 2020) an sollen Restriktionen am internationalen Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv für Reisende wieder aufgehoben werden, wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Donnerstag mitteilte. Von Freitag an kann jeder, der es will, fliegen, wohin er will, erläuterte die israelische Verkehrsministerin Miri Regev.

Bestehen bleibt vorerst aber das Einreiseverbot für ausländische Reisende. Dies gilt auch für alle Business Traveller, z.B. aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Ausnahmen hiervon gelten nur für Personen, die einen Lebensmittelpunkt in Israel nachweisen können. Diese müssen vor ihre Reise nach Israel eine vom zuständigen israelischen Konsulat im Herkunftsland ausgestellte Einreisegenehmigung vorlegen.

Unterdessen teilte die Fluggesellschaft EL AL mit, ab Sonntag, 18. Oktober 2020, ihren Linienbetrieb teilweise wieder aufzunehmen. Angeflogen werden sollen dann zunächst Frankfurt/M. und auch wieder Los Angeles, Miami, Amsterdam, Sofia und Kiew. EL-AL-Kunden im Besitz eines Tickets, die für Abflüge bis zum 28. Februar 2021 geplant sind, können bei Bedarf gebührenfrei Änderungen an ihrer Buchung vornehmen, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Die ohnehin schon angeschlagene EL AL hatte vor drei Monaten ihren regulären Flugbetrieb eingestellt und rund 5.800 ihrer 6.300 Mitarbeiter freigestellt. Im zweiten Quartal 2020 wies die Gesellschaft einen operativen Verlust von rund 90 Mio. Euro aus. Nur wenige Sonderflüge wurden seit Juli von EL AL durchgeführt, darunter der Jungfernflug einer gemeinsamen israelisch-amerikanischen Delegation in die Vereinigten Arabischen Emirate Anfang September.

Anfang Oktober 2020 übertrug die Behörde für staatliche Unternehmen dem 27-jährigen israelisch-amerikanischen Jeschiwa-Studenten Eli Rozenberg offiziell die Kontrolle über EL AL. Rozenbergs Gesellschaft Kanfei Nesharim Aviation hatte im September knapp 43 % der Anteile an der finanziell schwer gebeutelten Fluglinie erworben. Eli Rozenberg ist von seinem New Yorker Elternhaus vor ein paar Jahren zurück ins Land seiner Väter gekehrt. Er studiert an einer Talmud-Hochschule, was ihn bei erfolgreichem Abschluss zum Rabbineramt befähigt. Erfahrung im Airline-Business hat er keine. Die muss er sich als Großaktionär erst noch aneignen. Dazu dürfte ihn sein Vater aber von New York aus unterstützen.
Mit dem neuen Großaktionär an Bord will El Al das Flugprogramm nach einer langen Flugpause Schritt für Schritt wieder hochfahren. Nach New York, London, Paris und Athen fliegt die Airline bereits jetzt wieder. Am 19. Oktober kommt Amsterdam dazu, am 25. Oktober Los Angeles und Miami und am 26. Oktober Sofia und Kiew. Die Flüge nach Nordamerika, London, Paris, Amsterdam und Frankfurt führt El Al mit Boeing 787 durch. Quelle: El Al / Jüd. Allgemeine / DMM