Euphorie am Flottenmarkt dürfte bald verflogen sein

Aktuell profitiert der Markt noch immer vom hohen Auftragsbestand, der sich im Laufe des Jahres 2023 aufgetürmt hat. Doch wenn die Neubestellungen nicht schnell wieder zunehmen, ist auch dieser Puffer bald zu Ende.

So hat der Privatmarkt zwar im Vergleich zu 2023 um 10 % zugelegt, ist aber gleichzeitig 3 %  schwächer als im alles andere als herausragenden Jahr 2022. Angesichts der Kaufkraftverluste der bundesdeutschen Privathaushalte wird es für die Autohersteller immer schwerer, das hohe Preisniveau der letzten Jahre durchzuhalten.

Schon jetzt zeigt sich daher eine überdeutliche Zunahme der taktischen Zulassungen auf Fahrzeugbau (+38 %) und Fahrzeughandel (+40 %). Zusammen machen die beiden Kanäle wieder 26 % der Neuzulassungen aus. Damit nähert sich der Markt den Bedingungen bis 2019 an, als 28 % der Neuwagen als Tageszulassungen oder Mitarbeitenden-Fahrzeuge der Hersteller in den Markt kamen.

Im Vergleich dazu ist der Relevante Flottenmarkt überragend in das neue Jahr gestartet. Dafür spricht nicht nur das Wachstum von 21 %, sondern auch die absoluten Zahlen. Noch nie zuvor haben die Fuhrparkverantwortlichen mehr als 70.000 Pkw in einem Januar zugelassen. Doch auch hier ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Auftragsbestand abgearbeitet ist.

Nach dem endgültigen Aus des Umweltbonus kam es erwartungsgemäß zu einem Rückschlag bei der Elektrifizierung. Im Privatmarkt sank der BEV-Anteil an den Neuzulassungen von 35 % im Dezember 2023 auf nur noch 11 % Prozent im Januar 2024.. Allerdings bieten mittlerweile alle Hersteller Rabatte mindestens in Höhe der früheren Förderung an. Einige Modelle sind sogar günstiger geworden als sie es im Dezember abzüglich der Förderung waren. Aus Sicht der Käufer hat sich die Situation daher sogar leicht verbessert. 

Bei den Flottenzulassungen bleibt der BEV-Anteil ebenfalls auf niedrigem Niveau. Dafür erholen sich langsam die Plug-In Hybride. Im Januar 2024 waren knapp 10 % der neuen Dienstwagen mit dieser Antriebstechnologie ausgestattet. Steigende Reichweiten erlauben es immer mehr Pendlern, den Weg zur Arbeit rein elektrisch zurückzulegen. Quelle: Dataforce / DMM