Wie DMM berichtete, haben die Verbände ZIV – Die Fahrradindustrie und Zukunft Fahrrad ihre Gespräche mit der Eurobike für gescheitert erklärt. Beide Organisationen werden die Kooperation beenden und 2026 nicht mehr an der Messe teilnehmen. Damit reagiert die Branche auf unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung der wichtigsten Fahrradmesse Europas.
Nach Angaben der Verbände habe man keine gemeinsame Linie gefunden, wie die Messe strukturell und inhaltlich weiterentwickelt werden könne, um sie langfristig als zentrale Branchenplattform zu sichern. Bereits nach der Eurobike 2025 hatten ZIV und Zukunft Fahrrad einen umfassenden Feedbackprozess mit ihren Mitgliedern gestartet, aus dem ein „10-Punkte-Plan Eurobike 2026“ hervorging. Dieser sollte als Grundlage für die Gespräche dienen, konnte aber offenbar nicht umgesetzt werden.
Vertreter der Verbände betonen, dass die Branche deutliche strukturelle Änderungen gefordert habe, um die Messe an die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen anzupassen. Da diese Voraussetzungen aus Sicht der Verbände nicht erfüllt worden seien, sei die Entscheidung zur Beendigung der Kooperation unvermeidlich gewesen. Beide Seiten hätten dennoch betont, dass die Entscheidung mit Bedauern, aber auch mit dem Wunsch nach Klarheit getroffen worden sei.
Der Messeveranstalter geht in seiner Jüngsten Presseaussendung nicht darauf ein und formuliert mehr oder weniger verklausuliert: „Der nach der letzten Veranstaltung von verschiedenen Akteuren aus der Fahrradbranche begonnene Prozess, konkrete Veränderungsvorschläge an den Messeveranstalter Fairnamic zu formulieren, hat der Eurobike viele hochwertige Impulse geliefert: Wir haben uns Zeit genommen, unseren Stakeholdern zuzuhören, zu reflektieren und zu verstehen. Als Eurobike stehen wir im Kontakt und sind uneingeschränkt zum Dialog bereit“, betont Fairnamic-Geschäftsführer Stefan Reisinger den Wert des Austausches mit der gesamten Fahrradbranche. „Wir hören auf die Branche und machen neue Angebote. Die Eurobike steht auch 2026 allen offen.“
Die Geschichte der Eurobike ist die Geschichte erfolgreicher Transformationsprozesse, die die sich verändernden Bedürfnisse von Kunden, Herstellern, Branche und Mobilitätsumfeld weltweit gleichermaßen reflektiert. So hat sich die Eurobike dem E-Bike als Branchen-Megatrend in einer Zeit geöffnet, als längst nicht alle von seiner Relevanz überzeugt waren. Sie ist den Schritt vom Bodensee in die Metropole Frankfurt gegangen, um die Transformation des Fahrrads zum Hoffnungsträger moderner Mobilität zu begleiten und arbeitet weiter und gemeinsam mit der Fahrradwelt an der Messe der Zukunft.
Als Weltleitmesse hat die Eurobike die Verantwortung, international, neutral und technologieoffen zu bleiben und auch den Angeboten außereuropäischer Märkte den gebührenden Raum zu geben. Gleichzeitig besitzen die Interessen des europäischen und des deutschen Heimatmarktes und ihrer Fahrradwirtschaft eine ganz besondere Bedeutung für die Eurobike. Sie nutzt die Stadt Frankfurt als deutschen und europäischen Verkehrsknotenpunkt gezielt, um den europäischen Charakter der Veranstaltung zu betonen und den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken. Besonderen Wert legt das Messeteam auf das Miteinander der nationalen und internationalen Perspektiven: Gerade für die deutsche Fahrradwirtschaft ist es ein wichtiger Erfolgsfaktor, die internationale Leitmesse auf deutschem Boden zu haben.
Die Eurobike war immer Labor für innovative Mobilität, die von der klassischen Fahrradwirtschaft und einstmals branchenfremden Akteuren gemeinsam visionär gestaltet wurde. Dieser Verantwortung verschreibt sich die Messe auch weiterhin. Quelle: Fairnamic / DMM



