Emirates darf nicht zum BER

Schon seit Jahren bemüht sich Emirates um mehr Flugrechte nach Deutschland. U.a. geht es den Scheichs aus Dubai um Verbindungen zum und vom BER. Nun hat das Kanzleramt dem Top-Management des Golfcarriers abgesagt. Emirates meint, die Lufthansa stecke hinter der Absage. Leichter tut sich Emirates mit Russland. Nach wie vor bedient der Golfcarrier das Land der Kriegsverbrecher und Mörder.

Emirates drängt seit 2006 auf mehr Start- und Landerechte in Deutschland. Das Unternehmen zählt zu den weltweit am stärksten wachsenden Airlines und steuert bis heute die Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg an. Das Management wollte aber auch Start- und Landerechte für Berlin und Stuttgart. Das aber passt der Lufthansa so gar nicht. Sie sieht sich von zusätzlichen Landerechten für Emirates bedroht. 

„Wir sind natürlich in Deutschland sehr daran interessiert, viele internationale Gäste zu haben. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg“, sagte Anfang Februar 2008 die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit dem Ministerpräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum, in Berlin. Merkel legte sich seinerzeit allerdings nicht fest, wann eine Entscheidung fallen könnte. Inzwischen sind 14 Jahre ins Land gezogen. 

In jüngster Zeit war sich das Management der Airline aus Dubai sicher, dass es die Streckenrechte für das fünfte Ziel in Deutschland bekommen würde, nachdem die Destination Stuttgart schon länger abgeschrieben war. „Wir waren ziemlich optimistisch vor einer Reihe von Treffen in dieser Woche“, sagte Emirates-Präsident Tim Clark. Jetzt ist das nicht mehr der Fall. Warum das so ist, glaubt Clark, auch zu wissen: "Es ist kein Geheimnis, dass Lufthansa und ihre massive Lobbyarbeit dahintersteckt."

Lufthansa beklagt im Wettbewerb mit Fluggesellschaften aus den Golfstaaten seit Langem ungerechte Wettbewerbsbedingungen. Airlines aus den Vereinigten Arabischen Emiraten haben in Deutschland aufgrund bilateraler Verkehrsabkommen Zugang zu vier Flughäfen ihrer Wahl. Emirates fliegt Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg an - und will keinen dieser Flughäfen zugunsten einer BER-Linie aufgeben.

Für den katarischen Konkurrenten Qatar Airways öffnet das EU-Luftfahrtabkommen CATA hingegen den Markt nahezu vollständig. Die Airline macht mit einem dritten täglichen Frankfurt-Flug ab 1. Juli von der Neuregelung Gebrauch.

Übrigens: Emirates gehört zu den wenigen großen Airlines, die trotz der grausamen Verbrechen Russlands an der zivilen Bevölkerung der Ukraine an der Verbindung Dubai-Moskau festhalten. Laut Kommerzchef Adnan Kazim hat sich die Regierung der VAE für eine Linie der Neutralität entschieden», so der Manager auf der 0 Luftfahrtmesse ILA in Berlin. Derzeit befördert Emirates auf den Russland-Flügen Diplomaten, einige Geschäftsleute sowie Menschen, die aus medizinischen Gründen aus Entwicklungsländern nach Russland reisen würden. Kommerziell starke Gründe für die Aufrechterhaltung der Verbindung nach Moskau soll es derzeit nicht geben. Quelle: aero.de / DMM